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VIR fordert technologische Förderung


VIR-Vorstand Michael Buller
Eine massive Förderung von Unternehmen bei der Digitalisierung in Deutschland lautete die Forderung des Verband Internet Reisevertrieb e.V. (VIR) auf dem „Online Summit 2020“, der nach der Absage der diesjährigen ITB Messe Berlin in Form einer Online-Pressekonferenz stattfand.

VIR-Vorstand Michael Buller kritisierte dabei die hohe Anzahl neuer Regulierungen für die Digitalindustrie auf bundespolitischer, aber auch auf europäischer Ebene. „Damit laufen wir Gefahr, zukunftsweisende Initiativen von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie von jungen Start-up Gründern zu erdrücken“, zeigte er sich überzeugt.

„Wir müssen wieder zu einem Land werden, in dem gerne investiert wird“, bekräftigte der Digital-Experte.

Hierfür ist ihm zufolge ein maßvoller Umgang mit Regulation dringend notwendig. „Es dürfen nicht weiterhin ständig neue Regeln auf Grund der GAFA-Unternehmen (Google, Apple, Facebook und Amazon) aufgestellt werden“, so Buller weiter. Ziel müsse es vielmehr sein, digitale Themen realistisch einzuschätzen und ein Umfeld zu schaffen, in dem digitale Geschäftsmodelle auch im Kleinen erfolgreich umgesetzt werden können.

Michael Buller bezeichnete es zugleich als „grobe Fahrlässigkeit“, dass der Dienstleistungssektor, zu dem auch die Plattform-Ökonomie gehöre, gerade bei zukunftsorientierten Investitionsplänen fast schon aufgegeben werde. „Förderungen für technische Neuerungen wie zum Beispiel Künstliche Intelligenz dürfen nicht nur in Industriebereiche fließen“, warnt er. „Hier gilt Chancengleichheit für alle, und auch das Dienstleistungssegment braucht diese Technologien, um weiterhin wirtschaftlich erfolgreich agieren zu können.“

Online-Buchungen weiter im Aufwind 

Wie die aktuelle Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR)-Analyse aufzeigt, wurden 2019 mit 67% nochmals mehr Urlaubsreisen auf digitalem Weg gebucht als über analoge Kanäle. Bei den langen Urlaubsreisen (mehr als 5 Tage) lag der Wert zudem erstmals über 50%. Bei den Kurzurlaubsreisen wurden sogar 81% über digitale Kanäle gebucht.

Die am stärksten digital nachgefragten Reiseziele waren 2019 Niederlande, Frankreich und Skandinavien. Bei der Urlaubsform lagen Städtereisen, Aktiv- und Familienurlaube vorne, aber auch Gesundheitsurlaube und Kreuzfahrten werden von immer mehr Reisenden über digitale Kanäle gebucht.

Nachhaltigkeit als Chance 

Ein besonderes Augenmerk richtete die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen bei ihrer diesjährigen Analyse auf das Thema Nachhaltigkeit. Das Interesse der Urlauber hierfür steigt: Laut FUR wünschen sich 61% der Urlaubsreisenden, dass ihr Urlaub ökologisch oder sozial nachhaltig ist (2018: 57%). Rund 73% haben zudem ein mehr oder weniger schlechtes Klimagewissen beim Fliegen, wenngleich FUR keine großen Veränderungen bei nachhaltigem Verhalten im Urlaub feststellen konnte. Nur 6% wählten bewusst nachhaltig zertifizierte Unterkünfte und 3% entschieden sich für eine CO2-Kompensation bei ihren Flugreisen.

VIR-Vorstand Michael Buller nutzte die aktuellen FUR-Zahlen für einen Appell an die Gesamttouristik, bis zum Jahr 2030 Lösungen zu schaffen und eindeutige Zieldefinitionen umzusetzen. Dementsprechend sollten Reisen keinesfalls reduziert, sondern vielmehr bewusster geplant und durchgeführt werden.

Die klare Aussage der Touristik an den Endverbraucher muss 2030 lauten, dass er bei allen Produkten sorglos klimaneutral reisen kann“, so Buller. 

(red)


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Foto: privat

Autor/in:

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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