| news | destination » veranstalter
Malediven: Neue Steuer für die Reisebranche
Im Paradies herrscht Aufregung: Grund dafür ist die geplante Ausweitung der maledivischen Goods and Services Tax (GST) auf ausländische Reiseveranstalter und Reisebüros. Die neuen Steuerpflichten sollen bereits ab 1. Oktober 2026 gelten.
Die Tourismussektor-GST auf den Malediven beträgt derzeit 17%. Dieser Satz wird mit 1. Oktober zwar nicht erhöht, zusätzlich werden aber auch Inbound-Tourismusprodukte sowie damit verbundene Agentur- und Buchungsleistungen ausländischer Anbieter ohne festen Geschäftssitz auf den Malediven GST-pflichtig. Das sieht die am 31. August von der Maldives Inland Revenue Authority (MIRA) veröffentlichte Änderung des Gesetzes vor.
Als Inbound-Tourismusprodukte definiert das Gesetz Unterkunft, Mahlzeiten, Transport und andere touristische Aktivitäten auf den Malediven. Bei Anbietern ohne festen Geschäftssitz auf den Malediven wird für die Berechnung der GST die Gegenleistung für diese lokalen Leistungen abgezogen. Bei Reiseveranstaltern wird damit nicht der gesamte Reisepreis als Bemessungsgrundlage herangezogen.
Scharfe Kritik seitens des DRV
Genau die kurzfristige Einführung kritisiert der DRV. Die gesetzliche Grundlage sei erst am 31. August verabschiedet worden. Für Reiseveranstalter, die ihre Angebote viele Monate im Voraus kalkulieren und verkaufen, sei ein Vorlauf von wenigen Wochen nicht ausreichend. Zahlreiche Reisen für die kommende Wintersaison seien bereits verkauft, Preise festgelegt und Vermarktungsmaßnahmen abgeschlossen.
„Die Malediven sind ein wichtiges Reiseziel für die Kunden von deutschen Reisebüros und Reiseveranstaltern – mit wachsenden Besucherzahlen in den vergangenen Jahren. Umso wichtiger ist es, neue steuerliche Regeln so einzuführen, dass sie planbar, verhältnismäßig und in der Praxis umsetzbar sind“, sagt Albin Loidl, Präsident des Deutschen Reiseverbandes.
DRV fordert Verschiebung
Der DRV hat die Regierung der Malediven aufgefordert, die Einführung zu verschieben und gemeinsam mit der Reisewirtschaft nach praktikablen Lösungen zu suchen. Gefordert werden unter anderem klare Leitlinien, einfache Melde- und Zahlungsprozesse sowie Übergangsregelungen für bereits verkaufte Reisen. Auch für kleinere Unternehmen seien angemessene Registrierungsschwellen oder vereinfachte Verfahren notwendig.
Die Botschaft der Republik Malediven in Berlin habe dem DRV inzwischen mitgeteilt, die vorgebrachten Bedenken und Vorschläge ernst zu nehmen. Das Anliegen werde unterstützt und sei an das Außenministerium in Malé weitergeleitet worden.
An der Planungsrealität vorbei
Zusammen mit dem europäischen Dachverband der Reisebüros und Reiseveranstalter ECTAA warnt der DRV zudem vor zusätzlichem Verwaltungsaufwand. Offen seien unter anderem Fragen zur Registrierung, zur Berechnung der steuerpflichtigen Beträge in komplexen Vertriebsketten sowie zum Umgang mit Stornierungen, Erstattungen und Korrekturen.
„Eine neue steuerliche Belastung wenige Wochen vor Inkrafttreten einzuführen, geht an den Planungsrealitäten der Reisebranche vorbei“, sagt Loidl. „Unternehmen brauchen ausreichend Zeit, um neue Vorgaben in Verträge, Kalkulationen und Systeme einzuarbeiten. Bei bereits verkauften Pauschalreisen können zusätzliche Kosten meist nicht ohne Weiteres an Kunden weitergegeben werden.“ (red)
drv, malediven, steuer, einführung, goods and service tax, marge, reiseveranstalter, planungssicherheit, verschiebun, reisebranche
Autor/in:
Dieter Putz
Redakteur / Managing Editor
Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.
Touristiknews des Tages
7 September 2026
Lesen Sie weitere
Artikel aus dieser Rubrik
-
Madeira: Umweltabgabe für Mietautos
Seit Anfang Juni gilt auf... -
NÖ: Kultur bei Winzer zieht 2.200 Gäste an
Mit dem Auftritt von Tini... -
Weltweitwandern: Hilfe nach der Sturzflut
Die verheerende Sturzflut vom 26.... -
ÖW: Weltkultur kulinarisch interpretiert
Mit „eatArtists“ bringt die Österreich... -
Krisenhinweise - powered by A3M für die Woche 36/37
Krisenfrühwarn-Experte A3M stellt für uns...
