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Swisstainable - klimafreundlich reisen


V.l. Urs Weber, Schweiz Tourismus Österreich, Sabine Stock, Vorständin ÖBB Personenverkehr, und Martin Nydegger, CEO Schweiz Tourismus
In keinem anderen Land der Welt funktioniert der Öffentliche Verkehr so reibungslos wie in der Schweiz. Mit der ÖBB, die ihr Nachtzug-Netz noch erweitern will, erfolgt auch die Anreise klimafreundlich, mit 20 Verbindungen im Zweistundentakt zwischen Österreich und der Schweiz.  

In einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentierten ÖBB und Schweiz Tourismus klimafreundliche Reisemöglichkeiten mit der Bahn. Mit der Initiative „swisstainable“ hat Schweiz Tourismus ein nachhaltiges Tourismusprogramm für die nächsten zehn Jahre ins Leben gerufen. Ziel dabei ist, sämtliche Akteure im Tourismus auf Basis Nachhaltigkeit ins Boot zu holen. „6.000 bis 10.000 Akteure sollen dabei partizipieren“, erklärt Martin Nydegger, CEO Schweiz Tourismus. Das Kernelement dabei ist die Mobilität. Der Öffentliche Verkehr (ÖV) hat in der Schweiz bekanntlich einen hohen Stellenwert. „Die Bahn gilt als Erlebnis, nicht als Infrastruktur“, so Nydegger weiter. Kundenfreundlich ist der Swiss Travel Pass (STP), mit dem Besucher alle ÖV, inklusive vieler Bergbahnen und Schiffslinien, mit einem Ticket nützen können. Der Verkauf des STP liegt in Österreich aktuell um 11% über dem Wert von 2019.

Nach Schätzungen der SBB (Schweizerische Bundesbahn) belaufen sich die Einsparungen beim bestehenden Nachtzugsverkehr ab der Schweiz auf rund 50.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Das entspricht in etwa dem jährlichen CO2-Ausstoß von 30.000 Autos.

In der Schweiz fährt ein/e EinwohnerIn im Schnitt 2.505 Bahnkilomter pro Jahr, in Österreich 1.489. 31,7% aller Touristen in der Schweiz reisen ausschließlich mit der Bahn, allen voran Koreaner 74,9%), Chinesen (71,9%) und Japaner 68,2%). 

Wasserkraft-Antrieb

Bei der SBB werden aktuell 90% des Stroms für die Züge mit Wasserkraft erzeugt, bis 2025 sollen es 100% sein. Die Rhätische Bahn setzt schon jetzt ausschließlich auf Wasserkraft. Weitere energiesparende Maßnahmen wie die adaptive Lenkung, auch „Grüne Welle“ genannt, tragen zum Umweltschutz bei. Das System liefert Fahrempfehlungen an das Lokpersonal, damit diese ungeplanten Stopps vor Haltesignalen vermeiden kann. Somit fahren die Züge flüssiger, energieeffizienter und materialschonender. Eine andere Art der Energiegewinnung wird bei der Gornergrat Bahn eingesetzt: Mit einer Rekuperationsbremse wird die Bewegungsenergie der Züge in elektrische Energie umgewandelt. Bei der Talfahrt wird Energie ins Fahrleitungsnetz zurückgespeist und für die Bergfahrt verwendet. Mit der Energierückgewinnung von drei Talfahrten können bis zu zwei bergauf fahrende Züge versorgt werden.

Ausbau der Nachtzug-Verbindungen

Als „Luxusproblem“ bezeichnet Sabine Stock, Vorständin ÖBB Personenverkehr, dass Reisen nach der Pandemie so schnell wieder gekommen seien. Die Nachtzüge seien größtenteils voll, vor allem im Sommer, aber auch noch in den Herbst hinein. Das bestehende Angebot in die Schweiz soll noch ausgebaut werden. Mittelfristig solle die Schweiz als Knotenpunkt für Nachtzüge in südliche Länder fungieren, kündigt Stock an. Zürich – schon jetzt nach Wien der zweitgrößte Nachtzug-Hub Europas - ist dabei als Start- und Endpunkt eingeplant. Aktuell führt der Nightjet ab Wien nach Zürich und weiter nach Amsterdam. Eine Verbindung, die auch Niederländer gerne nützen.

Der letzte Kilometer ist der längste

Während die Schweiz die Hürde des letzten Kilometers weitgehend überwunden hat, liegt in Österreich noch ein weiter Weg vor den Planern. In der Eidgenossenschaft liegt die Gehdistanz zur nächsten ÖV-Haltestelle bei durchschnittlich 360 Metern. Die ÖBB versuchen die „last mile“ mit Hilfe von Shuttles, Elektrorollern und Rail & Drive, Auto von / bis Bahnhof, abzudecken. Auf der Plattform „Wegfinder“ ist die ganze Strecke durchbuchbar. Ein Angebot, das gerade am Wachsen ist. Als großes Ausbaugeschäft sieht Sabine Stock den Postbus-Shuttle on demand. Der Bedarfstransport wird zu Öffis-Preisen durchgeführt. „Das ist das Konzept der Zukunft. Schiene und Postbus lohnen sich nicht überall“, meint Sabine Stock in Hinblick auf die Mobilität in hinterste Täler. Beim Thema überfüllte Züge sind sich Stock und Nydegger einig: Das ist nicht ein Kapazitätsproblem, sondern ein Steuerungsproblem. Als Abhilfe empfiehlt sich azyklisches Reisen. (red.)


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Autor/in:

Herausgeberin / Chefredakteurin

Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach 30 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.





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