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FTI Österreich: Anderer Weg als in Deutschland


Während FTI in Deutschland den Rotstift mit Personalkostenreduktion und Spezialisten-Schließung ganz kräftig ansetzt, soll in Österreich ein anderer Weg - ohne Kündigungen - eingeschlagen werden.

Alexander Gessl

Als Folge der Corona-Krise startet die FTI Group eine große Umstrukturierung. Im Zuge dessen werden einige Spezialveranstalterbereiche wie LAL Sprachreisen und FTI Cruises eingestellt, ebenso wie FLY.de und das Service-Center Touristic 24. Ziel ist, die Personalkosten um 20% zu senken sowie die Strukturen zu straffen. Während LAL Sprachreisen zu den Ur-Marken von FTI zählt, wurde FTI Cruises mit dem einzigen Kreuzfahrtschiff ¨Berlin¨, dem ehemaligen Traumschiff, für etwas mehr als 400 Passagiere erst 2012 ins Leben gerufen. Eine ursprünglich angedachte Erweiterung hat mangels geeigneter Schiffe nicht stattgefunden.

Fokussierung auf Kerngeschäft

Die Restrukturierung sei nötig geworden, da sich die Erholung länger hinziehe als ursprünglich erwartet, argumentiert Firmengründer und Geschäftsfführer Dietmar Gunz sinngemäß. Damit werde die Zukunft der FTI Group gesichert und gleichzeitig mehr Fokus auf das Kerngeschäft gelegt.

Nachdem im April der ägyptische Unternehmer Sami Sawiris die Mehrheit an der FTI Group übernommen hatte, erhielt der Konzern eine Corona-Finanzierungshilfe mit staatlicher Garantie. Kurzarbeit in allen Bereichen und ein freiwilliger Gehaltsverzicht im Management konnten die nun erforderliche Restrukturierung jedoch nicht verhindern.

Keine Auswirkung auf Österreich

Die Umstrukturierung im FTI Konzern habe auf Österreich keine Auswirkung, erklärt Alexander Gessl, Geschäftsführer FTI Österreich, gegenüber tip-online. "Ich habe für Österreich einen anderen Weg vorgeschlagen als in Deutschland. Wenn es nach mir geht, wird es keine Kündigungen geben. Wir arbeiten alles im Zuge der Kurzarbeit ab. Natürlich wird es auch eine natürliche Fluktuation geben", so Gessl weiter.

Die entgültige Entscheidung liege zwar beim Board of Directors, aber er halte seinen Vorschlag für Österreich für sinnvoll. "Wir, das Team von FTI Österreich und ich, bemühen uns, die Dinge richtig zu machen. Ich gehe davon aus, dass wir weiter so wie bisher vorgehen werden können." Gessl rechnet damit, dass FTI in Österreich als einer der Gewinner aus der Pandemie hervorgehen werde. "Weil wir sehr freundlich gegenüber dem Retail sind."

Direktinkasso, aber ohne Zwang

Freundlich zum Vertrieb mit Einführung des Direktinkassos? "Wir führen das Direktinkasso mit 1. November 2020 in Österreich ein. Es wird aber nicht zwingend vorgeschrieben sein", präzisiert Gessl. FTI behalte sich allerdings vor, von Partnern, die das Direktinkasso ablehnen, gewisse Sicherheiten wie etwa eine Bankgarantie einzufordern. Weitere Details sollen mit Verhandlungen im August festgeschrieben werden. (red)


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Autor/in:

Herausgeberin / Chefredakteurin

Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach 24 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.





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