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ECTAA fordert EU-Rettungspaket ein


Foto: Ralph Gillen / shutterstock.com
Im Vorfeld des informellen Treffens der Tourismusminister fordert die ECTAA die europäischen Staats- und Regierungschefs auf, ein umfassenderes Rettungspaket, eine koordinierte Covid-19-Ausstiegsstrategie und einen ehrgeizigen Aufbauplan für Reisen und Tourismus auszuarbeiten.

Laut dem europäischen Verband der Reisebüros und Reiseveranstalter (ECTAA) ist es an der Zeit, koordinierte Maßnahmen zu ergreifen, da 80% der Touristen in Europa aus EU-internen Quellmärkten stammen. Reisen und Tourismus seien der am stärksten betroffene Sektor. Er sei der erste, der betroffen war, und einer der letzten, der mit der schrittweisen Aufhebung der Reisebeschränkungen aus der Covid-19-Krise herauskomme. Der Weg sei lang und schwierig, und finanzielle Unterstützungsmaßnahmen wären der Schlüssel zum Überleben der Branche. Bisher seien es jedoch nur wenige, und die Hilfe habe die Unternehmen noch nicht erreicht, so der Verband in einer Aussendung.

"Wir brauchen mehr finanzielles Engagement der Mitgliedstaaten für diese wichtige Branche, die mehr als 10% des BIP der EU ausmacht und 12 Mio. Arbeitsplätze bietet", sagte Pawel Niewiadomski, Präsident der ECTAA.

Marshall-Plan für Tourismus

Der Verband sei der festen Überzeugung, dass der Tourismus muss fest im Marshall-Aufbauplan verankert sein, den Kommissionspräsident von der Leyen angekündigt hat. Die Tourismusminister sollen mit der Europäischen Kommission zusammenarbeiten und sich koordinieren, um herauszufinden, wie ein solcher Aufbauplan auf nationaler Ebene am besten umgesetzt werden könne, damit der Sektor wieder abheben und den Übergang zu einem nachhaltigeren, digitaleren und innovativeren Tourismus vollziehen kann.

Gutscheine ins Gespräch bringen

"Dies sollte jedoch die Tourismusminister nicht daran hindern, der Kommission die Frage der Gutscheine vorzulegen", fügte Niewiadomski hinzu. „Während Reiseveranstalter ihre Kunden erstatten möchten, gibt es kein Bargeld mehr im System. Es erfordert eine pragmatische Lösung, die Reiseveranstaltern hilft, die Liquiditätskrise zu überwinden, ohne den Verbraucherschutz außer Acht zu lassen.“

ECTAA und viele andere Interessengruppen würden eine vorübergehende Aufhebung der europäischen Gesetzgebung fordern, um Gutscheine anstelle von Rückerstattungen anzubieten. Diese sollen flexibel sind, am Ende der Laufzeit erstattet werden und gegen die Insolvenz des Reiseunternehmens abgesichert sein.

Regeln für alle

Während sich die Branche verpflichtet, den Verbrauchern zu garantieren, dass sie reisen können, sobald die Reisebeschränkungen aufgehoben werden, fordert die ECTAA die europäischen Staats- und Regierungschefs auf, einen gemeinsamen Ansatz hinsichtlich der schrittweisen Aufhebung des Lock-down und der Bedingungen für die Wiederaufnahme des Reisens und des Tourismus zu verfolgen. Die Industrie könnte gemeinsame Richtlinien zu Themen wie der Achtung der Regeln für social-distancing und Hygiene entwickeln; unterschiedliche Regeln in verschiedenen Ländern müssten vermieden werden, heißt es weiter. Niewiadomski schloss: „Wir befinden uns in einer beispiellosen Krise. Wir müssen über den Tellerrand hinaus denken. Wir brauchen Maßnahmen und wir brauchen sie jetzt. Andernfalls werden viele Akteure im Tourismus verschwinden und der europäische Tourismus wird schrumpfen. Davon hat niemand einen Nutzen.“ (red)


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Dieter Putz

Autor/in:

Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit knapp 20 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlags-Teams. Fast jedes geschriebene Wort das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.





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