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WKO: Reisebranche braucht Soforthilfe


Mag. Gregor Kadanka
Fachverbandsobmann Gregor Kadanka unterstreicht in einem Schreiben an das Wirtschaftsministerium die Dringlichkeit einer Soforthilfe, um die Liquidität der Reisebranche aufrecht zu erhalten. 

In einem Schreiben an das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort weist Fachverbandsobmann Gregor Kadanka auf die dramatische Situation der Reisebranche hin und bitte um Hilfe. 

Der Brief im Wortlaut:

Betrifft: Unterstützungsmaßnahmen für Reiseveranstalter und Reisebüros

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Dr. Schramböck!

Als Obmann des Fachverbandes der Reisebüros in der Wirtschaftskammer Österreich erlaube ich mir, Sie in dieser für die österreichische Reisebranche dramatischen Situation persönlich anzuschreiben und um Ihre Hilfe zu bitten.

Der Fachverband der Reisebüros vertritt alle 2.666 österreichischen Reisebüros und Reiseveranstalter. Da die Covid-19 Krise für die heimische Reisebranche bereits viel früher als in anderen Branchen massive Auswirkungen gezeitigt hat, war der Fachverband der Reisebüros die erste Branchenvertretung, die bereits Anfang März eine Kurzarbeitsvereinbarung mit der Gewerkschaft unterzeichnet hat. Leider hat sich die Lage in den kommenden Wochen nach der Unterzeichnung dramatisch verschlechtert und Kurzarbeit hilft nur noch bedingt.

Mitarbeiter von Reisebüros und Reiseveranstaltern sind derzeit rund um die Uhr damit beschäftigt, Reisende gemeinsam mit dem BMEIA nach Österreich zurückzuholen. Obwohl das Geschäft de facto völlig zum Erliegen gekommen ist, laufen die Telefone heiß. Denn auch wenn die Reisebüros behördlich geschlossen sind, kümmern sie sich selbstverständlich um die Kunden. Darüber hinaus muss eine unglaubliche Anzahl an Stornierungen abgearbeitet werden. Derzeit haben die Reisebüros und Reiseveranstalter nur Ausgaben, aber keine Einnahmen.

Für Reiseveranstalter ist dies besonders dramatisch, da dem Kunden in der derzeitigen Situation bei Pauschalreisen ein kostenfreies Stornierungsrecht zusteht. Dem Kunden sind also alle bezahlten Beträge zurückzuerstatten, während der Reiseveranstalter seinerseits auf den Kosten gegenüber Leistungsträgern (Airlines, Hotels, etc.) in aller Regel sitzen bleibt. Airlines verweigern Großteils die Refundierung bezahlter Tickets und auch Hotels halten vielfach an ihren Stornogebühren fest.

Reiseveranstalter werden somit von beiden Seiten finanziell „ausgequetscht“, während es gleichzeitig für den Sommer keine Perspektive gibt. Der Verkauf von Reisen ist vollkommen zusammengebrochen. In Normalzeiten zu erzielende Gewinne für das Frühjahr und den Sommer sind unweigerlich verloren. Es gibt somit keine Einnahmen mehr, während Fixkosten nach wie vor weiterlaufen.

Die österreichische Reisebranche braucht nun rasch Soforthilfemaßnahmen. Ansonsten droht eine Welle an Insolvenzen und wertvolle Arbeitsplätze werden vernichtet. Notwendig sind insbesondere Instrumente, die die Liquidität sicherstellen. Helfen würden somit sofort verfügbare Beihilfen, um insbesondere die massiven Ausfälle durch Stornierungen bzw. Ausfälle von Provisionen bei Vermittlern auszugleichen.

Der Fachverband der Reisebüros bittet Sie um Unterstützung bei der Implementierung der oben beschriebenen Maßnahmen in den von der Regierung angekündigten Hilfspaketen.

Herzliche Grüße

Fachverband der Reisebüros
Mag. Gregor Kadanka Obmann
Dr. Thomas Wolf Geschäftsführer 


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Autor/in:

Herausgeberin / Chefredakteurin

Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach 24 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.





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