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Offener Brief: Hilfestellung für Veranstalter


Foto: gerasimov_foto_174 / shutterstock.com
In einem offenen Brief wenden sich Theresa Wendt, Geschäftsführerin von CORSO Reisen und Gerald Gschanes, Geschäftsführer von Oliva Reisen, an die Bundesregierung mit der dringlichen Bitte, eine Verlängerung der verpflichtenden Insolvenzabsicherung der HDI global SE am österreichischen Markt zu erwirken. 

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Kurz! Sehr geehrter Herr Vizekanzler Kogler! Sehr geehrte Frau Bundesministerin Köstinger! Sehr geehrter Herr Bundesminister Blümel! Sehr geehrte Regierungsmitglieder und Klubobleute!

Mein Unternehmen zählt zu den 2.600 österreichischen Reisebüros und Veranstaltern mit rund 10.000 Mitarbeitern, die besonders hart von der Corona-Krise getroffen wurden. Nach 7 Monaten nach Ausbruch der Pandemie sind wir mittlerweile in großer Sorge diese Krise wirtschaftlich nicht zu überstehen. Kurzarbeit, Überbrückungskredit und Härtefallfonds haben dazu beigeragen, dass wir Unternehmer mit einem Anflug von Hoffnung bislang weiter um unsere Existenz aber auch um die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter gekämpft haben.

Keine alternative Insolvenzabsicherung

Doch heute sind wir neben dem immer noch ausständigen Hilfspaket für unsere Branche zusätzlich noch mit einer neuen Herausforderung konfrontiert. Während unsere deutschen und europäischen Kollegen schon hörbar aufatmen können, schwebt nun ein weiteres Damokles Schwert über unseren Betrieben. Wie Ihnen wahrscheinlich bekannt ist, hat sich die HDI Global SE als einziger Anbieter für die verpflichtende Insolvenzabsicherung für Reiseveranstalter vom österreichischen Markt zurückgezogen, Alternativen gibt es bislang keine. Unsere (verpflichtende) Insolvenzabsicherung läuft somit Ende des Jahres aus. Laut Frau Ulrike Pewal von der Tourismus-Versicherungsagentur GmbH in Wien, wird von den zuständigen Gewerbebehörden und dem Ministerium fieberhaft an einer Lösung gearbeitet.

Der Hut brennt!

Da es nur mehr wenige Monate bis Jahreswechsel sind und hier ein Großteil der Österreichischen Reiseveranstalter dann ohne Insolvenzversicherung dasteht, brennt sprichwörtlich der Hut in der gesamten österreichischen Reisebranche. Ohne Reiseveranstalter können nämlich auch die Reisebüros keine Reisen verkaufen! Die Möglichkeit einer Bankgarantie zur Besicherung der Insolvenz ist aufgrund unserer wirtschaftlichen Situation, verursacht durch die COVID-19 Krise, keine Alternative. Eine Bankgarantie in ausreichender Höhe zu erlangen, ist ohne persönliche Haftung momentan wohl nicht realistisch. Darüber hinaus hatte die Versicherungslösung den Vorteil, dass eine unbeschränkte und unbefristete Haftung abgeschlossen werden kann – eine gute Lösung für den Reiseveranstalter und ein mehr an Sicherheit für die Reisbüros und vor allem auch für den Endkunden! Es ist existentiell notwendig und daher bitte ich Sie inständig, sich mit HDI bzw. der Tourismus-Versicherungsagentur in Verbindung zu setzen, um eine Verlängerung der Versicherungslösung zu bewirken. In einer Ausnahmesituation wie dieser, müsste der Staat einen Teil der Haftung übernehmen und zwar solange bis die Reisebranche in Österreich wieder auf einer soliden Basis steht.

Desweiteren haben wir in den letzten Monaten fast wöchentlich unsere Planungsrechnungen neu ausgestalten müssen, nicht zuletzt aufgrund der Ankündigung, dass wir ab 16.09.2020 den FKZ Phase 2 beantragen können. Dies ist bis dato leider nicht der Fall, man weiß nicht, woran es liegt. BITTE MACHEN SIE ES MÖGLICH, DAS WIR NUN AUCH DEN FKZ Phase 2 BEANTRAGEN KÖNNEN, DANKE!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung! Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen!

Mag. (FH) Theresa Wendt


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Autor/in:




Touristiknews des Tages
27 November 2020


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