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AUA-Staatsrettung: Gewerkschaften für Auflagen


AUA-Flotte am Flughafen Wien
Während die Gewerkschaft vida eine staatliche Auffanglösung für die AUA an Bedingungen knüpfen möchte, schätzt der Ökonomieprofessor Schneider die ungefähren Kosten eines möglichen Konkurses der Austrian.

Die für Piloten und Flugbegleiter zuständige Gewerkschaft vida plädiert für eine Rettung der AUA. Auch andere Airlines sollten Staatshilfen erhalten, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.

"Eine wesentliche Bedingung ist, dass sich Airlines an österreichisches Recht und an Mindestlöhne halten müssen beziehungsweise dem Abschluss eines Branchen-KV zustimmen", erklärte vida-Gewerkschafter Daniel Liebhart gegenüber der APA.

Liebhart kritisiert den harten Preiskampf des vergangenen Jahres, der das Kapital verbraucht habe, mit dem die Krise jetzt zumindest teilweise aus eigener Kraft zu überstehen wäre. Für vida dürfe es „große Summen an Staatshilfe nur geben, wenn der Staat Miteigentümer im entsprechenden Umfang werde und im Aufsichtsrat mit Stimmrecht vertreten“ sei.

1,5 Mrd. EUR Wertschöpfungsverlust

Ähnlich ist auch die Haltung des Linzer Ökonomen Friedrich Schneider. „Der Staat könnte sich beteiligen oder Aktien dafür bekommen, sodass er dann bei späteren Gewinnen profitiert“, schreibt Schneider der APA. In einer groben Schätzung geht der emeritierte Professor davon aus, dass ein Konkurs der AUA einen volkswirtschaftlichen Wertschöpfungsverlust von 1,5 Mrd. EUR mit sich bringen würde. Dazu kämen rd. 500 Mio. EUR an geringeren Steuer- und Sozialabgaben bei der AUA selbst. Neben den rd. 7.000 Arbeitsplätzen bei der Airline würden darüber hinaus zwischen 6.000 und 9.000 weiter Jobs verloren gehen.

Verknüpfung mit Klimaschutz

Die Nachhaltigkeitsforscher Ulrich Brand und Alexander Behr vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien plädieren für eine Verknüpfung von Staatshilfe mit Umweltschutzmaßnahmen: Die Unterstützung müsse klar an die Ausrichtung des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens von 2015 gekoppelt sein, zu dem sich auch Österreich verpflichtet hat. Brand und Behr plädieren daher für ein Verbot von Kurzstreckenflügen, der Einführung einer Kerosinsteuer und einer höheren Ticketabgabe im Verbund mit staatlicher Unterstützung bzw. Beteiligung. (APA/red.)


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Autor/in:

Herausgeberin / Chefredakteurin

Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach 24 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.





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