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Türkei: Reisebranche besorgt

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu warb auf der ITB in Berlin um deutsche Gäste.

„Wir erwarten, dass unsere deutschen Freunde ihre Ferien wieder in der Türkei verbringen“, so der Minister. Die Branche jedoch zeigt sich besorgt:

„Wir sehen es sehr ungern, dass es jetzt diese sehr deutlichen Spannungen gibt", sagt der Präsident des Reiseverbandes DRV, Norbert Fiebig.

Bereits im vergangenen Jahr mieden viele Sonnenhungrige nach Anschlägen und dem Putschversuch das Land. Bis Ende Jänner gingen bei Reisebüros in Deutschland für die wichtige Sommersaison nach Angaben der GfK-Konsumforscher 58% weniger Buchungen ein als im schwachen Vorjahreszeitraum. Damals gab es bereits ein Minus von 40%. Rund vier Millionen Deutsche reisten im vergangenen Jahr in die Türkei - vor zwei Jahren waren es noch 5,6 Millionen.

Noch ist das Sommergeschäft allerdings nicht gelaufen. Veranstalter hoffen auf Kurzentschlossene. Einige berichten zudem von steigender Nachfrage in den letzten Wochen - zum Beispiel der Reisekonzern Thomas Cook. Das Unternehmen ist unter anderem mit der Marke Öger Tours stark im Türkei-Geschäft vertreten. FTI kauft sogar zusätzliche Flugkapazitäten wegen der "aktuell guten Buchungslage und der zu erwartenden Last-Minute-Nachfrage".

Türkei zeigt sich optimistisch

Der türkische Tourismusminister Nabi Avci hat sich auf der ITB Berlin zuversichtlich geäußert, dass die Reisebranche nach dem deutlichen Einbruch im vergangenen Jahr bald wieder die Zahlen von 2013 bis 2015 erreicht. Die aktuelle Krise führte er weniger auf das Ausbleiben deutscher Touristen zurück, deren Zahl um 23% sank. Auslöser sei vielmehr der Tourismusboykott gewesen, den der russische Präsident Wladimir Putin nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei vorübergehend ausgerufen hatte.

Helfen bei der Wiederbelebung soll unter anderem der Treibstoffkostenzuschuss an ausgewählten Flughäfen, der für einen Mittelstreckenjet 6.000 USD beträgt. Avci wiederholte mehrfach, dass deutsche Touristen ungeachtet der derzeitigen Spannungen zwischen beiden Ländern „mit offenen Armen empfangen“ würden und sich an der ausgeprägten türkischen Gastfreundschaft und an den hohen Standards der Hotellerie nichts geändert habe.

Auf Fragen nach der Freilassung des Journalisten Deniz Yücel verwies er auf die Gewaltenteilung, drückte aber die Hoffnung aus, dass es dem inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten gelinge, „seine Unschuld zu beweisen, damit er wieder in seine Heimat zurückkehren kann.“ (ag/red)


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Foto: Christiane Reitshammer privat

Autor/in:

Freie Journalistin

Christiane Reitshammer war von 2003 bis 2012 Teil des Redaktionsteams und ist nun als freie Journalistin gerne für „tip“ und „reisetipps“ unterwegs.





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