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Leserbrief - Chillireisen: Wut und null Mut

Ärger und Frust sind weiterhin groß in der Reisebranche – viele, vor allem Reisebüros, fühlen sich immer noch von der Politik vergessen. Ein Leserbrief. 

Die brisante finanzielle Lage der Reisebüros durch Stornos, Rückzahlungen, Rückbuchungen der Provisionen sowie jede Menge Unklarheiten über finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten hält auch nach den Grenzöffnungen an. Viele Kunden würden es bis dato nicht wagen zu fliegen. Auch erdgebundene Reisen werden laufend storniert. Zahlreiche LeserInnen drücken ihre Sorgen und ihren Ärger in offenen Briefen aus, um sich Gehör zu verschaffen und auf die anhaltenden Vertröstungen von Seiten der Politik aufmerksam zu machen.

Hier ein Schreiben von Christine Lang, ChilliReisen in Schwarzach. 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Anfang Mai machte ich schon in meinem Brief „viel WUT und kaum MUT“ kund, dass bei den möglichen Hilfspaketen die Reisebüros gänzlich vergessen wurde und noch immer wird.

Die lapidaren Vertröstungen, dass in Bälde ein Paket dazu ausgehandelt wird, haben sich auch nach der letzten Klausur wieder stillschweigend in Luft aufgelöst. 4 Wochen Ausfall im Handel, 9 Wochen in der Tagesgastronomie und nun die 16.WOCHE in Reisebüros, nur mit arbeitsintensiven Stornos und null Einkommen konfrontiert.

Allen Reiseerleichterungen zum Trotz wagen es bis dato keine Kunden zu fliegen. Sogar Kroatien - Badereisen werden auf Grund der möglich neuerlichen Virusausbrüche noch laufend storniert. Es überwiegt verständlicherweise die Sicherheit bei Reisen im eigenen Land. Die aber bucht der Kunde kurzfristig selbst in Hotels etc. Darum hilft uns auch die gut gemeinte, neuerdings laufende Werbekampagne „ … Infos im Reisebüro“ in den Medien kaum. Vermehrt kommen dadurch nun auch „Fremdbucher“, um sich Infos und Rat für Internetbuchungen kostenfrei abzuholen.

Die Haftungszusage hilft zwar, das Reisebüro mit einem Kredit am Laufen zu halten, die Rückzahlung dafür ist aber bei der heurigen Buchungslage nie und nimmer zu stemmen. Es bedarf dringlich eines zielgerechten, finanziellen Zuschusses (neben Haftung u. Fixkosten- Zuschuss), welcher nicht zurückzuzahlen ist.

Wir möchten gerne „überleben“ und einen neuen Aufschwung mittragen, aber wenn dazu keine Mittel kommen, werden bei zu vielen Reisebüros die Lichter ausgehen.

Mit sorgenvollen Grüßen,

Christine Lang, CHILLIreisen, Schwarzach

(red) 


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Foto: privat

Autor/in:

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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