| news | kommentar
Otto Komarek verstorben
Der Vollbluttouristiker und Fachzeitungs-Herausgeber Otto Komarek ist am 30. Juli verstorben.
Vergangene Woche hat Otto Komarek den Kampf gegen seine schwere Krankheit im Alter von 72 Jahren verloren. Berufliche Stationen beim Verkehrsbüro, bei ITAS oder Lauda Air machten ihn zu einem versierten Kenner der Touristik in Österreich und auch im Ausland. Dieses Wissen, gepaart mit kritischem Denken und einem Gespür für pointierte Formulierungen waren die Basis für seinen zweiten beruflichen Abschnitt: als Eigentümer und Herausgeber der touristischen Fachzeitungen Travel Express und Management Express.
Unser Mitgefühl gilt seiner Witwe Sylvie Komarek, seiner Schwester Brigitte , seiner Mutter sowie allen, die ihm nahestanden.
Die feierliche Verabschiedung und Urnenbeisetzung findet am 21. August 2026 um 10:00 Uhr am Friedhof Meidling statt.
… nur ein paar Schritte voraus!
Ein Nachruf von Brigitte Charwat
In erster Linie war Otto Komarek mein Bruder, später auch mein Chef und noch ein bisserl später (m)ein Mitbewerber in der schönsten Branche der Welt. Jetzt hat Otto, ein Durch-und-Durch Touristiker der alten Schule und als Herausgeber der Branchen-Fachmedien Travel Express und Management Express ein Garant für fundierten, ehrlichen und auch kritischen Qualitäts-Fachjournalismus am 30.7.2026 die Bühne des Lebens verlassen und sich auf seine letzte Reise begeben.
Otto, und ich darf hier allein schon aus rein verwandtschaftlicher Begründung beim Vornamen und Du bleiben, war das, was man gemeinhin gerne als kritischen Kopf bezeichnet. Dabei trifft‘s diese Titulierung exakt, weil sich mein Bruder Zeit seines Lebens und gerade in all seinen beruflichen Positionen – vom Jungspund im altehrwürdigen Verkehrsbüro über seine Führungsrollen im legendären IRS, dann natürlich bei ITAS bis hin zur „alten“ Lauda Air von jeher immer der Wahrheit verpflichtet gefühlt hat. Mit ziemlicher Sicherheit auch jetzt, auf der anderen Seite des Lichts …
Eben diese Wahrheitsfindung – egal um welch großes oder kleines Thema es auch ging - verbunden mit einer reichlichen Portion angeborener Skepsis, hat er mitunter bis zum Exzess gelebt und sicher auch geliebt. In diesem „Job“ ist er einfach aufgegangen. Und hat mit seiner Unbeirrbarkeit auch ganz oft genau ins Schwarze getroffen und sich damit, wenn man so will, zu einer unverwechselbaren starken Marke gemacht. Was ihm dann auch den durchaus positiv gemeinten Ruf eines streitbaren Geistes eingebracht hat.
Kein Ja-Sager
Otto war kein Ja-Sager und schon gar kein Speichellecker, er war ein grader Michl und grundehrlicher guter und bescheidener Mensch. Auch dann, wenn ihn das für sein kleines, feines Branchenmedium, das er nach seinen aktiven Jahren im touristischen Outgoing erfolgreich aufgebaut hat, so manch größeres Anzeigenvolumen gekosten hat. Das nennt man Rückgrat, Verbiegen ging für ihn gar nicht und nie, auch wenn er sich das Leben – vor allem das im touristischen Verlagswesen und Wettbewerb – mit einem bisserl Auge zudrücken etwas leichter hätte machen können. So wurde Otto auch zu meinem beruflichen Vorbild und in seiner touristischen Laufbahn, in den guten wie auch schwierigen und von vielen Krisen und Katastrophen geprägten Jahren – wir reden hier von einer Zeitspanne von mehr als 50 Jahren - zu einem fixen und wertvollen Bestandteil der heimischen Tourismusbranche. Der mit seinen festen Grundsätzen, seinem profunden Fachwissen und vor allem seiner Handschlagqualität für viele Entscheider ein begehrter „Sparringspartner“ im touristischen Geschehen und für einen kleineren Kreis auch ein sehr guter Freund war.
Es gibt unzählige Schnurren, Anekdoten und lustige Gschichtl, geprägt von seinem typischen vifem Schmäh und viel Unbeschwertheit, die allesamt die unverwechselbare Komareksche spitze wie auch humorvolle Handschrift tragen. Vielleicht schreib ich ja mal ein Buch darüber …
Dank Otto bin auch ich in der schönsten Branche der Welt gelandet, in der wir letztlich zu Mitbewerbern wurden. Otto als Herausgeber der intellektuelleren touristischen Publikationen und ich – nach meinen Jahren in seinem O.K. Verlag und Wechsel in den Manstein Verlag und als spätere Chefredakteurin des Countermagazins traveller. Eine Konstellation und Situation, die anfangs zumindest für mich, doppelt schwierig war. Schaute ich doch immer zu meinem großen Bruder auf. Otto war nämlich immer mein Hero, in Kindheitstagen am Strand von Lignano gleichermaßen wie nun im harten Wettbewerb um gute Geschichten und gutes Geschäft. Ja, wir waren Konkurrenten, haben dieses Match aber nie unfair, intrigant oder mit blöder Haxelbeißerei – darum haben sich immer andere gekümmert - sondern stets ehrlich, offen und immer innerhalb der von uns abgesteckten Linien gespielt.
Das Leben ist es einfach wert!
Tja, und dann traf Otto die perfide Hinterlist einer unheilbaren Krankheit, gegen die selbst der beste kritische Kopf und Skeptiker kein probates Rezept mehr findet. Um dem Arschloch – sorry, aber einen anderen Ausdruck gibt es für dieses gemeine Etwas nicht – ins selbige zu treten.
Am 30. Juli 2026 hat Otto den Kampf verloren und seine letzte Reise angetreten. Ich bin mir sicher, dass er auch auf seinem Weg auf die andere Seite des Lichts kritisch bleiben und nichts unkommentiert lassen wird …
Ciao und mach’s gut auf Deiner Reise hintern den uns (noch) unbekannten Horizont. Wir leben das Leben bei dem einen oder anderen Glaserln noch ein bisserl weiter. Weil wie Du’s uns aufgetragen hast: Das Leben ist es einfach wert!
Ja und dann sehen wir uns wieder, denn in Wahrheit bist Du uns nur um ein paar Schritte voraus …
nachruf, Otto Komarek, verstorben, verabschiedung, abschied, beisetzung
Autor/in:
Julia Trillsam
Redakteurin
Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.
Touristiknews des Tages
3 August 2026
Lesen Sie weitere
Artikel aus dieser Rubrik
-
Fachverband Reisebüros kritisiert Flugabgabe und Ortstaxe
Der Fachverband Reisebüros kritisiert die... -
Offener Brief von ÖRV und WKÖ: Irankrieg belastet Reisebranche
Eine aktuelle Umfrage zeigt deutliche... -
ZDF-„Insider“: viel heiße Luft
Eine ZDF-Sendung, die vermeintliche Missstände... -
AirHelp-Statement zur Revision des Fluggastrechts
Tomasz Pawliszyn, CEO des Travel-Tech-Unternehmens... -
FTI-Rückzahlungen: Österreichische Verbände kritisieren DRSF
Viele Betroffene der Insolvenz von...
