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QTA und DRV fordern mehr Verständnis von der Politik


Gewinne und Verluste - Foto: igorstevanovic / shutterstock.com
Beide Organisationen kritisieren die Politik für fehlendes Verständnis der wirtschaftlichen Probleme in der Touristik. Während die QTA EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen Unverständnis vorwirft, fordert der DRV eine rasche Entscheidung zugunsten einer Gutscheinlösung für stornierte Reisen. 

Die QTA, die größte europäische touristische Vertriebsorganisation, hat ein größeres Verständnis der Politik für die aktuelle Lage der Reisewirtschaft sowie schnellere Lösungen für die wirtschaftlichen Probleme in der Corona-Krise eingemahnt. Besonders der Aufruf der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, sich bei Buchungen des Sommerurlaubs zurückzuhalten, habe der gesamten Branche einen Bärendienst erwiesen, heißt es in einer Aussendung.

Unsensible Aussagen

Mit unsensiblen Aussagen und zugleich fehlenden handfesten Alternativen werde deutlich, wie sehr verantwortlichen Politikern immer noch ein klares Bewusstsein für die dramatischen Folgen der Corona-Pandemie auf die Reisebranche fehle, lautet die Kritik der Reisevertriebs-Organisation. Denn betroffen seien von den Auswirkungen neben tausenden von Arbeitsplätzen in Deutschland bei Veranstaltern und in Reisebüros – oft in strukturschwachen Regionen – auch komplette Urlaubsregionen mit Hoteliers, Busfahrern und Reiseleitern in vielen vom Tourismus abhängigen Regionen Europas, insbesondere in Spanien und Griechenland, aber auch in der Türkei oder in Ägypten.

Lösungen statt Warnungen

Statt spekulativer Warnungen seien jetzt handfeste, politische Lösungen gefragt und vor allem ein Aufruf zur Solidarität mit Tausenden von notleidenden mittelständischen Betrieben und deren Mitarbeitern, so die QTA und weiter: Dass von der Brüsseler Bürokratie statt konkreter Entscheidungen nur schlechte Stimmung komme, werfe ein ausgesprochen schlechte Bild auf die Europäische Union. Die Geschäftsträger der QTA-Kooperation fordern politische Entscheidungsträger sowohl in Berlin als auch in Brüssel auf, sich mehr mit der dramatischen Situation der Reisewirtschaft auseinanderzusetzen. Das Problem bedürfe einer sofortigen strategischen Vorgehensweise. Die Zeit für Diskussionen sei vorbei.

DRV: „Brauchen endlich Gutschein-Lösung“

Unterdessen hat DRV-Päsident Norbert Fiebig den Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier über die dramatische Lage der Unternehmen der Reisewirtschaft informiert. Allein in der Zeit von Mitte März bis Ende April habe die Branche Umsatzeinbußen in Höhe von 4,8 Mrd. EUR zu verkraften.

„Wir brauchen endlich die verpflichtende Gutschein-Lösung, die die Bundesregierung bereits im Kabinett beschlossen hat. Der Prozess in Brüssel ist zu langsam. Die Bundesregierung muss mehr Tempo machen und vorhandene Spielräume für eine nationale Lösung nutzen“, so DRV-Präsident Fiebig.

„Wir sehen uns einem dramatischen ökonomischen Zersetzungsprozess gegenüber – und die nicht vorhandene Entscheidungsfindung der EU tut ihres dazu. Die Reisewirtschaft als Ganzes gerät hier dramatisch zwischen die Mühlsteine und könnte als Industrie zerrieben werden“, mahnte der DRV-Präsident. (red.)


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Autor/in:

Herausgeberin / Chefredakteurin

Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach 24 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.




Touristiknews des Tages
29 Oktober 2020


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