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WKÖ: Stabiler Sommer aber Sorge um Herbstbuchungen


Wandern in Österreich
Obowhl der Juli etwas schlechtere Nächtigungszahlen aufweist als der Vergleichsmonat im letzten Jahr, zeigen sich die Obfrau des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Susanne Kraus-Winkler, und Gregor Kadanka, Obmann des WKÖ-Fachverbands Reisebüros, durchaus zufreiden mit dem Verlauf. Für einen guten Herbst fehle jedoch die Planbarkeit, so die Experten.

„Der Sommer 2021 ist österreichweit stabil, wenn auch regional vollkommen unterschiedlich verlaufen. Wir schauen aber mit Respekt und Sorge auf den Herbst und unsere Buchungslage“, kommentiert die Obfrau des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Susanne Kraus-Winkler, die heute veröffentlichten Nächtigungszahlen der Statistik Austria. Demnach wurden für den diesjährigen Juli 15,44 Mio. Nächtigungen registriert, was gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres einer Abnahme von 0,8% entspricht. Die Zahl der Nächtigungen ausländischer Gäste war im Vergleich zum Vorjahres-Juli halbwegs stabil (-0,2), aber liegt noch immer fast 30% unter dem Ergebnis von Juli 2019. Bei den inländischen Gästenächtigungen war im Vergleich zum Vorjahres- Juli zwar ein Minus von 1,9% auf 5,5 Mio. Nächtigungen zu verzeichnen, allerdings verzeichnen diese erfreulicherweise einen Anstieg von 13,7% im Vergleich zum „Vor Corona- Jahr 2019“. „Diese treuen und verlässlichen inländischen Gäste sind unsere wichtigste Basis, aber natürlich fehlen uns die ausländischen Märkte, und das spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Allein bei unserem wichtigsten Herkunftsmarkt Deutschland verzeichnen wir im Vergleich zum bereits so schwierigen Vorjahres-Juli einen Rückgang von 430.000 Nächtigungen, ebenso Rückgänge bei den Niederländern und CZ, ganz zu schweigen von Gästen aus Übersee, GB etc.“

Regionale Unterschiede

Die regionalen Unterschiede hängen sehr stark mit der Ausrichtung und der Differenzierung zwischen Ferien- und Wellness- Hotellerie auf der einen Seite und Seminar- Städtetourismus auf der anderen Seite zusammen. Während die Zahlen im Burgenland und der Steiermark über dem Vorkrisenniveau 2019 liegen, verzeichnen allen anderen Bundesländer ein Minus im Vergleich zu 2019. Wien, als Zugpferd für den Tourismus verzeichnet gar ein Minus von 65%.

Ausblick auf den August

Der August verlaufe bisher auch recht gut, allerdings liegen auch hier die Buchungen österreichweit gesehen noch noch weit unter dem Niveau des Sommers vor Corona und werden viele Betriebe nicht einmal die Buchungslage vom August 2020 halten können, weil heuer mehr Urlauber in südliche Länder - vor allem nach Kroatien und Italien – gereist sind als im Vorjahr.

Herbst mit Fragezeichen

Der Ausblick in die kommenden Monate ist aus aktueller Sicht verhalten positiv, so Kraus-Winkler: „Der Herbst ist vor allem im September derzeit ganz gut gebucht, Oktober und Folgemonate sind noch ein großes Fragezeichen. Kongresse und Seminare ziehen ebenfalls wieder an und ermöglichen damit zum ersten Mal seit langer Zeit wieder höhere Buchungszahlen im Städtetourismus. Umso wichtiger sei es, dass Veranstaltungen, die längere Vorlauf- und Planungszeiten haben, jedenfalls durchgeführt werden können!“

In dieselbe Kerbe schlägt Gregor Kadanka, Obmann des WKÖ-Fachverbands Reisebüros: „Die Möglichkeit zur Abhaltung von Kongressen, Messen und Seminaren ist für viele unserer Mitgliedsbetriebe im Incomingbereich von essentieller Bedeutung. Im Rahmen der Planungssicherheit ist es wichtig, bereits heute zu wissen mit welchen Regelungen bei einem Ansteigen der Infektionszahlen zu rechnen ist. Mit Zutrittsregelungen – also beispielsweise 3G - oder einer Maskenpflicht kann die Branche sicher gut arbeiten. Quadratmeterbeschränkungen würden uns jedoch die Veranstaltung von Kongressen und Seminaren verunmöglichen und sollten daher jedenfalls vermieden werden. Dabei sollte die Politik auch nicht vergessen, dass beispielsweise ein Ärztekongress oder ein Firmenmeeting nicht mit anderen Veranstaltungen wie Zeltfesten oder Popkonzerten verglichen werden kann.“

Winterbuchungen noch verhalten

Die die Buchungslage für den Winter 2021/22 läuft „zwar vorsichtig zurückhaltend, aber immerhin an“, so Kraus-Winkler. Viele Hotelieres berichten, dass es sich allerdings großteils um verschobene Buchungen aus dem vergangenen Winter handelt, also jene Reisen, welche die Gäste aus dem Lockdown-Winter 2020/21 nachholen möchten. Das Thema der extrem kurzfristigen Buchungen wird die Branche in Zukunft noch stärker beschäftigen. Nicht zuletzt wegen der Pandemie entscheiden Gäste immer spontaner, ob sie ihren Urlaub auch wirklich antreten. Daher sei es wichtig, dass die Entscheidungsträger mit Bedacht kommunizieren. „Jede vorschnell getätigte Aussage – zum Beispiel über 1G oder 2G - führt in der Sekunde zu Verunsicherung und damit zu Stornos und zu einem Rückgang bei den Anfragen und damit zu enormen finanziellen Einbußen bei unseren Betrieben.“

Infektionszahlen entscheidend

Das Um und Auf für die wirtschaftliche Weiterentwicklung und den touristischen Verlauf der Wintersaison ist, wie es mit den Infektionszahlen weitergeht. Jeder Einzelne könne mit einer Impfung gegen Covid einen Beitrag leisten, damit es nicht wieder zu Verschärfungen kommt, die zu Lasten der Betriebe und ihrer Beschäftigten gehen, appellieren Kraus-Winkler und Kadanka. „Weitergehende Verschärfungen oder gar Schließungen würden sehr viele unserer Betriebe, sei es in der Hotellerie oder auch bei den Reisebüros, wirtschaftlich nicht mehr überleben. Es ist ganz einfach: Einen zweiten Totalausfall im Winter können wir uns einfach nicht leisten.“

Hotellerie-Obrfau Kraus-Winkler betont abschließend: „Wie schon im vergangenen Jahr bereiten sich unsere Hotels und Destinationen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als verantwortungsvolle Gastgeber mit Qualität, Einsatz, Durchhaltevermögen und vor allem mit einem breit gefächerten und Corona gerechten, sicheren Angebot auf die kommende, sicher noch herausfordernde, Wintersaison vor. Wir hoffen, dass wir erfolgreich unter Beweis stellen können, daß der Wintertourismus, wie auch der vergangene Sommer, gut und sicher laufen kann.“ (red)


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Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit über 20 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlags-Teams. Fast jedes geschriebene Wort das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.





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