AÖV: Einstellung von Graz–Wien ist "Warnsignal"


Wolfgang Grimus, Vizepräsident der AÖV und Geschäftsführer des Graz Airport und Mag. Julian Jäger, Präsident der AÖV und Vorstand der Flughafen Wien AG
Alarmiert zeigt sich die Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen (AÖV) nach der Bekanntgabe von Austrian Airlines, die Flugverbindung Wien-Graz einzustellen: Österreich verliere an Wettbewerbsfähigkeit.

Die angekündigte Einstellung der Flugverbindung Graz–Wien durch Austrian Airlines ist aus Sicht der AÖV "Teil einer Entwicklung, die den Luftfahrtstandort Österreich schon seit längerer Zeit prägt." Seit Anfang 2025 seien u. a. die Lufthansa-Verbindung Innsbruck–Frankfurt und die Ryanair-Verbindung Linz–London eingestellt worden. Wizz Air habe sich aus Salzburg und Wien zurückgezogen, Ryanair ihr Streckennetz in Wien und Klagenfurt reduziert. Nun falle auch die Verbindung Graz–Wien weg, die Verbindung Klagenfurt–Wien werde reduziert. Österreich verliere Schritt für Schritt an Konnektivität und damit an Wettbewerbsfähigkeit.

„Während viele europäische Standorte erfolgreich um neue Verbindungen und zusätzliche Kapazitäten werben und das Passagieraufkommen europaweit wächst, diskutieren wir in Österreich über sinkende Passagierzahlen und den Verlust bestehender Strecken", so Julian Jäger, Präsident der AÖV und Vorstand der Flughafen Wien AG. "Der Wegfall der Flugverbindung Graz–Wien steht exemplarisch für eine breitere Entwicklung: Österreich verliert schrittweise an Konnektivität und internationaler Erreichbarkeit. Der Flugverkehr verschwindet aber nicht, er findet nur woanders statt. Weil die steuerlichen Rahmenbedingungen andernorts attraktiver sind, verlagern sich Kapazitäten, Arbeitsplätze und touristische Nachfrage in andere europäische Länder."

Breite Initiative gefordert

Die vom Verkehrsministerium (BMIMI) angekündigte Entlastung der Luftfahrt sei ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung und ein positives Signal. Sie werde jedoch bei weitem nicht ausreichen, so Jäger. "Was es jetzt braucht, ist eine breite Initiative für den Luftfahrtstandort Österreich mit einem umfassenden Maßnahmenpaket, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Dazu gehört vordringlich die Abschaffung oder zumindest eine spürbare Senkung der nationalen Flugabgabe. Wenn wir jetzt nicht konsequent gegensteuern, droht aus dem Verlust einzelner Verbindungen ein dauerhafter Nachteil für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Österreich zu werden.“

Wolfgang Grimus, Vizepräsident der AÖV und Geschäftsführer des Graz Airport, ergänzt: „Gerade für exportorientierte Regionen wie die Steiermark sind verlässliche Flugverbindungen ein entscheidender Standortfaktor. Die Verbindung Graz–Wien war für viele Unternehmen ein essenzieller Bestandteil ihrer internationalen Geschäftsbeziehungen." Gehen solche Verbindungen verloren, koste das Zeit und möglicherweise die nächsten Aufträge. "Deshalb brauchen speziell auch die österreichischen Regionalflughäfen Rahmenbedingungen, unter denen Airlines sowohl wichtige Zubringerstrecken als auch Point-to-Point Destinationen langfristig wirtschaftlich betreiben können. Verbindungen zu verlieren geht schnell, sie wieder zurückzuholen oder neue Flugziele zu akquirieren dauert oft viele Jahre“, so Grimus. (red)


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Autor/in:

Freie Journalistin

Christiane Reitshammer war von 2003 bis 2012 fix im Team als Redakteurin und Chefin vom Dienst. Als freie Journalistin ist sie nicht nur gerne für „tip“ und „reisetipps“ unterwegs, sondern unterstützt auch regelmäßig die Redaktion im Print, online und in den Sozialen Medien.





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