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AUA-Rettung mit 600 Mio. EUR-Finanzpaket


V.l. Alexis von Hoensbroech, CEO Austrian Airlines, Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender Lufthansa, und Peter Thier, Head of Corporate Communications Austrian Airlines
Der Fortbestand der AUA ist dank Finanzhilfe von Staat und Lufthansa gesichert. Im Gegenzug erhält Österreich langfristige Standortzusagen, die an ökologische Auflagen gebunden sind. 

Ein emotionaler Augenblick. In einer Videobotschaft streicht Alexis von Hoensbroech, CEO der Austrian Airlines, gleich zwei historische Momente hervor: Am Montag, 15. Juni, wird die AUA nach dreimonatiger Zwangspause wieder abheben. Heute, Montag, wurde das lang verhandelte Rettungspaket in Höhe von 600 Mio. EUR abgesegnet. Der Fortbestand der AUA ist somit gesichert.

„Dem Neustart begegnen wir mit Dankbarkeit und Demut“, so Alexis von Hoensbroech.

Das Finanzpaket setzt sich aus 150 Mio. EUR Schadensabdeckung durch den österreichischen Staat, aus 150 Mio. EUR Eigenkapitalzuschuss der Lufthansa und aus 300 Mio. EUR Bankkredit, der bis 2026 rückzahlbar ist, zusammen.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa, dankt der Bundesregierung für die Chance, die Lufthansa Gruppe mit der AUA zu erhalten.

„Eine Lufthansa Group ohne AUA wollen und können wir uns nicht vorstellen. Die AUA ist ein elementarer Bestandteil der Multi-Hub-Strategie der Lufthansa Group“, unterstreicht Carsten Spohr.

300 Mio. EUR Krisenbeitrag der Mitarbeiter

Alexis von Hoensbroech betont, dass der Fortbestand nicht nur durch das Finanzpaket gewährleistet ist, sondern auch durch die Beiträge von Mitarbeitern und Lieferanten, die sich jeweils in dreistelliger Millionenhöhe bewegen. Die rund 7.000 Mitarbeiter steuern knapp 300 Mio. EUR bei, indem sie auf Gehälter verzichten.

Der ursprünglich bei der Covid-19-Finanzierungsagentur angemeldete Liquiditätsbedarf in Höhe von 767 Mio. EUR konnte durch den früheren Neustart sowie die vom Management erfolgreich umgesetzten liquiditätserhaltenden Maßnahmen auf 600 Mio. EUR reduziert werden.

Standortzusage mit ökologischen Auflagen

Im Gegenzug erhält die Republik Österreich langfristige, verbindlich abgesicherte Standortzusagen, die an strenge ökologische Auflagen gebunden sind. Als vielzitierte Chance in der Krise sieht Carsten Spohr die Möglichkeit, mit dem Finanzpaket Ökologie und Ökonomie zu verbinden.

  • Die Auflagen mit Fokus auf Nachhaltigkeit umfassen u.a., dass Kurzstreckenflüge auf die Bahn verlagert werden, sofern eine adäquate Infrastruktur bereitsteht und eine direkte Erreichbarkeit deutlich unter drei Stunden nach Wien Flughafen sichergestellt ist. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass alle Bundesländerhauptstädte an ein Lufthansa-Drehkreuz angebunden bleiben.
  • Der innerösterreichische CO2 Ausstoß soll bis 2030 halbiert werden.
  • Austrian Airlines sichert zu, die Treibstoffeffizienz um 1,5% pro Jahr zu steigern und den durchschnittlicher CO2-Ausstoß pro 100 Passagierkilometer über die gesamte Austrian Flotte von 9,55 kg auf 8,5 kg bis 2030 zu reduzieren.
  • Im Vergleich zu 2005 soll der CO2-Ausstoß bis 2030 um 30% reduziert werden.

Zur Aufsicht der Einhaltung aller Auflagen erhält die ÖBAG die Möglichkeit, zwei Personen in den Vorstand der Österreichischen Luftverkehrs-Privatstiftung (ÖLP), dem Mehrheitseigentümer der AUA über die Österreichische Luftverkehrs-Holding, zu entsenden. Eine dieser beiden Personen wird zudem einen Sitz im Aufsichtsrat der Austrian Airlines AG erhalten.

„Ich bin sehr erleichtert und dankbar, dass es uns gemeinsam gelungen ist, Austrian Airlines wieder startklar zu machen“, erklärt Alexis von Hoensbroech.

Rückzahlungen am Laufen

Rückzahlungen für stornierte Flüge seien bereits am Laufen. Man habe mit der Abarbeitung schon begonnen und bitte um Entschuldigung, dass es so lange gedauert habe, so von Hoensbroech. Im Lauf des Nachmittags hatte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger betont, dass sie sich von der AUA nach der Rettung durch das Finanzierungspaket nun "die rasche Rückerstattung bereits geleisteter Zahlungen an Reisebüros und Veranstalter" erwarte. (red.)


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Autor/in:

Herausgeberin / Chefredakteurin

Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach 24 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.





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