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Halbjahresergebnis: Krise im Nahen Osten trifft Austrian Airlines hart
Die Nachfrage nach Flügen und die Reisefreudigkeit der Österreicher:innen sind hoch – die Auswirkungen der Krise im Nahen und Mittleren Osten hat Austrian Airlines im ersten Halbjahr 2026 jedoch finanziell schwer beeinträchtigt.
Das adjusted EBIT der Airline lag für diesen Zeitraum bei -93 Mio. EUR – ein Rückgang um -50 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie CEO Annette Mann und COO Stefan-Kenan Scheib bei einem Pressegespräch heute, Dienstag, mitteilte. „Wir sind aber auf einem guten Kurs, das abzufedern. Wir haben intern eine Reihe von Maßnahmen getroffen, um die wirtschaftlichen Schäden kurzfristig so gut wie möglich abzumildern, halten aber ausdrücklich an unseren langfristigen Investitionen fest“, so Mann. Endgültig streichen wird die Fluggesellschaft mit dem Winterflugplan die AUA-Verbindung zwischen Wien und Graz, gestrichen werden auch mehrere Nightstops. Die Erneuerung der Flotte gehe wie geplant weiter, ebenso die Vorbereitungen für die Erweiterung der Premium Economy Class ab nächstem Winter sowie die Arbeiten an den neuen Loungeflächen in Wien. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das AUA-Management weiter mit schwarzen Zahlen - dank der "teilweisen Weitergabe der höheren Kosten und der eigenen, internen Kraftanstrengung".
Erhebliche Ergbnisausfälle
Trotz umfassendem Hedging liegen laut AUA allein die Kosten für Treibstoff für das erste Halbjahr 2026 um mehr als 60 Mio. EUR über dem Vergleichswert aus dem Vorjahr. Zusätzlich hätten Streckenstreichungen fünf wichtiger Verbindungen zu erheblichen Ergebnisausfällen geführt. „Der Irankrieg hat uns durch die teils extrem gestiegenen Kerosinkosten sowie die notwendigen Streckenstreichungen enorm getroffen. Höhere Ticketpreise konnten bis Juni nur einen Teil der finanziellen Auswirkungen kompensieren.
Wien-Graz vor dem Aus
Beispiele für diese internen Maßnahmen seien Anpassungen des Projektportfolios sowie verstärkte Effizienzsteigerungen im administrativen Bereich. Austrian Airlines passt außerdem das Angebot im Winterflugplan an. So wird die Verbindung zwischen Wien und Graz ab dem Winterflugplan eingestellt. Graz bleibe dennoch weiterhin sehr gut durch mehrmals tägliche Flugverbindungen – in Summe 46 pro Woche – zu den Drehkreuzen in Frankfurt, München und Zürich an das Streckennetz der gesamten Lufthansa Group angebunden, wie Mann betont. Punktuell werde auf den Verbindungen nach Frankfurt und München im Winterflugplan auch größeres Fluggerät eingesetzt, nach Zürich gebe es um zwei Verbindungen pro Woche mehr als im Winterflugplan 2025/26.
Für die Standorte Klagenfurt und Innsbruck habe man für diesen Winter "noch einmal Lösungen finden" können. Die AUA entscheide momentan von "Flugplan- zu Flugplanperiode". Vorläufig (saisonal) pausiert werden außerdem Verbindungen nach Tiflis, Keflavik und Porto. Schließlich werden auch mehrere Nightstops aus dem Programm genommen, dies betrifft Klagenfurt, Kopenhagen, Warschau und Krakau.
Halbjahresergebnis im Detail
Von Jänner bis inklusive Juni 2026 erhöhte sich der Umsatz von Austrian Airlines um 4% von 1,12 Mrd. EUR auf 1,22 Mrd. EUR. Das Angebot an Sitzkilometern blieb annähernd konstant bei 13,53 Milliarden (+0%). Der Austrian Airlines Flugplan wurde im ersten Halbjahr 2026 zu 98,8% regulär abgeflogen (minus 0,5 Prozentpunkte). Mit der Auslastung ist Annette Mann aufgrund der „enormen Nachfrage“ sehr zufrieden. So konnte auch die Auslastung der Verbindungen in den ersten sechs Monaten von 77,2 auf 80,6% um 3,5 Prozentpunkte erhöht werden. Die Passagierzahlen stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6% auf 6,96 Millionen an. Die Verteilung der frei gewordenen Kapazitäten aufgrund der temporären Aussetzung der Verbindungen in den Nahen und Mittleren Osten in den Sommermonaten zu stark nachgefragten Destinationen in Europa wie auch die Neuaufnahme von sieben Destinationen im Sommerflugplan habe Wirkung gezeigt.
Einmal mehr betont wurde „die Bedeutung einer tragfähigen und langfristigen Luftfahrtstrategie (Stichwort Flugabgabe) für den Standort Österreich“. Die Gespräche mit allen Stakeholdern dazu liefen aktuell konstruktiv, und so hoffe man auf konkrete Verbesserungen bis Ende des Jahres.
Investitionen in die Zukunft
Die Erneuerung der Flotte gehe wie geplant weiter. Heuer werden noch zwei weitere Langstreckenflugzeuge Boeing 787-9 „Dreamliner“ in der Austrian Flotte erwartet. In Summe sein dann bereits fünf Dreamliner im Einsatz. Im Herbst werde außerdem ein weiterer fabrikneuer Airbus A320neo die Kurz- und Mittelstreckenflotte ergänzen und erstmals mit Starlink abheben. Parallel dazu laufe die Ausflottung der Embraer-Maschinen, vier von insgesamt 17 Flugzeugen haben die Flotte heuer bereits verlassen. „Die aktuelle Krise zeigt einmal mehr, wie wichtig dies ist, um wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben“, betont Austrian Airlines COO Stefan-Kenan Scheib. (red)
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Autor/in:
Christiane Reitshammer
Freie Journalistin
Christiane Reitshammer war von 2003 bis 2012 fix im Team als Redakteurin und Chefin vom Dienst. Als freie Journalistin ist sie nicht nur gerne für „tip“ und „reisetipps“ unterwegs, sondern unterstützt auch regelmäßig die Redaktion im Print, online und in den Sozialen Medien.
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