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WKO: Offener Brief zum Restart der Reisebranche


Foto: Ralph Gillen / shutterstock.com
Der Fachverband der Reisebüros wendet sich erneut an sämtliche relevanten Ministerien, um nachdrücklich auf die Notwendigkeit einer EU-weit einheitlichen Strategie für Schnelltests und Impfungen hinzuweisen.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe zu einem Restart der österreichischen Reisebürobranche, appellieren zum wiederholten Mal an alle entscheidenden Ministerien, bezüglich europaweiter und internationaler Corona-Regelungen. Vor allem hinsichtlich der Einreise, Corona-(Schnell)-Tests und in naher Zukunft möglicherweise auch hinsichtlich Corona-Impfungen müsse es endlich einheitliche Regelungen geben.

Der offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr/Frau Bundesminister/in!

Wir haben in unserem letzten Brief zum Restart der Reisebranche über dramatische Einbrüche bei den Reisebuchungen für den Herbst und Winter 2020 berichtet und auf die Notwendigkeit einer EU-weit einheitlichen Strategie für Schnelltests und Impfungen hingewiesen.

Leider halten sich die Fortschritte rund um eine zwischen den Mitgliedsstaaten abgestimmte Herangehensweise bezüglich Einreisebestimmungen, Quarantänemaßnahmen, Schnelltests und Impfungen in Grenzen. Es herrscht nach wie vor der oft zitierte „Fleckerlteppich“ von unterschiedlichen Bestimmungen und die EU-Kommission muss sich mangels Regelungskompetenz auf unverbindliche Empfehlungen und Mitteilungen beschränken.

Den Mitgliedstaaten sollte klar sein, dass mit der derzeit vorherrschenden Vorgangsweise der für Europa so wichtige Tourismussektor nachhaltig beschädigt wird. Während andere große Tourismusmärkte wie die USA oder China wieder eine vermehrte (touristische) Reisetätigkeit verzeichnen, liegt der Tourismus innerhalb Europas weiter darnieder.

Wir möchten deshalb erneut auf die Wichtigkeit harmonisierter europaweiter und internationaler Regelungen hinsichtlich der Einreise, Corona-(Schnell)-Tests und in naher Zukunft hoffentlich auch hinsichtlich Corona-Impfungen hinweisen. Insbesondere Quarantänemaßnahmen müssen im Reiseverkehr weitestgehend vermieden werden. In diesem Zusammenhang sollte auch größter Wert auf unbürokratische digitale Lösungen zur Sicherstellung des Informationsflusses (z.B. bezüglich des Test- und Impfstatus des Reisenden) zwischen Aus- und Einreisestaat gelegt werden.

Solange die europaweite bzw. internationale Harmonisierung nicht umgesetzt ist, werden PCR-Tests für die Einreise in den verschiedenen Mitgliedsstaaten weiterhin eine große Rolle spielen.

Derzeit schrecken die hohen Kosten der PRC-Tests viele Reisende ab. Aus Sicht der Reisebranche sollte deshalb hier angesetzt und die Kosten durch eine finanzielle Beteiligung seitens der Branche und der Republik pro Testfall gesenkt werden. Erreicht man damit eine Reduktion der Kosten pro Test von ca. 120 EUR auf die Hälfte dieses Betrages wird dies enorme Auswirkungen auf die Bereitschaft der Reisenden zur Ablegung eines PCR-Tests haben.

Sollten in naher Zukunft Impfungen Alternativen zu PRC-Tests darstellen, wird es auch in diesem Bereich wie bereits eingangs festgehalten umfassenden Abstimmungs- und Regelungsbedarf zwischen den verschiedenen Mitgliedsstaaten und auch im Verhältnis zu Drittstaaten geben. Notwendig ist unseres Erachtens insbesondere die Einführung eines internationalen elektronischen Impfpasses, um sicherzustellen, dass der Ausreise- und Einreisestaat über alle notwendigen Informationen verfügt, um beispielsweise die Verhängung von Quarantänemaßnahmen zu verhindern. Darüber hinaus sollte aber auch sichergestellt werden, dass Impfungen keine zwingende Voraussetzung für die Einreise darstellen. Eine Impfpflicht durch die Hintertüre würde sowohl den Outgoing- als auch den Incomingtourismus schwächen.

Wir bitten Sie weiterhin unsere Forderungen auf EU- und internationaler Ebene zu unterstützen und verbleiben

Freundliche Grüße

Mag. Gregor Kadanka, Obmann des Fachverbandes der Reisebüros
Phillies Ramberger, Präsidentin Österr. Verein für Touristik
Dr. Joseph Peterleithner, Präsident Österr. ReiseVerband
Bernhard Brauneder, General Manager Amadeus Austria
Dr. Günther Ofner, Vorstandsdirektor Flughafen Wien
Stephan Linhart, Head of Sales Austrian Airlines

(red) 


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Foto: privat

Autor/in:

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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