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MOE-Länder als Hoffnungsträger für österreichischen Tourismus
Das Osteuropa punkto Tourismus hierzulande als Zukunftsmarkt gilt, ist kein Geheimnis. Welches Potenzial jedoch noch offen liegt, zeigte eine am Mittwoch in Wien präsentierte Studie von Roland Berger Strategy Consultants und der ÖHV.
Während die Nächtigungen aus den klassischen Destinationen wie Deutschland, Niederlande etc. unterdurchschnittlich wachsen, nimmt die Bedeutung der mittel- und osteuropäischen Länder (MOE) stark zu. Wobei 2007 gerade mal 5,5% der Übernachtungen auf Gäste aus den MOE-Staaten entfielen. Im Vergleich dazu beträgt der Deutschland Anteil 39,7% und der der Österreicher 27,2%. Was die MOE-Staaten aber für die österreichische Tourismuswirtschaft interessant macht, ist das überdurchschnittlich hohe Wachstum dieser Märkte. Während westeuropäische Herkunftsmärkte fast stagnieren, sind in Osteuropa jährliche Zuwächse von über 10% die Regel, erklärt Thomas Reisenzahn, Generalsekretär der ÖHV. So wuchs der rumänische Tourismusmarkt seit 2000 um ca. 39,7% jährlich, der bulgarische um 17,4%. Ungarn, Russland und Tschechien verbuchten jährliche Wachstumsraten von über 12%, während der deutsche Markt im Vergleichszeitraum jährlich um 1,4% und der niederländische um 3,5% schrumpften. Die heimischen Hoteliers reagieren jedoch auf das immense Mittel- und Osteuropa Potenzial nur zögerlich.
Rumänien und Bulgarien wachsen am schnellsten
Überraschend sind die enormen Nächtigungszuwächse aus Rumänien und Bulgarien: so wurde 2007 ein Steigerung von 39,7% an Nächtigungen aus Rumänien und 17,4% aus Bulgarien verzeichnet. In der Relation fielen die Übernachtungszahlen aus Deutschland um 1,4%. So ist es schade, dass die heimischen Beherberger diese Länder bis jetzt eher stiefmütterlich behandelt haben.
Nicht nur die MOE-Märkte wachsen, sondern die Aufenthalte verlängern sich tendenziell, während in den traditionellen Herkunftsländern die Aufenthaltsdauer rückgängig ist. So bleiben Gäste aus Russland durchschnittlich 0,7 Tage länger als 2000, Deutsche und Österreicher verkürzten ihren Aufenthalt auf einen halben Tag.
Auch die Einnahmen aus MOE-Ländern steigen stark an. Vor allem die Ausgaben der russischen Touristen sind in den letzten sieben Jahren um 32,7% gestiegen. Der durchschnittliche Einkaufsbetrag liegt bei 471 EUR. Absoluter Spitzenreiter im Geldausgeben ist der ukrainische Tourist mit durchschnittlich 969 EUR pro Aufenthalt, wenngleich der Prozentsatz der ukrainischen Touristen in Österreich noch nicht allzu hoch ist.
Schöne Landschaft, Sauberkeit und hohe Qualität das sind die Faktoren die für die Mode-Länder die Attraktivität Österreichs ausmachen, wobei gemeinsames geschichtliches Erbe, kulturelle Nähe und niedrige Preise kaum von Bedeutung sind. Pötzl und Reisenzahn gaben mit ihrer Studie den heimischen Hoteliers jedenfalls allen Grund nach- oder umzudenken. Nur 32% bieten Informationsmaterial in osteuropäischen Sprachen an, mickrige 20% haben ihre Website entsprechend adaptiert. Auch der Politik erteilten die beiden Fachleute den Rat, die Rahmenbedingungen bei Einreise- und Visaformalitäten zu verbessern sowie die Öffnungszeiten der Geschäfte zu verlängern. Auch schlechte Flug- und Autobahnverbindungen wurden als Hindernis eingestuft. Und: "Auch die Öffnung der Arbeitsmärkte wirkt sich positiv auf den Tourismus aus", so Reisenzahn.
(red)
Autor/in:
Franz PAUL
Development New Media
Seit fast 25 Jahren wirkt Franz im Hintergrund des Profi Reisen Verlags. Das Layout der Webseiten, die Gestaltung von Werbebannern, der Versand des Newsletters oder die Kundendatenbank entstammen seinen Designs und Programmierungen. Seine Vision ist eine erfolgreiche Umsetzung der Printprodukte in den New Media Bereich.
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