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ÖW: Heimischer Tourismus kommt besser durch die Krise als andere Länder


Skifahrer in Rofan am Achensee
Coronabedingte Lockdowns, behördlich verfügte Betretungsverbote, Zugangsbeschränkungen und Einreiseverordnungen bremsen die Reisetätigkeit.

„Auch nach zwei Jahren Pandemie muss man leider sagen: Wir sind noch weit von der Normalität entfernt", sagte die Chefin der Österreich Werbung, Lisa Weddig, in einer Pressekonferenz. Im internationalen Vergleich komme Österreich aber besser durch die Krise als andere Länder.

Der internationalen Konkurrenz geht es der nationalen Tourismusmarketing-Organisation ÖW zufolge „nicht besser, im Gegenteil". 2021 lagen die weltweiten internationalen Gästeankünfte demnach um 72% unter jenen des Vorkrisenjahres 2019. Im Urlaubsland Österreich sei das Minus bei den Ankünften ausländischer Gäste mit 60% moderater ausgefallen.

Nächtigungszahlen fast halbiert

Die Pandemie habe den Tourismus aber „weiter fest im Griff". Die Zahl der gebuchten Nächtigungen brach in Österreich 2021 gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 im Schnitt um 48% auf knapp 80 Mio. ein. Die Hälfte des Geschäfts war weg. Besonders schlecht geht es der Stadthotellerie und der Kongressbranche. Die beiden Pandemiesommer - 2020 und 2021 - verliefen dank der stark gebuchten Ferienhotellerie sogar relativ erfreulich. „Wenn wir die letzten beiden Jahre betrachten, waren wir in beiden Sommern deutlich stärker als der weltweite Schnitt - der August 2021 war mit 20,8 Mio. Nächtigungen sogar der beste August aller Zeiten", betonte die ÖW-Geschäftsführerin am Donnerstag in Wien. Die wiederkehrenden Lockdown-Phasen hätten freilich das Gesamtergebnis deutlich ins Minus gedrückt.

Holpriger Start in den Winter

Um die laufende Wintersaison 2021/22 kämpft die Tourismusbranche noch. Die in Normaljahren für die Winterbuchungen besonders starken Semesterferien im Februar und zum Teil im März könnten noch einiges wiedergutmachen. Der Start war holprig: Auf den verspäteten Start durch den November-Lockdown folgten die beginnende Omikron-Welle und die damit verbundenen Reisebeschränkungen für die wichtigen Wintermärkte Niederlande und Großbritannien. „Trotz der widrigen Umstände haben wir im Dezember 50% der Nächtigungen im Vergleich zum Vorkrisenniveau erreicht", berichtete Weddig.

Der Jänner war schwach. Doch „wichtige Indikatoren zeigen einen Aufwärtstrend", so die ÖW. In den vergangenen beiden Wochen habe sich die Buchungslage deutlich gebessert. Speziell aus Großbritannien und den Niederlanden gebe es seit dem Wegfall der Einstufung als Virusvariantengebieten eine gestiegene Nachfrage.

Potenzial vorhanden

Und auch die für den heimischen Tourismus so wichtigen Deutschen liebäugeln einer aktuellen ÖW-Umfrage zufolge mit einem Urlaub in Österreich. 54% der Befragten Nachbarn „planen bzw. erwägen" diesen Winter noch zu verreisen. Österreich komme dabei für 43% der Befragten als Reiseziel infrage.

„Die Interessenten für Winterurlaub in Österreich wollen und werden kommen, wenn dies möglich ist", glaubt die ÖW-Chefin. „Wenn keine neuen pandemiebedingten Reisebeschränkungen dazwischenkommen, hat der restliche Winter noch einiges an Potenzial, wobei wir heuer noch mehr kurzfristige Buchungen als in normalen Jahren sehen dürften."

Kongress- und Städtetourismus mit größten Verlusten

Der anhaltende Ausfall der Fernmärkte sorgt laut ÖW aber dafür, dass der Städtetourismus und die Tagungsindustrie die stärksten pandemiebedingten Einbußen verzeichnen. Die seien auch die Sektoren, die am längsten benötigen würden, um an das Vorkrisenniveau anzuschließen. „Die Erholung des Tourismus ist kein kurzfristiges Projekt, sondern wird uns noch die kommenden Jahre beschäftigen", ist Weddig überzeugt.

Für den kommenden Sommer seien die Vorzeichen gut. „Österreich ist der ideale Ort für eine Auszeit und das sehen wir schon jetzt in den steigenden Buchungsanfragen für den Sommer 2022." (APA/red)


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Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit über 20 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlags-Teams. Fast jedes geschriebene Wort das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.





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