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WKÖ: Neue Insolvenzabsicherungsmodelle

Über drei Ministerperioden hatten sich die Verhandlungen über die Absicherungshöhe für Reisebüros und -veranstalter gezogen, bevor sie Ende September abgeschlossen wurden, mit nur teilweisem Erfolg für die Branche.  

Gleich vorweg: Es hätte noch schlimmer kommen können, wenn das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) seine Vorstellungen von der neuen Pauschalreiseverordnung unwidersprochen durchgesetzt hätte. Nach der Finalisierung soll die neue Verordnung morgen, 2. Oktober, in Kraft treten. Ursprünglich hatte das Ministerium eine Erhöhung des abzusichernden Prozentsatzes auf 30%, später dann auf 20%, und für Spitzenmonate auf 50% vorgesehen, doch konnte der Fachverband der Reisebüros unter Führung von Obmann Felix König zumindest auf 18% ausverhandeln.

„Der Fachverband hat bis zuletzt für eine unternehmerfreundliche Lösung gekämpft und konnte gegenüber dem Begutachtungsentwurf vom Sommer dieses Jahres in einigen Punkten noch Verbesserungen erreichen“, betont Felix König.

König bedauert, dass es von Seiten des Ministeriums zu keiner deutlicheren Bewegung - vor allem beim Absicherungsprozentsatz gekommen ist.

Die Änderungen

Maßgeblicher Umsatz

Verhandlungsführer Felix König hat dennoch einige Verbesserungen erzielen können. Nicht der Gesamtumsatz des Unternehmens wird als maßgeblicher Umsatz herangezogen, sondern der Umsatz aus der Veranstaltung von Pauschalreisen bzw. der Vermittlung verbundener Reiseleistungen.

18% statt 20%

Der Absicherungsprozentsatz beträgt entgegen den ursprünglichen Plänen 18% statt der ursprünglich geplanten 20% bzw. gar 30%.

Spitzenmonat

Anstelle der obligaten 50% haben Veranstalter, die in einem Spitzenmonat mehr als 1 Mio. EUR Umsatz machen, die Möglichkeit, in die allgemein gültige, prozentuell niedrigere Absicherung zu wechseln. D.h. sie müssen dann 18% (mindestens 500.000 EUR) des diesbezüglichen Jahresumsatzes aus der Veranstaltung von Pauschalreisen und Vermittlung verbundener Reiseleistungen und nicht mehr 50% des maßgeblichen Umsatzes des Spitzenmonats absichern.

Mehr als 20% Anzahlungen

Für Betriebe, die eine betragsmäßig unbeschränkte Risikoabdeckung gemeldet haben, gilt die Beschränkung bei den Anzahlungen nicht. Sie können auch höhere Anzahlungen als 20% entgegennehmen. Diese Möglichkeit hat der Fachverband in den Verhandlungen immer wieder gefordert, um den Reiseunternehmen die notwendige Liquidität zurückzugeben und so die Verschärfung der Insolvenzabsicherung abzumildern.

Insolvenzabsicherungsmodelle

Den Fokus bei den Gesprächen mit den Anbietern für eine Insolvenzabsicherung legte die WKÖ auf kostengünstige und unbürokratische Ansätze. Die angedachte Fondslösung wirft rechtlich und operativ große Fragezeichen auf. Die von der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) mit dem Versicherer HDI erarbeitete Lösung für die Hotellerie kann in jeweils adaptierter Form nun auch auf Reisebüros und Reiseveranstalter ausgedehnt werden. Das Ministerium konnte überzeugt werden, diese und gleichgelagerte Lösungen mit weniger Administration und höheren Anzahlungsmöglichkeiten zu verknüpfen.

„Da das ÖHT/HDI Versicherungsmodell eine unbeschränkte Risikoabdeckung bietet, gibt es für die versicherten Betriebe neben den interessanten Prämien vor allem zahlreiche bürokratische Erleichterungen, wie den Wegfall der Dokumentationspflichten und der aufwändigen Folgemeldungen an das Ministerium. Zudem können Versicherungsnehmer künftig mehr als 20% Anzahlung einheben“, hebt König hervor.

Der Versicherungsmakler Care Consult bringt gemeinsam mit der Zürich Gruppe Deutschland eine Versicherungslösung auf den Markt. tip berichtete über die „RSV light“ bereits ausführlich im April. Über Vermittlung von Joseph Reitinger-Laska ist außerdem der deutsche Absicherer „Travelsafe“ an den Fachverband herangetreten und präsentierte ein Angebot für den österreichischen Markt.

Details zu den verschiedenen Angeboten sollen in Kürze auf der Fachverbandshomepage  verfügbar sein. (red.)


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Autor/in:

Herausgeberin / Chefredakteurin

Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach 24 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.





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