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NDC: Ticketverkauf im Wandel


Hockarätige Keynotespeaker beim NDC-Summit in Wien
Drei Buchstaben stellen den Reisevertrieb derzeit auf den Kopf: NDC. Die Abkürzung steht für New Distribution Capability und somit für einen Datenstandard, auf den vor allem Airlines für den Verkauf ihrer Produkte setzen.

Was das für weitere Akteure wie Reisebüros oder Business-Kunden bedeutet, darüber haben auf dem „Distribution Summit“ von Lufthansa City Center International (LCCI) in Wien wichtige Player der Travel-Industrie diskutiert. Das Ergebnis: Auch für Reisebüros führt an NDC kein Weg vorbei. Der Datenstandard bietet vielfältige Chancen für eine flexiblere Kundenansprache. Als Herausforderung wurde im neuen Novotel Wien Hauptbahnhof formuliert, eine Plattform zu finden, auf der trotz der Veränderungen die meisten Angebote wieder buchbar sind. LCCI geht hier mit der Eigenentwicklung Lucy ins Rennen.

Der Umbruch kommt

Der Umbruch im Reisevertrieb sei nicht mehr aufzuhalten: Airlines, Hoteliers oder Autovermieter würden zunehmend an bisherigen Vertriebstechnologien vorbei auf neue Direktanbindungen setzen. Nicht mehr zeitgemäße IT-Lösungen der GDS hätten dazu geführt, dass unter anderem mit NDC ein mit dem Internet kompatibler Standard entwickelt wurde. Für Urlaubs- und Geschäftsreisekunden sei diese Entwicklung zum jetzigen Zeitpunkt nicht immer vorteilhaft, müssen sie verfügbaren Content mühevoll von verschiedenen Plattformen zusammensuchen, so der Ansatz von Lufthansa City Center International, eines der größten unabhängigen Franchise-Systems im Reisemarkt mit mehr als 570 Büros in etwa 90 Ländern und einem Gesamtumsatz von rund 5,2 Milliarden EUR, im Vorfeld der Veranstaltung in Wien, wo rund 150 Teilnehmer aus 33 Ländern die Aufgabenstellung diskutierten.

Hochkarätige Runde

Als Keynotespeaker begrüßte LCCI-Geschäftsführer Uwe Müller unter anderem David Rutnam, bei der IATA für NDC zuständig. Weitere Redner waren Marcus H. Frank, Vice President Revenue Management Lufthansa Group Hub Airlines und Bernhard Brauneder, General Manager bei Amadeus. Außerdem sprachen Keith Wallis von Air Canada, Alon Meisels, CEO und Gründer von Atriis Technologies, Michel de Blust vom europäischen Branchenverband ECTAA sowie Felix Shpilman, CEO der Bettenbank Ratehawk.

NDC bietet neue Möglichkeiten

Alle Keynotespeaker waren sich einig, dass NDC aufgrund differenzierter Produkt- und Preisdarstellungen völlig neue Vermarktungsmöglichkeiten bietet. Transparent verdeutlichten die anwesenden Airline-Vertreter die Vorteile einer entwickelten modernen Vertriebslandschaft – auch für Reisebüros.

„Kundenwünsche ändern sich. Daher brauchen wir die neuen Technologien“, sagte Marcus H. Frank.

Ein vielfältiger Content biete sowohl vielfältigere Verkaufsmöglichkeiten als auch Chancen, Kunden noch individueller zu betreuen und zu beraten. Der globale Reisemarkt wachse kontinuierlich, erläutert Uwe Müller. Es müsse den gelingen, sich von diesem Wachstumskuchen wieder ein größeres Stück abzuschneiden. Das funktioniere nur, wenn man sich an die Spitze der Bewegung setze und die Möglichkeiten neuer Techniken voll ausschöpfe.

Lucy vereint beide Welten

Müller warb in diesem Zusammenhang insbesondere für die LCCI-eigene Vertriebsplattform Lucy. Die auf einem System von Atriis aus Israel basierende Reisebürotechnik vereint die alte GDS-Welt mit NDC-Tarifen von Airlines, schafft aber auch Direktverbindungen zum Beispiel zu Hotelbettenbanken oder Produkten von Mietwagenanbietern. Die Einbindung weiterer Leistungsträger steht an.

„Das macht es uns möglich, unabhängig im Reisebüro passende, auf Kundenwünschen basierende Angebote zu wählen“, so Müller.

Lucy sei nur eine Plattform, die die LCC Group für den internationalen Markt anbietet. In Deutschland würden die Reisebüros aufgrund völlig anderer Rahmenbedingungen auf BridgeIT als eine weitere Eigenentwicklung setzen. Mit beiden Systemen habe die LCC Group die Vorreiterrolle übernommen und es sei es LCC damit gelungen, für Reisebüropartner Direkt-Angebote von Leistungsträgern an einem digitalen Ort zusammenzuführen, heißt es in der Presseaussendung zu dem Summit. Die Plattform für die internationalen Märkte wird von LCCI in den Kategorien Lucy full enterprise, Lucy light plus und Lucy light angeboten sowie als Online-Buchungsmaschine. Lucy kann an Midoco angebunden werden, weitere Schnittstellen zu Mid- und Backoffice-Systemen sind in Vorbereitung, um den Workflow zu vereinfachen.

Im Nachgang zu dem Summit werde LCCI das Trainings- und Support-Programm für Lucy ausbauen, um so eine noch bessere Akzeptanz bei Reisebüropartnern zu erreichen. (red)


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Dieter Putz

Autor/in:

Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit knapp 20 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlags-Teams. Fast jedes geschriebene Wort das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.




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18 August 2019


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