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AUA steigert Passagierzahlen, hohe Kosten belasten Ergebnis
Im dritten Quartal 2026 beförderte Austrian Airlines 4,9 Mio. Passagier:innen und verbesserte Umsatz und operatives Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Von Jänner bis September sank das Adjusted EBIT dennoch um 37%.
Austrian Airlines blickt auf einen nachfragestarken Sommer zurück. Im dritten Quartal 2026 nutzten 4,9 Mio. Fluggäste das Streckennetz der heimischen Airline – 3% mehr als im Vorjahr. Trotz kerosinpreisbedingt höherer Ticketpreise stiegen von Juli bis September auch Umsatz und Adjusted EBIT gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025. Dazu trug unter anderem die Verlagerung ursprünglich für den Nahen Osten geplanter Kapazitäten auf europäische Urlaubsdestinationen wie Nizza, Mallorca und Barcelona bei. "Daran sehen wir: Unsere Flexibilität und unsere umfassenden Anstrengungen nach Ausbruch des Krieges im Iran haben Wirkung gezeigt. Es ist uns gelungen, unsere internen Kosten im Griff zu behalten sowie die ursprünglich für Nahost geplanten Kapazitäten in touristische Destinationen in ganz Europa zu verlagern. Diese Verbindungen wurden von unseren Gästen auch sehr gut angenommen“, ordnet Austrian Airlines CEO Annette Mann ein.
Auch bei der operativen Leistung verzeichnete die Fluggesellschaft Verbesserungen. Die Abflugpünktlichkeit stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozentpunkte, die Ankunftspünktlichkeit um 2,5 Prozentpunkte. Im September war Austrian Airlines nach eigenen Angaben die pünktlichste Airline Europas. 99,2% des Flugplans wurden regulär abgeflogen. Zudem erhielt die Airline bei den Skytrax Awards Auszeichnungen als „Best Cabin Crew in Europe“ und „Best Cabin Crew in Western Europe“ sowie den zweiten Platz in der Kategorie „Best Airline Staff in Europe“.
Hohe Kosten erschweren langfristige Planung
Trotz des starken Sommerquartals bleibt die wirtschaftliche Entwicklung angespannt. In den ersten neun Monaten 2026 erzielte Austrian Airlines ein Adjusted EBIT von 48 Mio. EUR und lag damit 37% unter dem Vorjahreswert. „Das aktuell vorliegende Finanzergebnis aus dem dritten Quartal zeigt: Wir sind auch unter schwierigen Bedingungen sehr leistungsfähig. Aber nach wie vor gilt: Die strukturellen Belastungen des Standorts lassen kaum eine nachhaltige Zukunftsplanung zu“, sagt Mann.
Insbesondere die hohen Kerosinkosten setzen einzelne Strecken unter wirtschaftlichen Druck. Vor allem Verbindungen auf Ultrakurzstrecken stehen auf dem Prüfstand. Zum Ende des Sommerflugplans wurde die Verbindung Wien–Graz eingestellt. Für den Winterflugplan 2026/27 hat Austrian Airlines ihre Kapazitäten gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 5% reduziert.
Eine weitere Herausforderung ist die Verfügbarkeit neuer Flugzeuge. Die Hersteller Boeing und Airbus liegen bei den Auslieferungen teilweise Jahre zurück, entsprechend umkämpft sind die verfügbaren Maschinen – auch innerhalb der Lufthansa Group. Ersatz- und Wachstumsinvestitionen würden dort erfolgen, wo langfristig die besten wirtschaftlichen Perspektiven bestehen. Die laufenden Gespräche mit der österreichischen Politik zur Standortsicherung seien daher auch für die geplante Erneuerung der Langstreckenflotte entscheidend.
Bedeutung des Drehkreuzes Wien
Wie stark eine Netzwerk-Airline zur regionalen Wertschöpfung beiträgt, zeigt laut Austrian Airlines eine Studie des Economica-Instituts für Wirtschaftsforschung: Eine Million zusätzliche Passagier:innen am Flughafen Wien generiere jährlich 75 Mio. EUR zusätzliche Wertschöpfung und rund 1.000 Arbeitsplätze in der Branche. Jedes Langstreckenflugzeug von Austrian Airlines sei zudem mit rund 350 Arbeitsplätzen im Unternehmen verbunden.
Mit Blick auf die Gespräche mit der Bundesregierung zeigt sich CEO Annette Mann vorsichtig zuversichtlich: „Die Gespräche mit der Bundesregierung sind auf einem guten Weg. Ich habe den Eindruck, dass sich alle Beteiligten der Bedeutung der Luftfahrt für den Standort Österreich bewusst sind.“ (red)
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Autor/in:
Julia Trillsam
Redakteurin
Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.
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