| news | flug» flughafen

Aviation Industry Austria - Jubiläumssymposium im Zeichen der Herausforderungen


Der Vorstand des Dachverbandes Luftfahrt freut sich über ein gelungenes Symposium, v.l. Julian Jäger / VIE, Robert Machtlinger / FACC und Peter Malanik / GF Dachverband Luftfahrt
Die Aufarbeitung der aktuellen Krisen in der Luftfahrt und die Herausforderungen der kommenden Jahre standen im Mittelpunkt des 20. Luftfahrt Symposiums des Dachverbandes Luftfahrt. 

Nicht zuletzt dank staatlicher Unterstützungen wie den Kurzarbeitsprogrammen ist die österreichische Luftfahrt besser durch die Covid-Krise gekommen als in so manchem anderen Land. Das hatte auch zur Folge, dass die überraschend stark angesprungene Nachfrage nach Flugreisen in den vergangenen Monaten sehr gut bewältigt werden konnte. Während an so manchem europäischem Airport das Chaos regierte, lief es in Österreich weitestgehend problemlos.

Ein Umstand, für den auch Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Flughäfen, lobende Worte fand. In Deutschland erreichte die Pünktlichkeit mit 49,9 % im vergangenen Juli ein Allzeittief. Dementsprechend meine er auch, dass man von Österreich viel lernen könne. Wie etwa die Übernahme der Sicherheitskontrolle durch die Flughäfen. Diese sind im Nachbarland an private Dienstleister ausgegliedert, die von der Bundespolizei überwacht werden. Das führte in den Sommermonaten zu Situationen, wo Passagiere bis zu fünf Stunden vor der Sicherheitskontrolle warten mussten.

Ministerin fordert Klimaneutralität

Eine der größten Herausforderungen, vor der die österreichische und europäische Luftfahrt steht, ist die Klimaneutralität. Ministerium Leonore Gewessler spricht in diesem Zusammenhang von der Jahrhundertaufgabe Klimaschutz, die zum Ziel hat, alle Verkehrsträger zu Dekarbonisieren. Was beim Straßenverkehr noch vergleichsweise einfach umzusetzen ist, stellt sich in der Luftfahrt ungleich schwieriger dar. Sustainable Aviation Fuels (kurz SAF) werden von Ministerin Gewessler als Antwort auf diese Herausforderung gesehen. Eine Strategie, die vorerst einmal viel Geld kosten wird. Denn im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin sind SAF noch mehr als doppelt zu teuer. Um die Technologie weiter zu entwickeln und die, derzeit noch, geringen Produktionskapazitäten auszubauen, wird für die nächsten Jahre ein Finanzierungsbedarf von 750 Mio. Euro prognostiziert. Die Kosten wollen Politik und Wirtschaft gemeinsam schultern. In Österreich kommt hier der OMV eine besondere Rolle zu.

Im Rahmen einer Absichtserklärung hat sich die Lufthansa-Gruppe bereits 800.000 Tonnen SAF gesichert. Auch der Agrana Konzern sieht an seinem Bioraffineriestandort Pichelsdorf eine Jahreskapazität von 200.000 Tonnen. Hier ist die Politik gefordert, mit Grundsatzentscheidungen und Anschubfinanzierungen unterstützend einzugreifen. Im Rahmen der Diskussion um SAF sei es aber auch wichtig, die internationale Wettbewerbssituation im Auge zu behalten, betonen die Vertreter der österreichischen Luftfahrt. Auf keinen Fall dürfe es passieren, dass sich der Interkontinentalverkehr auf Drehkreuze außerhalb der EU verlagert. Wie AUA und Flughafen Wien betonen, habe man schon jetzt viel in den Klimaschutz investiert. So hat der Flughafen erst kürzlich die größte PV-Anlage Österreichs in Betrieb genommen. Und die AUA hat erst am Tag vor dem Symposium ihren ersten von insgesamt vier A320neo erhalten. Diese Mittelstreckenflugzeuge der neuesten Generation emittieren um 20 Prozent weniger CO2 und sind überdies nur mehr halb so laut wie ihre Vorgänger. Christian Pöchhacker


  Luftfahrtsymposium, Aviation Industry Austria, sustainable aviation fuels, klimaneutralität


Der Artikel hat Ihnen gefallen? Wir freuen uns, wenn sie diesen teilen!







Autor/in:

Herausgeberin / Chefredakteurin

Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach 30 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.





Advertising




Tägliche Touristik News für Reisebüro Agents, Counter, Veranstalter, Fluglinien, Kreuzfahrten
Copyright © für alle Artikel: tip / tip-online.at & Profi Reisen Verlagsgesellschaft m.b.H.