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Tourismus im Alpenraum: Solider Start in den Sommer
Die Beherbergungsbetriebe im Alpenraum liegen im Sommer 2026 bezüglich der Auslastung nahezu auf Vorjahresniveau, die Durchschnittsraten steigen jedoch im Vergleich zu 2025, so das Ergebnis einer Analyse des unabhängigen Beratungsunternehmens Kohl > Partner.
Mit Abschluss des Monats Mai und dem aktuellen Forecast für Juni bis Oktober (Stand Mitte Juni) zeige sich ein insgesamt stabiler Start in die Sommersaison 2026. Entscheidend sei: Mai und Juni müssen kumuliert betrachtet werden. Die Vorverlegung von Feiertagen und Pfingstterminen vom Juni 2025 in den Mai 2026 würden den Vergleich verzerren. Der Mai habe mit 58% Auslastung deutlich über dem Vorjahr geschlossen. Der Juni liege mit 58 % Auslastung leicht unter dem Vorjahresniveau. In der kumulierten Betrachtung von Mai und Juni relativiere sich damit der Kalendereffekt; die Nachfrage zeige sich stabil, jedoch ohne strukturelle Beschleunigung, so die Analyse.
Gesamtsaison auf Vorjahresniveau
Für den Zeitraum Mai bis Oktober liege die durchschnittliche Auslastung im Alpenraum mit 42% nahezu auf Vorjahresniveau. Der durchschnittliche Zimmerpreis erhöhe sich von 281 auf 295 EUR (+5%). Die Nachfragebasis bleibe damit stabil und zeige keine zusätzliche Dynamik. Die Hauptmonate Juli und August würden aktuell 51% beziehungsweise 45% Auslastung erreichen und damit weiterhin deutliches Nachfragepotenzial aufweisen. Die Buchungskurven verlaufe flacher als im Vorjahr, der Pickup erfolge kurzfristiger. Regional zeige sich eine zunehmende Differenzierung:
- Südtirol erreiche mit 48% die höchste Gesamtauslastung und bestätigte seine Marktposition.
- Bayern liege mit 43% nahezu auf Vorjahresniveau.
- Tirol steigere sich auf 37% und verzeichne das stärkste relative Wachstum (+1,2%), bleibe jedoch im absoluten Niveau weiterhin zurück.
Erlöse steigern sich durch erhöhte Raten
Der Anstieg des RevPAR (Revenue Per Available Room) im Alpenraum sei vorwiegend ratenseitig getrieben. Die Mengenentwicklung bleibe nahezu unverändert. Regional zeige sich ein differenziertes Preisbild:
- Südtirol bestätige seine Preisführerschaft mit einer ADR (Average Daily Rate) von 330 EUR (+5 %).
- Tirol erreiche 256 EUR (+4 %).
- Bayern liege bei 242 EUR (+6 %) und zeige das stärkste relative Wachstum
Die Zahlungsbereitschaft der Gäste sei grundsätzlich vorhanden. Gleichzeitig steige jedoch die Preissensibilität, Gäste würden intensiver vergleichen, Buchungen kurzfristiger erfolgen, Preisunterschiede unmittelbarer wirken, so die Studienautoren. Thomas Steiner, Managing Partner von Kohl > Partner, ordnet ein: „Wir sehen aktuell keinen Nachfrageboom, sondern eine stabile Basis in einem fragileren Umfeld. Die geopolitischen Spannungen wirken weniger als kurzfristiger Schock, sondern als dauerhafte Unsicherheitskomponente. Das beeinflusst Investitionsentscheidungen, Finanzierungskosten und Risikobewertungen. Entscheidend ist nicht, ob der RevPAR steigt, sondern ob Betriebe ihre Ergebnisstruktur nachhaltig absichern. Wer Fixkostenquote, Kapitalbindung und Produktivität nicht konsequent optimiert, wird trotz höherer Umsätze unter Margendruck geraten.“ (red)
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Autor/in:
Dieter Putz
Redakteur / Managing Editor
Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.
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10 Juni 2026
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