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Tarifkonflikt: Streik der LH-Piloten noch im Sommer möglich


Lufthansa
Mitten in der Hauptreisezeit steigt bei der Lufthansa die Streikgefahr: Wie die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) gestern verkündete, sei eine Urabstimmung zur Vorbereitung eines Arbeitskampfes bereits beschlossen.

Bei der AUA-Mutter Lufthansa könnte es noch im Sommer zu einem Pilotenstreik kommen. Wie ein Sprecher am Donnerstag in Frankfurt bestätigte, hat der Vorstand der Gewerkschaft "Vereinigung Cockpit" die entsprechende Urabstimmung zur Vorbereitung eines Arbeitskampfes bereits beschlossen. Genaue Termine für die Abstimmung oder Fristen nannte die Gewerkschaft aber nicht. Über diese werde noch entschieden.

Streik schon ab August möglich

Bei einer Zustimmung von 70% der stimmberechtigten Gewerkschaftsmitglieder wären demnach unbefristete Streiks möglich, wenn zuvor die noch laufenden Verhandlungen für gescheitert erklärt würden. Insidern zufolge könnte die Gewerkschaft bereits ab Mitte August und damit noch in der Ferienzeit streikbereit sein. Auch der September war in den Vorjahren meist ein besonders verkehrsreicher Monat, sodass ein Streik das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt empfindlich treffen würde.

Festgefahrene Verhandlungen im Tarifkonflikt 

Lufthansa wie VC hatten am Mittwoch aber ihre weitere Verhandlungsbereitschaft erklärt. Grund für die Streikvorbereitungen der VC sind die nach sechs Gesprächsrunden festgefahrenen Verhandlungen über einen neuen Gehaltstarifvertrag, wie aus einem internen Rundschreiben hervorgeht.
Dem Schreiben zufolge hat Lufthansa bisher kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Die VC verlangt nach eigenen Angaben unter anderem Gehaltssteigerungen von 5% im laufenden Jahr und einen automatisierten Inflationsausgleich ab dem kommenden Jahr. Sie hatte den vorherigen Tarifvertrag zum 30. Juni gekündigt.

Im Hintergrund schwelt zudem ein Konflikt über die künftige Konzernstrategie. Die VC hatte sich in der Vergangenheit die exakte Zahl von 325 Flugzeugen garantieren lassen, die ausschließlich von den rund 5.000 Kapitänen und Ersten Offizieren geflogen werden dürfen, die dem Konzerntarifvertrag unterliegen.
Die Lufthansa hatte unter dem Eindruck der Coronakrise die entsprechende Vereinbarung aufgekündigt und begonnen, unter dem Kranich-Logo einen neuen Flugbetrieb (AOC) mit niedrigeren Tarifbedingungen aufzubauen. Die neue Airline soll im Europa-Verkehr wesentliche Aufgaben der bisherigen Kerngesellschaft übernehmen. (APA / red) 


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Foto: privat

Autor/in:

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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