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Aus NIKI wird Vueling

Der spanische Billigflieger Vueling - der wie British Airways und Iberia zum britisch-spanischen Luftfahrtkonzern IAG (International Airline Group) gehört – übernimmt zu großen Teilen NIKI.

Die IAG bestätigte, dass sie die österreichische ehemalige Air Berlin-Tochter für 36,5 Mio. EUR übernehmen werde. Bis Ende Februar soll Verkauf vollzogen sein. Vueling übernimmt auch die Markenrechte von NIKI. Von den 36,5 Mio. EUR gehen 20 Mio. EUR an die Gläubiger von NIKI, 16,5 Mio. EUR bekommt die Fluggesellschaft selbst als Finanzspritze. Der neue Eigentümer bekommt dafür 15 Airbus-A320-Maschinen sowie Landerechte an den Flughäfen Wien, Düsseldorf, München, Palma de Mallorca und Zürich.

Gute Chancen für Mitarbeiter

NIKI-Betriebsratschef Stefan Tankovits sieht den Verkauf an IAG sehr positiv:

"Unter den Umständen war es die beste Lösung. Jetzt haben wir die Information, dass es für 750 Mitarbeiter von 1.000 auf jeden Fall weitergeht, wir werden da auch langfristig mehr Perspektiven haben", sagte Tankovits am Samstag im Ö1-"Morgenjournal.

Die große Frage sei nun, ob die Arbeitsplätze auch in Österreich bleiben. In Vorgesprächen habe sich IAG zu Österreich bekannt. Tankovits sehe für die Bodenmitarbeiter gute Chancen. Was das fliegende Personal betreffe, würden die Standorte weiterhin in Deutschland wie auch in Österreich sein. Das müsse geklärt werden, ebenso ob es einen Betriebsübergang geben werde. Die Gehälter würden laut Zusage bis Ende Februar gezahlt. Tankovits gehe davon aus, dass NIKI nicht vor März wieder fliegt. Davor müssten die IT-Verkaufssysteme umgestellt werden.

Befürchtungen von Airline-Gründer Niki Lauda in Richtung Zerschlagung oder Bankrott der Fluglinie teilte der Betriebsratschef nicht.

"Diese Behauptungen waren absolut substanzlos. Wie man sieht, ist das Konzept, das Geschäft so gut, so integrativ wie möglich zu erhalten", so Tankovits.

Das Angebot von IAG sei das beste Angebot gewesen - was den Kaufpreis für die Gläubiger betrifft als auch für die Mitarbeiter, betonte Tankovits.

Riese IAG

IAG mit gut 100 Mio. Passagieren, 270 Zielen weltweit und 2,5 Mrd. EUR Gewinn sei jedenfalls ein zuverlässiger und potenter Investor, kommentiert der deutsche Luftfahrt-Experte Cord Schellenberg in der „Berliner Morgenpost“ das Engagement von IAG.

Vueling ist IAG-konzernintern die Low-Cost-Alternative zur spanischen Iberia. Beide operieren ähnlich wie die AUA-Mutter Lufthansa mit ihrer Billigtochter Eurowings: Iberia zielt stark auf Geschäftsreisende ab und fliegt Langstrecken, Vueling fliegt europäische Strecken und Ferienziele. Mit einem Kauf von NIKI könnte Vueling in diesem Segment zulegen. Wobei die IAG mit NIKI ihre Flexibilität erhöhen werde, sagt Schellenberg. Auch für Österreich hab diese Lösung seiner Ansicht nach Charme.

"Denn man hat damit zwei starke Investoren in Wien: Die Lufthansa bei der AUA und IAG für NIKI, wie immer das dann ausgeformt ist. Und man hat neben Easyjet und Eurowings ein weiteres Low-Cost-Standbein", so der Experte zu der Zeitung. 

Auch wenn der Investor anfangs den Betrieb massiv bezuschussen müsse, geht Schellenberg davon aus, dass auch die Konsumenten profitieren. (APA/red)


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Dieter Putz

Autor/in:

Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit knapp 20 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlags-Teams. Fast jedes geschriebene Wort das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.




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14 November 2019


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