100 Jahre Rax-Seilbahn


Foto: Scharfegger's Raxalpen Resort
Die Rax-Seilbahn im Sommer
Foto: Scharfegger's Raxalpen Resort
Familienausflug auf die Raxalpe

Die Rax-Seilbahn in den Wiener Alpen in Niederösterreich feiert im Jahr 2026 ihr 100-jähriges Bestehen und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Seit ihrer Eröffnung am 9. Juni 1926 als erste Personen-Seilschwebahn Österreichs befördert sie Generationen von Natur- und Berginteressierten auf das Rax-Plateau.

Seilbahnen erschließen heute zunehmend innovative Verkehrswege – nicht nur in Gebirgsregionen, sondern auch in städtischen Gebieten. Sie eröffnen neue Perspektiven für Mobilität und Tourismus. Ein Paradebeispiel für diese Entwicklung ist die Rax-Seilbahn. In der Presse zur Zeit der Inbetriebnahme wurde sie als „Mittelding zwischen Flugzeug und Omnibus“ beschrieben und zu einem Sinnbild des Fortschritts. Auch heute stellt sie noch eine technische Meisterleistung dar: In weniger als acht Minuten überwindet sie im Pendelbetrieb mehr als 1.000 Höhenmeter und bringt Gäste von Hirschwang auf das 1.546 Meter hohe Rax-Plateau.

Beliebtes Ausflugsziel

Die Vision einer technischen Bergerschließung entstand aus dem Wunsch, die Raxalpe – bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein beliebtes Ziel für Alpinisten und Erholungssuchende – für breitere Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen. Der Aufstieg war mühsam und nur zu Fuß oder mit Pferdewagen möglich. Der Hotelier und Bergfreund Camillo Kronich setzte sich vehement für das Projekt ein, und 1925 begann der Bau der Seilbahn. Eine gewaltige Ingenieurleistung, die trotz schwierigen Terrains in Rekordzeit realisiert wurde.

Tourismusmacher in der Region

Der Betrieb der Rax-Seilbahn ist eng mit der Familie Scharfegger verbunden, die seit über 50 Jahren als treibende Kraft hinter der touristischen Entwicklung der Region steht. Nach der Übernahme des Kaiserhofs in Prein und der Errichtung des Kultlokals „Preiner Stadl“ wuchs ihre touristische Unternehmung kontinuierlich. Im Laufe der Jahre kamen der „Raxalpenhof – Zuhause am Land“, die Rax-Seilbahn samt Talstationsbuffet und dem zugehörigen Park'n'Camp, der Raxalm-Berggasthof, das Ottohaus sowie das Raxalpen-Tourismus-Incomingbüro hinzu. Heute wird die Familie als die „Tourismusmacher“ der Region bezeichnet.

Die Rax-Seilbahn selbst wurde 2016 umfassend revitalisiert, um den modernen Anforderungen des Tourismus gerecht zu werden. Mit neuen Antriebssteuerungen, modernisierter Seilbahn- und Elektrotechnik sowie einer verlängerten Konzession für weitere 25 Jahre seien höchste Sicherheitsstandards und ein reibungsloser Betrieb gewährleistet worden. Diese Investitionen würden sicherstellen, dass die Rax-Seilbahn mit rund 200.000 Gästen jährlich weiterhin ein bedeutendes touristisches Aushängeschild Niederösterreichs bleibe, heißt es in der Pressemeldung. Heute führt Bernd Scharfegger, der Sohn von Fritz und Grete, die Betriebe unter der Dachmarke „Scharfegger’s Raxalpen Resort“.

Pioniere & Freigeister

Neben der technischen Erneuerung setzt die Rax-Seilbahn auf innovative Besucherangebote. Das Projekt „Pioniere & Freigeister“, das sich derzeit in der zweiten Ausbauphase befindet, kombiniert Geschichte, Natur und Erlebnis auf einzigartige Weise. Schautafeln, Skulpturen und interaktive Stationen entlang thematischer Wege laden dazu ein, sich mit der traditionsreichen Geschichte der Rax auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt stehen berühmte Persönlichkeiten, die sich von der Rax inspirieren ließen – darunter Sigmund Freud, Arthur Schnitzler und Viktor Frankl. Eine besonders kreative Idee innerhalb dieses Konzepts sind die sogenannten „Sigmunds“: zehn Couch-Elemente, die der berühmten Couch Freuds nachempfunden sind und zum Verweilen einladen. Untrennbar mit der Raxalpe verbunden sind auch die Festspiele Reichenau, die wesentlich zur Förderung des lokalen Kulturlebens beitragen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sicherheit am Berg. Die enge Zusammenarbeit mit der Bergrettung Reichenau, die 2026 ihr 130-jähriges Bestehen feiert, unterstreicht das Bewusstsein für alpine Gefahren und Prävention. Herausragendes Symbol hierfür sind Hinweisschilder, Folder sowie die „140-Skulptur“, die den Gästen die Bedeutung der alpinen Notrufnummer vermittelt. 

Zukunftsorientierter Tourismus

Mit ihrem 100-jährigen Bestehen beweist die Rax-Seilbahn ihre Relevanz als nachhaltiges und zukunftsorientiertes Tourismusprojekt. Neben umweltfreundlichen Anreisemöglichkeiten – wie den attraktiven ÖBB-Paketen oder dem Sommerfrische-Kombiticket mit der nostalgischen Höllentalbahn – setzt man auch auf infrastrukturelle Maßnahmen, die eine ressourcenschonende Zukunft fördern. Das Mobilitätsprojekt „RUFbus“ Semmering-Rax gilt als Vorzeigemodell und sorgt seit 2022 für eine deutliche Entlastung der Verkehrssituation. (red)


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Autor/in:

Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.





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