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Offene Briefe an die Regierung: Forderung nach Lockdown-Ende


Foto: Boris Rabtsevich / shutterstock.com
Die österreichischen Betriebe fordern ein Lockdown-Ende mit 12. Dezember für alle Branchen. Der insgesamt fünfte "offener Brief" binnen sechs Tagen kommt von der WKÖ und fordert: "Wenden wir uns gegen den Stillstand, unter dem wir alle leiden!"

"Zuerst eine ganze Branche in einen 20-tägigen Lockdown schicken und dann, kaum dass der angekündigte Öffnungstermin näher rückt, die Verlängerung vorbereiten? Hat das Vertrauen in die Politik nicht genug gelitten?", versteht ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer nicht, dass die neue Regierung überhaupt überlegt, die Öffnung der Hotels zu verschieben. 
Und auch die Wirtschaftskammer (WKÖ) hat nun einen offenen Brief an die Bundesregierung geschrieben. In dem am Montag veröffentlichten Schreiben verlangt sie, dass alle Branchen nächste Woche wieder öffnen dürfen und der Corona-Lockdown planmäßig am 12. Dezember zu Ende geht. Die Regierung will am Mittwoch beraten. Aufgrund der nach wie vor angespannten Situation in den Spitälern stehen stufenweise Lockerungen und strenge Regeln fürs Aufsperren im Raum.

5 Briefe - 1 Forderung 

Es sei der bereits fünfte "offene Brief" binnen sechs Tagen, den Touristiker im ganzen Land verfasst haben, denn in der "Branche brodelt es". So haben sich auch die Hoteliervereinigung (ÖHV) und Tourismus-Vertreter in Kärnten und Obertauern bereits an die Regierung gewandt. In Tirol schrieben 14 Tourismusverbände und rund 70 Betriebe gemeinsam Post nach Wien. 

Besonders der ÖHV appelliert dabei an die neue Regierung: "Nicht die Fehler der alten wiederholen". Das Vertrauen in die Politik werde weiter leiden, wenn Hotels und ihre Beschäftigten, ganze Regionen und Unternehmen, die von den Ausgaben der Hotels und ihrer Gäste leben, erneut eine Fehlentscheidung ausbaden müssen: „Nur weil die letzte Regierung den Sommer verschlafen hat, kann uns die neue nicht gleich nach ihrem Antritt wieder in einen Winterschlaf zwingen! Das würde niemand verstehen“, drängt sie auf eine Neuausrichtung der Covid-Strategie mit Lösungen, die die Menschen abholen. 

Forderung der Betriebe

Die Branche hätte kein Verständnis, wenn am 12. Dezember nicht geöffnet werden darf, obwohl die Infektionen stärker zurückgehen als selbst in den optimistischsten Prognosen: „Warum sperren wir überhaupt als einziges Land die Hotels? In allen anderen Ländern findet die Freizeit in kontrollierter Umgebung statt. Dort war der Anstieg der Infektionen deutlich niedriger“, wünscht sie sich von der neuen Regierung faktenbasierte Entscheidungen: „Die Hotels sind sicher. Riskant ist, Geimpfte und Genesene mit Corona-Leugnern in den unkontrollierten Bereich zu drängen. Schluss damit! Ermöglichen Sie Hotels die Öffnung für 2G, anstatt Menschen weiter in den unkontrollierten Bereich zu drängen! Die Profis haben die Sicherheitsmaßnahmen im kleinen Finger.“

In dem neuen Brief fordern die Wirtschaftskammerfunktionäre aus den Sparten Gastronomie, Hotellerie und Freizeitwirtschaft die Politiker auf: "Sagen wir 'Ja' zu unserem Tourismusland!". Und weiter: "Wenden wir uns gegen den Stillstand, unter dem wir alle leiden!" Neben der gesundheitlichen Verantwortung gehe es auch um eine wirtschaftliche und soziale Verantwortung.

Der Brief wird auch von Wirtschaftskammer-Präsidenten Harald Mahrer unterstützt. Mahrer hatte bereits vergangenen Donnerstag in einer Pressekonferenz zu einem Rundumschlag gegen die heimische Politik ausgeholt und gemeint, die Menschen hätten kein Verständnis mehr für die Maßnahmen. Er sagte auch, dass er nicht von vielen Triage-Entscheidungen gehört habe. (APA / red) 


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Foto: privat

Autor/in:

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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