TUI hofft trotz Iran-Krieg auf starkes Last-Minute-Geschäft


TUI Campus in Hannover
TUI Deutschland verzeichnet für den Sommer 2026 bislang weniger Buchungen als im Vorjahr. Trotz geopolitischer Spannungen rechnet der Reisekonzern jedoch weiterhin mit einer stabilen Reiselust und hofft auf ein starkes Last-Minute-Geschäft.

Wie TUI in Hannover mitteilte, hätten bislang knapp die Hälfte jener Kund:innen, die im Sommer verreisen möchten, ihre Reise noch nicht gebucht. Gleichzeitig verschiebe sich die Nachfrage aufgrund des Iran-Kriegs deutlich in Richtung westliches Mittelmeer. Besonders gefragt seien derzeit Spanien inklusive Balearen und Kanaren sowie Griechenland. Für Destinationen wie Ägypten, die Türkei und Zypern entwickle sich die Nachfrage hingegen schwächer. TUI-Chef Sebastian Ebel erklärte, im westlichen Mittelmeer sehe man eine normale bis gute Nachfrageentwicklung, „das sehen wir im Osten nicht“.

Nachfrage verlagert sich 

Für schwächer nachgefragte Ziele wolle TUI mit Angeboten gegensteuern. „Das bedeutet kleinere Margen für uns, aber bessere Preise für die Kunden“, so Ebel. Gleichzeitig zeigten Marktanalysen, dass ähnlich viele Menschen verreisen wollten wie im Vorjahr. Befürchtungen, dass Reisende verstärkt auf Urlaub mit dem Auto etwa an Nord- oder Ostsee ausweichen könnten, hätten sich bislang nicht bestätigt. Daher hoffe TUI Deutschland weiterhin auf ein starkes Last-Minute-Geschäft. Im Winterhalbjahr verreisten laut Konzern insgesamt 12,8 Mio. Gäste mit TUI und damit etwas mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Auch bei den Preisen erwartet TUI vorerst keine größeren Veränderungen. Besonders in Spanien und Griechenland gebe es laut Ebel wenig Gründe für günstigere Preise seitens der Hotels oder Veranstalter. Die Reisepreise lägen aktuell durchschnittlich auf Vorjahresniveau. Der bislang gebuchte Sommerumsatz liege derzeit allerdings rund 7% unter dem Niveau des Vorjahres, auch die Zahl der Urlauber:innen entwickle sich ähnlich.

Krieg belastet Geschäftszahlen

Die geopolitischen Spannungen wirken sich inzwischen auch auf die Geschäftszahlen aus. Bereits im April hatte TUI die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2025/26 ausgesetzt und die Gewinnerwartungen reduziert. Daran halte der Konzern weiterhin fest. Der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes EBIT) soll laut TUI zwischen 1,1 Mrd. und 1,4 Mrd. EUR liegen und damit möglichst nahe an das Vorjahresniveau von 1,4 Mrd. EUR herankommen. Die ursprünglich erwartete Steigerung von 7% bis 10% wurde aufgegeben.

Im ersten Halbjahr bis Ende März 2026 lag der Umsatz mit 8,56 Mrd. EUR knapp unter dem Vorjahreswert. Der saisonübliche bereinigte operative Verlust verringerte sich um mehr als ein Viertel auf rund 116 Mio. EUR. Allein der Krieg im Nahen Osten belastete das Ergebnis laut TUI mit rund 40 Mio. EUR. Hintergrund seien unter anderem zwei Kreuzfahrtschiffe gewesen, die wochenlang im Persischen Golf festlagen. Der Hurrikan „Melissa“ auf Jamaika verursachte zusätzliche Belastungen von rund 5 Mio. EUR.

Ebel sprach dennoch von einem „sehr guten zweiten Quartal“, das ohne den Iran-Krieg „sogar überragend gewesen wäre“. Der Konflikt habe TUI mehrfach getroffen, unter anderem durch Rückholaktionen von Urlauber:innen aus der Region. Auch steigende Kerosinkosten könnten sich künftig auf den Luftverkehr auswirken. Mittelfristig rechnet Ebel bei Flugtickets mit Preissteigerungen von etwa 2% bis 3%. (APA / red)


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Autor/in:

Redakteurin

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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