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ANA: Umstellung des Geschäftsmodells


All Nippon Airways fliegt neu nach Sydney
Die japanische Fluggesellschaft will sich tiefgreifend verändern und sich so auf die neue wirtschaftliche Situation angesichts der COVID-19 Krisensituation im globalen Luftverkehr einstellen.

Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb zu sichern, die Zahl der Flugangebote zu reduzieren und die Kosten zu senken. Im Kern bedeutet dies die Einführung einer dritten Marke, die als Billigfluggesellschaft Flugverbindungen in Asien anbietet, und eine deutliche Reduzierung der Langstreckenjets in der Flotte der Premiummarke ANA. Mit diesen strukturellen Reformen setzt sich die ANA-Group mit den Veränderungen im Reiseverkehr auseinander und wappnet sich gegen künftige globale Risiken.

Mehr Leisure, weniger Business

Der japanische Marktführer geht davon aus, dass die Nachfrage nach Geschäftsreisen zurückgeht und auf längere Sicht nicht das frühere Niveau wieder erreicht. Die Nachfrage nach Freizeitreisen und Reisen für Besuche von Freunden und Verwandten hingegen wird wahrscheinlich weiterhin stabil bleiben. Hier sieht die Gruppe sogar Wachstumspotenziale. Ein neues Nachfragepotential soll zudem aus bisher unerschlossenen Märkten kommen. Faktoren wie eine größere Hygiene während des Reisens, hohe Sicherheitsstandards, die Einführung kontaktloser und automatisierter Services sowie die Vereinfachung von Dienstleistungen und mehr Anpassungsmöglichkeiten spielen eine immer größere Rolle.

„Die ANA Holding befindet sich in einer Phase der ehrgeizigen Transformation mit dem Ziel, den Kernbetrieb zu stärken und das Unternehmen für langfristiges Wachstum und nachhaltigen Erfolg in einem Markt zu positionieren, der noch immer sehr von COVID-19 beeinflusst ist. Wir werden daher eine neue Geschäftsstruktur einführen, die auf zwei Hauptstrategien basiert. Es geht nicht nur um Kostensenkungen, sondern auch darum, wie eine völlig neue, zukunftsorientierte Unternehmensstrategie angesichts der Veränderungen im Reiseverkehr aussehen könnte“ , sagte Shinya Katanozaka, Präsident und CEO der ANA Holding.

Neue Airline für innerasiatische Strecken

Zusätzlich zu ANA und der Low Cost Airline Peach Aviation Limited soll daher eine dritte Airline-Marke auf der Grundlage des Geschäftsbereichs der aktuellen Air Japan etabliert werden. Damit strebt die Gruppe nachhaltiges Wachstum durch die Umgestaltung der Dienstleistungen der drei Fluggesellschaften an. Sie sollen ein breiteres Spektrum an Kundenbedürfnissen in Bezug auf Preisgestaltung und Dienstleistungen abdecken. Die Dienstleistungen der einzelnen Fluggesellschaften werden so umgestaltet, dass sie während und nach COVID-19 dem „neuen Normal“ entsprechen. Durch eine intensive Zusammenarbeit bei allen Marketingaktivitäten und den nahtlosen Übergang zwischen den Marken wird das Reiseerlebnis für die Kunden maximiert.

Die Einführung der neuen Airline-Marke der ANA Group ist derzeit für das übernächste Geschäftsjahr 2022 geplant. Sie soll gezielt Billigflug-Angebote über mittlere Entfernungen zu Zielen in Südostasien und Ozeanien entwickeln. Diese neue Marke soll aus dem Flugbetrieb der Air Japan heraus entwickelt werden, die aktuell Teil der Kernmarke ANA ist. Das neue Unternehmen soll in der Lage sein, schnell auf plötzliche Veränderungen der Nachfrage zu reagieren und den Flugbetrieb nach der Gründung rasch aufnehmen. Der ausschließliche Einsatz von Flugzeugen des Typs 787 mit mehr als 300 Sitzen garantiert Flüge zu niedrigen Stückkosten.

Ausmusterung von 28 Fliegern

Um zwischendurch die Kosten- und Angebotsstrukturen der Kernmarke ANA an die Nachfrage anzupassen, will der japanische Marktführer zudem noch in diesem Jahr insgesamt 35 Flugzeuge aus der Flotte nehmen – 28 Flugzeuge mehr als die ursprünglich geplanten sieben Jets. Vor allem Großraumjets vom Typ Boeing 777 sollen die Flotte verlassen – insgesamt 22. Außerdem werden die Auslieferung einer Boeing 777 und eines noch ausstehenden Airbus A380 verzögert. Dies führt zu einer Reduktion um 24 Großraumflugzeugen gegenüber dem ursprünglichen Plan. Die Flotte der gesamten ANA-Gruppe (einschließlich Peach Aviation) wird im Vergleich zum ursprünglichen Plan im laufenden Geschäftsjahr um 33 Flugzeuge reduziert. (red)


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