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AUA auf Höhenflug

Austrian Airlines steuert auf ein sattes Plus bei den Ergebnissen zu. Nach neun Monaten steht ein operativer Gewinn von 61 Mio. EUR nach einem Minus von 4 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum.

Auf den erfreulichen Zahlen möchte sich die AUA jedoch nicht ausruhen: „Die Planungen für das nächste Jahr werden auf diesen Zahlen. Auch wenn wir noch nicht am Ende des Weges sind, fliegen wir schon einmal in die richtige Richtung", sagte der neue AUA-Chef Kay Kratky in der Pressekonferenz. Auch weil die Airline mit der Erlaubnis zu Anschaffung von 17 Embraer-Jets mit einem Listenpreis von rund 900 Mio. EUR einen Vertrauensvorschuss von der Konzernmutter erhalten habe.

Sanierung nicht abgeschlossen

Auch Finanzchef Heinz Lachinger ist noch nicht zufrieden:

„Ein ‚Wir sind saniert’ werden Sie an dieser Stelle nicht hören", so Lachinger.

Die hohen Verluste der Vergangenheit hätten sich nicht in Luft aufgelöst. Sie stünden noch in der Form von Verlustvorträgen in der Bilanz. Es seien mehrere solche Jahre notwendig, um dies auszugleichen. Die AUA steuert heuer auf ein deutlich zweistelliges Jahresergebnis zu, nachdem es im Vorjahr wegen der Rückstellungen für den Streit mit den Piloten noch belastet war. Gute Buchungszahlen und günstiges Kerosin hätten zu einem Rekordsommer verholfen. Im Sommerquartal stieg das Betriebsergebnis (Ebit) von 37 auf 78 Mio. EUR. Ein höherer Durchschnittserlös pro Passagier erkläre das Umsatzwachstum trotz weniger Passagiere, sagte Finanzvorstand Heinz Lachinger. Gleichzeitig belasteten höhere Wartungskosten, die heuer um 36 Mio. EUR mehr gekostet hätten als im Jahr 2014. Trotzdem sanken die Aufwendungen in den ersten drei Quartalen um 0,3% auf 1,6 Mrd. EUR.

AUA vor Eurowings

Kratky rechtfertigte in der Pressekonferenz auch die Entscheidung, für Eurowings in Wien kein Flugpersonal zur Verfügung zu stellen. Diese „leichte Anpassung der Strategie" sei die richtige Entscheidung, an erster Stelle beim Wachstum müsse die Kernmarke AUA stehen. Eine Abkehr von Fremdgeschäft (Wetlease) sei das aber nicht, da man noch immer eine sehr günstige Kostenstruktur habe, die man anderen Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns zur Verfügung stellen könne. Derzeit expandiert die AUA massiv auf der Langstrecke. Als nächstes Ziel kommt im April 2016 Shanghai in China dazu. Noch habe man dafür zwar keine Verkehrsrechte, man arbeite aber daran, so Kratky. Laut AUA ist ein solches Prozedere bei Flugrechten normal. Kratky bestätigte, dass man sich auch Hongkong als Destination ansehe.

Lufthansa Group macht Gewinn von 1,7 Mrd. EUR

Bei der Austrian Airlines Group sind derzeit 5.916 Mitarbeiter beschäftigt. Im Vorjahr waren es noch 6.188. Der Rückgang hat vor allem mit dem Verkauf der Tochter TraviAustria und dem Abbau von Mitarbeitern im Bereich des Managements und der Verwaltung aufgrund der Zusammenlegung von Tyrolean Airways und Austrian Airlines zu tun. Im Flugbetrieb wurde bereits mit einer Aufstockung des Personals begonnen: 80 Piloten und 240 Flugbegleiter werden neu aufgenommen. Die Lufthansa Group hält übrigens nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2015 bei einem Adjusted EBIT von 1,7 Mrd. EUR – ein Plus von gleich 71,4%. Die Lufthansa Passage trägt dazu 853 Mio. EUR bei und SWISS immerhin 163 Mio. EUR. Auf dieser Basis rechnet der Lufthansa-Vorstand nun für das Gesamtjahr 2015 mit einem Adjusted EBIT von 1,75 bis 1,95 Mrd. EUR. Streikkosten, die noch bis Jahresende entstehen könnten, sind dabei allerdings nicht berücksichtigt. (APA/red)


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Dieter Putz

Autor/in:

Redakteur / Managing Editor

Dieter ist seit knapp 20 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlags-Teams. Fast jedes geschriebene Wort das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.





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