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abta analysiert den Geschäftsreisemarkt

Eine neue Geschäftsreise-Analyse der Austrian Business Travel Association (abta) unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung der Branche: Österreichs Unternehmen haben demnach im Jahr 2015 mindestens 3,2 Mrd. EUR für insgesamt 8,5 Mio. Geschäftsreisen ausgegeben.

Welche Kosten entstehen den österreichischen Unternehmen für Geschäftsreisen? Dieser Frage ging die abta mit Projektleiter Wilfried Kropp an der Spitze nach und untersuchte in Zusammenarbeit mit der Statistik Austria und dem Institute for Service Marketing & Tourism an der Wirtschaftsuniversität Wien das Volumen und die Kosten der österreichischen Geschäftsreisen im In- und Ausland.

„Mit diesen neuen Zahlen wird es sowohl den Unternehmen als auch unseren Partnern möglich sein, ihre Position im Markt zu bestimmen und Vergleiche herzustellen. Wir schließen damit eine Informationslücke“, betont abta-Präsident Hanno Kirsch.

Obwohl Geschäftsreisen zum beruflichen Alltag gehören, werde die Branche in der Öffentlichkeit und der Politik nur wenig beachtet, so Kirsch weiter: Die abta könne nun mit der vorliegenden Untersuchung erstmals die wirtschaftliche Bedeutung der Geschäftsreisen österreichischer Unternehmen aufzeigen – und die ist immens“.

Deutlicher Rückgang der Geschäftsreisen

Immerhin gaben die Unternehmen im Jahr 2015 laut Analyse 3,2 Mrd. EUR für 8,5 Mio. Geschäftsreisen aus. Die Geschäftsreisenden waren dabei insgesamt 22 Mio. Tage unterwegs und buchten 13 Mio. Hotelnächte um rund 1 Mrd. EUR, kauften um 930 Mio. EUR Flugtickets und gaben 550 Mio EUR für die Verpflegung aus. Im Durchschnitt bedeutet das Kosten in der Höhe von 376 EUR pro Reise und 145 EUR pro Reisetag. 

Überraschend ist, dass sich die Geschäftsreisen – anders als oft angenommen – von der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung entkoppelt haben: Während das österreichische Brutto-Inlandsprodukt als Kennzahl der Wertschöpfung von 2001 bis 2015 um 54% zulegte, reduzierte sich die Zahl der mehrtägigen Geschäftsreisen in diesem Zeitraum um 3,8% Prozent.

Flug und Bahn verlieren, Auto gewinnt

Diese Entwicklung setzte sich auch im Jahr 2015 fort: Trotz robuster Konjunktur gingen die Geschäftsreisen um 7,8% zurück. Dabei fällt vor allem die Entwicklung im Flugverkehr mit einem Minus von 15,5% auf 2,3 Mio. Flüge auf. Auch die Bahn verlor 16,6%, während sich die Zahl der Geschäftsreisen mit dem Auto nur um 1% verringerte. Das Auto hat also Marktanteile gewonnen. Insgesamt wurden 4,2 Mio. Fahrten mit dem Auto unternommen. Mit der Bahn fuhren 1,4 Mio. Geschäftsreisende.

Transport als größter Kostenblock

Für Transportleistungen bezahlten die österreichischen Unternehmen 1,4 Mrd. EUR. Davon entfielen 930 Mio. EUR auf Flugtickets, die im Durchschnitt rund 410 EUR inklusive Steuern und Abgaben kosteten. Die Kosten pro Autofahrt lagen bei 86 EUR und die Kosten pro Bahnfahrt bei 70 EUR. Mit 45,2% hat der Transport auch den größten Anteil an den Gesamtkosten.

Für Übernachtungen wurde 2015 rund 1 Mrd. EUR ausgegeben. Das sind 31,5% der Gesamtkosten. Auf die klassischen Hotels entfielen dabei rund 65% der 13 Mio. Übernachtungen und auf bezahlte Privatunterkünfte rund 9%. Die durchschnittliche Nächtigungsdauer bei mehrtägigen Reisen stieg von 3,3 auf 3,5 Nächte. Von den 13 Mio. Übernachtungen insgesamt entfielen 8,7 Mio. auf Hotels im Ausland.

„Dieser hohe Anteil in der Höhe von 65% spiegelt die starke Exportorientierung der österreichischen Wirtschaft und ihre starke Verankerung im europäischen Raum wider“, so Hanno Kirsch.

(red)


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Dieter Putz

Autor/in:

Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit knapp 20 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlags-Teams. Fast jedes geschriebene Wort das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.





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