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TUI: Deutscher Staat darf Aktionär werden


Foto: Bartolomiej Pietrzyk / shutterstock.com
Der deutsche Staat kann sich nach der Lufthansa nun auch in größerem Umfang an der TUI beteiligen.

Die Eigner des von der Corona-Krise getroffenen Unternehmens stimmten am Dienstag mit großer Mehrheit einem entsprechenden Recht zum Umtausch von Vermögenseinlagen in Aktien zu. Damit ist der Weg für den Bund frei, mit insgesamt bis zu 25% plus einem Anteilsschein bei der TUI einzusteigen.

Das Unternehmen hatte seine Eigentümer zu einer außerordentlichen Hauptversammlung zusammengerufen, die wegen der Pandemie-Beschränkungen online ausgerichtet wurde. Dabei schufen die Aktionäre mehrheitlich die letzten formalen Voraussetzungen für eine größere staatliche Beteiligung.

EU genehmigt Hilfen

Die EU-Kommission hatte zuvor am Montagabend in Brüssel erklärt, dass die wettbewerbsrechtlichen Rahmenbedingungen für bis zu 1,25 Mrd. EUR an deutschen Hilfen aus ihrer Sicht erfüllt sind. Im Einzelnen geht es dabei um eine stille Beteiligung an TUI von 420 Mio. EUR, die der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) laut Beschluss der Aktionäre nun in direkte Anteilsscheine umwandeln darf. Zudem umfasst das Paket eine ebenfalls wandelbare Anleihe im Wert von 150 Mio. EUR, für die bereits im Spätsommer die wesentlichen Bedingungen geklärt worden waren.

Hinzu kommt jetzt noch eine zweite, allerdings nicht wandelbare stille Beteiligung von bis zu 680 Mio. EUR. Die genaue Ausschöpfung dieses letzten Teils ist unter anderem abhängig davon, ob sich das Land Niedersachsen am TUI-Hauptsitz Hannover bereiterklärt, eine Summe von bis zu 400 Mio. EUR mit einer eigenen Garantie abzusichern.

Aktionäre stimmen für Kapitalerhöhung

Die TUI-Aktionäre haben außerdem den Weg für die geplante Kapitalerhöhung aus dem dritten Rettungspaket freigemacht. Durch die Kapitalerhöhung sollen dem Reisekonzern rund eine halbe Milliarde Euro zufließen. Der Bezugspreis für die neuen Aktien liegt bei 1,07 EUR. Der größte TUI-Aktionär Unifirm um die russische Milliardärsfamilie Mordaschow hatte bereits zugesagt, mindestens im Umfang seiner Beteiligung von knapp 25% neue Papiere zu zeichnen. (APA/red)


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Dieter Putz

Autor/in:

Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit knapp 20 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlags-Teams. Fast jedes geschriebene Wort das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.





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