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Urlaubsbarometer 2026: Reiselust trifft Sicherheitsdenken
Die Reiselust der Österreicher:innen bleibt 2026 trotz instabilen geopolitischen Umfelds hoch, gleichzeitig gewinnen Sicherheitsaspekte und Kosten bei der Reiseentscheidung deutlich an Bedeutung.
Die Reiseabsichten der Österreicher:innen bleiben auch 2026 auf einem stabil hohen Niveau. Laut der 25. Ausgabe des Europ Assistance Urlaubsbarometers geben 80% an, reisebegeistert zu sein, 43% davon sogar „sehr begeistert“. Weltweit planen 8 von 10 Befragten eine Urlaubsreise. Damit setzt sich der Trend des Vorjahres fort – und das trotz geopolitischer Spannungen und steigender Lebenshaltungskosten. „Aufbauend auf den Rekordwerten des Vorjahres ist die Reiselust trotz schwieriger Abwägungen und der weiterhin hohen Lebenshaltungskosten ungebrochen. Sicherheitsaspekte beeinflussen die Wahl des Reiseziels immer stärker, während künstliche Intelligenz weltweit an Bedeutung gewinnt“, sagt Virginie Babinet, CEO Travel Insurance & Assistance bei Europ Assistance.
Sicherheit und Kosten als zentrale Faktoren
Gleichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen für die Urlaubsplanung. Sicherheitsaspekte rücken stärker in den Fokus: In Europa nennen 30% der Befragten Sicherheit als einen der entscheidenden Faktoren, in Österreich liegt dieser Wert bei 29%. Parallel dazu spielen Inflation und gestiegene Preise eine zentrale Rolle. Vor diesem Hintergrund werden bestimmte Destinationen zunehmend gemieden. Dazu zählen Afghanistan (18%), Iran (16%), die USA (14%), Israel (14%), Russland (9%) sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (6%). Auch Asien verliert spürbar an Bedeutung und wird nur noch von 7% der europäischen Befragten als Reiseziel genannt – ein Rückgang um 8 Prozentpunkte. Ein Blick auf das Vorjahr zeigt, dass sich dieser Trend bereits abzeichnete: Regionen mit geopolitischen Spannungen wurden schon 2025 deutlich seltener gewählt.
Mittelmeer bleibt führend
Bei der konkreten Urlaubsplanung zeigt sich ein klarer Trend: 36% der Österreicher:innen planen 2026 einen Urlaub im Inland. Wer ins Ausland reist, entscheidet sich weiterhin bevorzugt für klassische Mittelmeer-Destinationen – allen voran Italien (23%), gefolgt von Kroatien (15%) und Griechenland (12%). Ausschlaggebend für die Wahl des Reiseziels sind vor allem das Wetter, frühere positive Erfahrungen sowie die Sicherheit vor Ort. Beim bevorzugten Urlaubstyp liegt das Meer mit 63% deutlich voran, während 25% Städtereisen planen, 21% einen Aufenthalt am Land und 19% in den Bergen (Mehrfachnennungen möglich).
Steigende Ausgaben erwartet
Das durchschnittlich geplante Urlaubsbudget in Österreich liegt 2026 bei 2.489 EUR und damit weiterhin über dem europäischen Schnitt von 2.089 EUR. Im Vergleich zum Vorjahr (2.584 EUR) ist das Budget zwar leicht gesunken, dennoch gehen 51% der Befragten davon aus, dass ihre tatsächlichen Ausgaben steigen werden. Finanzielle Gründe bleiben gleichzeitig der wichtigste Anlass, um ganz auf einen Sommerurlaub zu verzichten.
Künstliche Intelligenz etabliert sich
Deutlich dynamischer entwickelt sich der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Reiseplanung. 27% der Österreicher:innen haben entsprechende Anwendungen bereits genutzt – im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 13%. KI wird dabei vor allem zur Recherche von Routen und Aktivitäten eingesetzt. Die Bereitschaft zur vollständigen Automatisierung bleibt jedoch begrenzt: 10% würden ihre Reise vollständig von einer KI buchen lassen, weitere 27% können sich dies vorstellen, sofern sie die Vorschläge vorab prüfen und freigeben. Im internationalen Vergleich ist die Nutzung deutlich weiter verbreitet, etwa in Indien (69%) oder in den Vereinigten Arabischen Emiraten (60%).
Nachhaltigkeit verliert an Priorität
Das Thema Nachhaltigkeit bleibt präsent, rückt jedoch gegenüber Sicherheits- und Kostenaspekten in den Hintergrund. 38% der Österreicher:innen sehen den ökologischen Einfluss des Reisens als Einschränkung – deutlich weniger als Inflation (73%) oder geopolitische Konflikte (63%). Auch während der Reise selbst stehen andere Themen im Vordergrund: Der eigene CO2-Fußabdruck beschäftigt rund ein Viertel der Befragten.
Verkehrsmittel und Absicherung
Bei der Wahl der Verkehrsmittel dominieren weiterhin das Flugzeug (50%) und das Auto (46%), während 20% der Reisenden die Bahn nutzen (Mehrfachnennungen möglich). Parallel dazu ist das Bedürfnis nach Absicherung hoch: 72% der Österreicher:innen schließen eine Reiseversicherung ab. Besonders häufig werden der Verlust persönlicher Gegenstände, Unfälle sowie Krankheitsfälle abgesichert.
Methodik der Befragung: Für das Europ Assistance Urlaubsbarometer 2026 wurden zwischen 27. Februar und 7. April 2026 insgesamt 11.001 Personen in Europa sowie 15.000 Personen außerhalb Europas durch das Marktforschungsunternehmen Ipsos online befragt. Die Stichprobe basiert auf einem Quotenverfahren. (red)
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Autor/in:
Julia Trillsam
Redakteurin
Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.
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