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DRV: Reisebranche noch nicht über dem Berg


DRV-Präsident Norbert Fiebig
Die Reiselaune der Deutschen hat der Branche einen sehr guten Sommer beschert, über das gesamte Geschäftsjahr gerechnet bleibt es vorerst aber bei einem Minus gegenüber dem Vergleichsjahr 2018/19. Die Unsicherheit angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Lage macht Prognosen für das kommende Jahr schwierig. 

Vor dem morgen beginnenden Jahreskongress hat der DRV – Deutscher ReiseVerband heute eine erste Bilanz des zu Ende gehenden Geschäftsjahrs präsentiert: Nach Ende der Corona-Restriktionen sind die Deutschen in Reiselaune. Das hat sich in der Sommersaison, die am 31. Oktober endet, mit einem Umsatz fast auf Niveau 2019 niedergeschlagen. Bis Ende August lagen die Umsätze für organisierte Reisen laut einer Auswertung von Travel Data + Analytics um 5% unter dem Vorkrisenwert. Die gute Nachfrage hält an, auch für die Herbstferien im Oktober. Erhoben werden bei dieser Auswertung Pauschal- und Bausteinreisen, die in stationären Reisebüros und auf Online-Reiseportalen der Veranstalter sowie bei Online Travel Agencies (OTA) gebucht werden.

„Das zeigt ganz eindrucksvoll, dass die Deutschen nach der langen Zeit der Entbehrungen während der Pandemie wieder verreisen wollten und diesen Wunsch auch umsetzten – allerdings vielfach sehr kurzfristig“, sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Man gönnt sich was

Nach der Zeit der Entbehrung ließen sich die Deutschen ihren Sommerurlaub durchaus was kosten. Die Ausgaben pro Person und Nacht sind durchschnittlich um 15% gestiegen. Die stärksten Zuwächse verzeichnete im Sommer der östliche Mittelmeerraum mit der Türkei (+33%) und Griechenland (+22%). Ägypten hat mit einem Plus von 8% das Umsatzniveau des Sommers 2019 übertroffen. Die Region westliches Mittelmeer hingegen muss ein Minus von 4% registrieren. Ausnahmen sind die spanischen Inseln mit einem Umsatzplus von knapp 3%.

Auch wenn Hochseekreuzfahrten wieder verstärkt gebucht wurden, sind sie noch deutlich von den vorpandemischen Werten entfernt. Bei den Fernreisen bescherte der Nachholeffekt zahlreichen Destinationen zweistellige Umsatzzuwächse. Gewinner waren die Dom. Rep. mit einem Plus von 41% sowie die Malediven mit 37%.

Aktuell 14% minus im Gesamtjahr

Der sehr starke Sommer konnte bisher den Verlust, den die Wintermonate mit einem Minus von 34% eingebracht haben, noch nicht ausgleichen. Bis Ende August ergibt sich ein Umsatzminus von 14% gegenüber dem Gesamtjahr 2018/19 (November – Oktober). Mit den anhaltenden Kurzfristbuchungen und den noch nicht berücksichtigten Umsätzen ab September dürfte sich der Verlust jedoch noch verringern.

„Die deutlich angezogene Nachfrage in den vergangenen Monaten zeigt, dass die Reisewirtschaft auf Erholungskurs, aber noch längst nicht über den Berg ist“, resümiert DRV-Präsident Norbert Fiebig.

2023 sicher kein Selbstläufer

Für das kommende Geschäftsjahr ortet Norbert Fiebig „jede Menge Herausforderungen“: „Das wird sicher kein Selbstläufer. Die Frage ist, wie sich die Konsumfrage entwickeln wird.“ Für den Winter seien die Preissteigerungen vorerst „moderat“, berichtet der DRV-Präsident. Allerdings könne es mittelfristig in der Reisebranche keine Abkoppelung von der Inflation geben. Dennoch zeigt er sich zuversichtlich: „Für 2023 überwiegt bei mir der Optimismus. Die Leute haben noch Geld auf der hohen Kante.“ Die Bundesregierung sei nun gefordert, dafür zu sorgen, dass das Konsumklima nicht einbreche. (red.)


  DRV, DeutscherReiseverband, Kongress, Bilanz


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Autor/in:

Herausgeberin / Chefredakteurin

Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach 30 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.





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