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Geschäftsreisen: Dramatische Rückgänge in Österreich


Foto: Claudio Divizia / shuttestock.com
Beispiellose Rückgänge verzeichnet die österreichische Geschäftsreise-Branche im Corona-Jahr 2020. Die Zahl der geschäftlich bedingten Flugreisen sank um 74%. Die Zahl der Geschäftsreisen insgesamt, zu der auch Autofahrten gehören, ging um 40% zurück. 

Diese Branchenzahlen veröffentlichte die Austrian Business Travel Association (abta) nach einer aktuellen Analyse, zu der Daten der Statistik Austria und der führenden Travel Management Companies herangezogen wurden.

„Der Einbruch des Geschäftsreisemarktes im Jahr 2020 ist beispiellos“, bringt es abta-Präsident Andreas Gruber auf den Punkt.

Praktisch von einer Woche auf die andere waren Geschäftsreisen nur noch in Ausnahmefällen möglich geworden. Den betroffenen Unternehmen im Reisemarkt, also Fluggesellschaften, Travel Management Companies, Hotels u.a., wurde die Geschäftsgrundlage entzogen. Anders als in der Industrie, die nach dem ersten Lockdown wieder zu einer wirtschaftlichen Erholung ansetzte, verschärfte sich im Geschäftsreisemarkt gegen Ende des Jahres 2020 die Krise nochmals.

Im Rückwärtsgang

Die führenden österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten zum Jahresende 2020 einen Rückgang der wirtschaftlichen Tätigkeit (Bruttoinlandsprodukt) zwischen 7,5 und 7,3%. Die Statistik Austria weist dagegen für die beiden Krisenquartale April bis September einen Rückgang der Geschäftsreisen von 40,5% aus. Für das Gesamtjahr ergibt sich, wenn man das Vorkrisen-Quartal und das geschätzte Reisevolumen im 4. Quartal einbezieht, ein Rückgang von 40,2%. Die Reisewirtschaft ist damit in einem weit überdurchschnittlichen Maß von der Corona-Krise betroffen.

Flugreisen im freien Fall

Anders als Airlines, die keine genauen Angaben über den Rückgang der Geschäftsreisen machen können, kann die abta durch die Zusammenarbeit mit den in Österreich führenden Travel Management Companies, recht genau den Abwärtstrend belegen. Danach ist im vierten Quartal 2020 die Zahl der ausgestellten Flugtickets um 87,2% gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2019 gesunken. Auf das Gesamtjahr bezogen, beträgt der Rückgang 74%. Hier spielt allerdings das noch fast normale 1. Quartal 2020 hinein.

Preise: Geschäftsreisebüros und Airlines Doppelt getroffen

Der durchschnittliche Ticketpreis bei Geschäftsreisen betrug im Gesamtjahr 2019 655 EUR. In den Quartalen 1- 3 2020 sank dieser Wert auf 575 EUR. Der Rückgang des durchschnittlichen Ticketpreises beträgt damit 12,1%. Wenn man jedoch die Entwicklung der Ticketkosten nach großen Verkehrsgebieten aufschlüsselt, ergibt sich ein bemerkenswerter Unterschied: Im Europa-Verkehr sind die durchschnittlichen Ticketkosten um 22,4% gesunken. Im Interkontinental-Verkehr ist es den Airlines offensichtlich gelungen, den Durchschnittspreis mit 1.431 EUR gegenüber dem Wert von 2019 leicht zu erhöhen.

Airlines und Travel Management Companies sind von der Corona-Krise damit doppelt getroffen: Die deutlich geringere Zahl von Tickets (- 74%) konnte nur zu geringeren Durchschnittspreisen (- 12%) verkauft werden. (red)


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Dieter Putz

Autor/in:

Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit knapp 20 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlags-Teams. Fast jedes geschriebene Wort das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.





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