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EU-Kommission plant europaweites "Single Bahnticket"
Die EU-Kommission will grenzüberschreitende Bahnreisen mit einem europaweiten „Single Ticketing“ vereinfachen und zugleich die Fahrgastrechte stärken.
Die EU-Kommission hat am Mittwoch in Brüssel Vorschläge für ein europaweites „Single Ticketing“ präsentiert. Ziel sei es, Planung und Buchung von Fern- und internationalen Bahnreisen einfacher und transparenter zu gestalten. Reisende sollen künftig Verbindungen mehrerer Bahnunternehmen über ein einziges Ticket buchen können – unabhängig davon, ob die Strecke etwa mit ÖBB, Deutsche Bahn oder Trenitalia durchgeführt wird.
Nach Angaben der EU-Kommission erschweren derzeit unterschiedliche Buchungssysteme und die starke Marktstellung einzelner Bahnunternehmen die Organisation grenzüberschreitender Reisen. Auch der Fahrgastschutz sei bei Reisen mit mehreren Tickets unterschiedlicher Anbieter bislang nur eingeschränkt geregelt.
Mehr Transparenz und bessere Fahrgastrechte
Künftig sollen Online-Ticketplattformen verpflichtet werden, Angebote neutral und transparent darzustellen. Bahnunternehmen müssten ihre Ticketdaten Plattformen zur Verfügung stellen, die diese verkaufen möchten. Dadurch sollen Verbindungen verschiedener Anbieter leichter vergleichbar und kombinierbar werden.
Auch bei Verspätungen oder Zugausfällen sollen Fahrgäste besser abgesichert werden. Wer mit einem durchgehenden „Single Ticket“ unterwegs ist, soll bei verpassten Anschlüssen Anspruch auf Entschädigung, Umbuchung sowie gegebenenfalls auf Verpflegung und Übernachtung haben. Die Kosten dafür müsste laut Vorschlag jenes Unternehmen übernehmen, das für die Verspätung oder den Ausfall verantwortlich ist.
Die EU-Kommission erwartet sich von den Maßnahmen auch günstigere Bahntickets und eine höhere Attraktivität des Bahnverkehrs. Laut einer Eurobarometer-Umfrage gab zuletzt rund ein Viertel der Befragten an, Probleme bei der Buchung von Reisen mit mehreren Anbietern zu haben. 43% würden solche Bahnreisen deshalb gar nicht buchen.
Positive Reaktionen & Umsetzungsplan
Unterstützung für den Vorschlag kommt unter anderem von Sophia Kircher. Die ÖVP-Verkehrssprecherin im Europaparlament bezeichnete das „Single Ticketing“ als vergleichbar mit dem Wegfall der Roaming-Gebühren im Mobilfunkbereich. Internationale Bahnreisen könnten dadurch deutlich einfacher und attraktiver werden. Auch WESTbahn Geschäftsführer Thomas Posch begrüßt die Initiative: "Bahntickets zu buchen muss so einfach werden wie Musikstreaming: eine Plattform, alle Anbieter, volle Flexibilität. Ein anbieterübergreifendes Ticketing wäre ein Meilenstein für Reisende in ganz Europa."
Damit die neuen Regeln in Kraft treten können, müssen sowohl die EU-Mitgliedstaaten als auch das Europäische Parlament zustimmen. Laut EU-Kommission könnten die Maßnahmen dann vergleichsweise rasch umgesetzt werden. Unabhängig von etwaigen Vereinbarungen müssen innerhalb von 12 Monaten nach Inkrafttreten der Verordnung alle Online-Fahrkartendienste für den Schienenverkehr alle verfügbaren Schienenverkehrsdienste anzeigen, die in ihrem Land betrieben werden, und diese in ihre Suchergebnisse integrieren.(APA / red)
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Autor/in:
Julia Trillsam
Redakteurin
Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.
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