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Lufthansa: Pilotenstreik am Freitag


Lufthansa
Nach gescheiterten Tarifverhandlungen haben die Piloten der Lufthansa für diesen Freitag, 2. September 2022, einen ganztägigen Streik beschlossen.

Die Gewerkschaft "Vereinigung Cockpit" verkündete am späten Mittwochabend einen ganztägigen Arbeitskampf für den morgigen Freitag. Das habe der Vorstand nach intensiven Verhandlungen mit dem Unternehmen und auf Antrag der Tarifkommission beschlossen. Bestreikt werden sollen sämtliche Abflüge aus Deutschland der Kerngesellschaft Lufthansa sowie der Lufthansa Cargo, wie die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) in Frankfurt mitteilte. 

Der 24-stündige Streik dürfte zu massiven Flugausfällen führen und tausende Passagiere betreffen. Die Lufthansa verurteile den Streik und will über die Flugstreichungen im Laufe des Tages informieren.

Verhandlungen scheiterten erneut 

Offizieller Anlass sind die aus Sicht der Gewerkschaft gescheiterten Verhandlungen über einen neuen Gehaltstarifvertrag. Auch eine nachfolgende Sondierungsrunde hinter verschlossenen Türen und ein verbessertes Angebot des Unternehmens aus der vergangenen Woche brachten kein Ergebnis. Zuletzt blieb an diesem Mittwoch ein letzter Verhandlungsversuch ergebnislos. Die "Vereinigung Cockpit" (VC) verlangt nach eigenen Angaben Gehaltssteigerungen von 5,5% im laufenden Jahr und einen automatisierten Inflationsausgleich ab dem kommenden Jahr.

Laut VC haben bei der Urabstimmung in der Lufthansa-Passage 97,6% für den Arbeitskampf gestimmt, bei der kleineren Lufthansa Cargo waren es sogar 99,3%. Die Beteiligung lag laut Gewerkschaft in beiden Flugbetrieben über 93%. Erforderlich war eine Zustimmung von mehr als 70% aller Stimmberechtigten. Bestreikt werden sollen sämtliche Abflüge der Lufthansa und der Lufthansa Cargo aus Deutschland, wie die VC mitteilte. "Um Arbeitskämpfe anzuwenden, muss Lufthansa ein deutlich verbessertes Angebot vorlegen", erklärte VC-Tarifchef Marcel Gröls.

Eurowings-Piloten ebenfalls streikbereit

Die Piloten-Gewerkschaft hat sich auch bei der größten Lufthansa-Tochter Eurowings mit ihren rund 100 Flugzeugen streikbereit gemacht. Laut der am Mittwoch ausgezählten Urabstimmung haben dort 97,9% für einen möglichen Arbeitskampf gestimmt. Allerdings steht dort in der kommenden Woche noch ein Verhandlungstermin aus, so dass für die Eurowings zunächst kein konkreter Streiktermin genannt wurde.

Weiterer Konflikt

Im Hintergrund schwelt zudem ein Konflikt über die künftige Konzernstrategie. Die VC hatte sich in der Vergangenheit die exakte Zahl von 325 Flugzeugen garantieren lassen, die ausschließlich von den rund 5.000 Kapitänen und Ersten Offizieren geflogen werden durften, die dem Konzerntarifvertrag unterlagen. Die Lufthansa hatte unter dem Eindruck der Corona-Krise die entsprechende Vereinbarung aufgekündigt und begonnen, unter dem Kranich-Logo einen neuen Flugbetrieb (AOC) mit niedrigeren Tarifbedingungen aufzubauen. Die neue Airline mit der internen Bezeichnung "Cityline 2" soll im Europa-Verkehr zahlreiche Flüge der bisherigen Kerngesellschaft übernehmen. (APA / red)


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Redakteurin

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.




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