Lufthansa hält 2026 doch Gewinnrückgang für möglich


Lufthansa Group
Der Iran-Krieg und das teure Kerosin drohen auch die Gewinnpläne der deutschen AUA-Muttergesellschaft Lufthansa zu durchkreuzen. Vorstandschef Carsten Spohr hält für 2026 jetzt doch einen Gewinnrückgang für möglich.

Höhere Ticketpreise hätten den starken Anstieg der Treibstoffpreise bisher nicht ausgleichen können, so der Lufthansa-Manager am Dienstag in Frankfurt. Zudem buchten die Kunden deutlich kurzfristiger, und die Kerosinpreise schwankten stark. Im zweiten Quartal brach der Gewinn noch stärker ein als gedacht. Spohr stimmt Aktionäre auf möglichen Gewinnrückgang ein.

Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) dürfte 1,7 bis 2,2 Mrd. EUR erreichen, teilte der Lufthansa-Konzern bei der Vorlage der Quartalszahlen mit. Bisher hatte Spohr den Vorjahreswert von 1,96 Mrd. EUR  trotz der immens gestiegenen Treibstoffkosten infolge des Kriegs "deutlich" übertreffen wollen. Doch im zweiten Quartal kamen die Folgen des Iran-Kriegs und die Streiks vom April die Lufthansa teuer zu stehen. Obwohl der Umsatz im Jahresvergleich um acht Prozent auf 11,1 Mrd. EUR stieg, sackte der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes EBIT) um 56% auf 383 Mio. EUR ab. Der Überschuss brach auch wegen eines positiven Steuereffekts aus dem Vorjahr und aktueller Belastungen sogar um 88 Prozent auf 123 Mio. EUR ein. Damit verdiente die Lufthansa noch weniger als von Analysten im Schnitt erwartet.

Enorme Mehrkosten 

Während die Frachttochter Lufthansa Cargo und die Wartungssparte Lufthansa Technik ihre bereinigten operativen Gewinne steigern konnten, schlugen die hohen Treibstoffpreise und die Streiks im Passagiergeschäft durch. Zudem hatte der Konzern sein Flugangebot mit dem plötzlichen Betriebsende seiner Regionaltochter Lufthansa Cityline spürbar verringert. Konzernweit sank die Zahl der Fluggäste auch deshalb um 4% auf 35,6 Mio. Zugleich schlug der Treibstoff bei den Netzwerk-Airlines Lufthansa, Swiss, Austrian, Brussels und Ita mehr als 600 Mio. EUR teurer zu Buche als im Vorjahr. Im gesamten Konzern waren es sogar rund 750 Mio. EUR mehr. Zwar konnte die Lufthansa vor allem auf den Asien-Strecken deutlich höhere Ticketpreise durchsetzen. Dennoch konnte sie die Mehrkosten insgesamt damit nicht decken.

Eurowings in der Verlustzone

Insgesamt flogen die Netzwerk-Airlines im zweiten Quartal einen bereinigten operativen Gewinn von 137 Mio. Euro ein, fast eine halbe Milliarde weniger als ein Jahr zuvor. Die Punkt-zu-Punkt-Airlines wie Eurowings sackten wegen Belastungen bei dem Ableger Sunexpress sogar mit 37 Mio. EUR in die Verlustzone. Unterdessen verabschiedete sich der Vorstand von seinen Plänen, das Flugangebot in diesem Jahr auszuweiten. Anfang des Jahres war er noch von einer Steigerung um 4% ausgegangen. Anfang Mai sollten es noch bis zu 2% sein. Kleinere Lichtblicke erkennt das Management bei den Kerosinpreisen. Trotz anhaltender Schwankungen sollen die Treibstoffkosten jetzt nur auf 8,7 Mrd. EUR steigen, 200 Mio. EUR weniger als im Mai erwartet. (APA/red)


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Autor/in:

Freie Journalistin

Christiane Reitshammer war von 2003 bis 2012 fix im Team als Redakteurin und Chefin vom Dienst. Als freie Journalistin ist sie nicht nur gerne für „tip“ und „reisetipps“ unterwegs, sondern unterstützt auch regelmäßig die Redaktion im Print, online und in den Sozialen Medien.





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