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AirHelp-Analyse: Flüge in Österreich werden unpünktlicher


Foto: Andrey Burmakin - shutterstock.com
Die Flugverspätungen und -ausfälle in Österreich haben sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt – Tendenz steigend. Das geht aus einer aktuellen Analyse des weltweit führenden Fluggasthelfer-Portals AirHelp (www.airhelp.com) hervor. Das Unternehmen hat die Entwicklung der Flugbranche von 2014 bis 2018 untersucht. 

Demnach seien 2018 insgesamt 33.600 Flüge ausgefallen oder haben ihr Ziel verspätet erreicht. Im Jahr 2014 waren es hingegen noch 16.900. Die Gesamtanzahl an Flugbewegungen erhöhte sich im selben Zeitraum jedoch nur um 4,1%.

Anzahl betroffener Passagiere steigt stark

Diese Entwicklung werde auch im Hinblick auf die Passagierzahlen deutlich: 2018 waren insgesamt 3,78 Mio. Personen von Ausfällen und Verspätungen betroffen, doppelt so viele wie noch 2014, wie die Studie ausweist. Die Verantwortung liege dabei immer häufiger bei den Airlines. Die Anzahl an Passagieren mit einem Anspruch auf Entschädigung sei bis 2018 um 43% angestiegen. Das bedeute, dass immer mehr Reisende ihr Ziel mindestens drei Stunden zu spät oder sogar gar nicht erreichten und die jeweilige Fluggesellschaft – und nicht etwa ein außergewöhnlicher Umstand wie schlechtes Wetter – dafür verantwortlich war, so AirHelp in einer Presseaussendung.

“Die Flugausfälle und -verspätungen in Österreich sind in den letzten Jahren massiv angestiegen. Für 2019 erwarten wir, dass sogar noch mehr Passagiere davon betroffen sein werden. Wie die exponentiell ansteigende Anzahl entschädigungsberechtigter Passagiere zeigt, liegen die Gründe für die Flugprobleme immer häufiger bei den Airlines“, kommentiert Laura Kauczynski, Expertin für Fluggastrechte von AirHelp.

Eine Entschädigung müsse nur dann gezahlt werden, wenn die Fluggesellschaft für die Probleme verantwortlich ist. Ausgelöst werde dieser drastische Anstieg unter anderem durch den internationalen Marktkampf. So würden einige Fluggesellschaften beispielsweise Strecken anbieten, die sie aufgrund von Flugzeug- und Personalmangel gar nicht bedienen können – zu Lasten der Verbraucher. Betroffene sollten das jedoch nicht schweigend hinnehmen, sondern von ihren Fluggastrechten Gebrauch machen. AirHelp unterstütze sie dabei und ziehe, wenn nötig, auch vor Gericht, so Kauczynsky weiter.

Diese Rechte haben Passagiere

Im Falle eines stark verspäteten oder ausgefallenen Fluges sowie bei einer Nichtbeförderung haben Reisende unter anderem Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung in Höhe von bis zu 600 EUR pro Person. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Start- oder Zielflughafen innerhalb der EU oder und, im Falle von Letzterem, die durchführende Fluggesellschaft ihren Sitz in der EU hat. Der Grund für die Verzögerung im Flugbetrieb muss durch die Airline verschuldet sein. Das Recht auf finanzielle Entschädigung kann innerhalb von drei Jahren ab dem verspäteten Flugtermin eingefordert werden, ansonsten verjährt dieser Anspruch. Außergewöhnliche Umstände wie Unwetter oder medizinische Notfälle bewirken, dass die ausführende Airline von der Kompensationspflicht befreit wird. (red)


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Dieter Putz

Autor/in:

Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit knapp 20 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlags-Teams. Fast jedes geschriebene Wort das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.




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25 August 2019


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