ÖRV: Branche zeigt Resilienz gegenüber Dauerkrise


Bestens gelaunt danke tollem Programm: die Teilnehmenden des ÖRV-Herbstkongresses bei einem Ausflug auf die Insel Brac
Für große Begeisterung unter den Teilnehmenden sorgte der Herbstkongress des ÖRV in Split, der am Samstag zu Ende ging. 

An der aktuellen Unordnung der Welt hängt ÖRV-Präsidentin Eva Buzzi ihr Eröffnungsstatement auf. Die Nahost- und die damit verknüpfte Energiekrise haben die bestehenden Herausforderungen um zwei weitere Aspekte verschärft, ohne dass ein Ende absehbar wäre. „Die Dauerkrise ist eine Bedrohung für die Branche, die allerdings große Resilienz beweist“, hält Eva Buzzi fest und hat auch eine Begründung dafür: „Weil wir alle so begeistert von der Arbeit im Tourismus sind.“ Die rund 60 Teilnehmenden quittierten die Aussage mit heftigem Nicken. Und Buzzi fügt hinzu: „Das große Miteinander zeichnet den Tourismus in Österreich aus.“ Der praktische Beweis dafür waren die intensiven Gespräche und Gedankenaustausche innerhalb der Gruppe.

„Nicht schönreden“

Die Probleme, die Overtourism bzw. Insta-Tourism kreieren, dürfe man nicht schönreden, so Buzzi weiter. „Das ist eine Bedrohung für die Destinationen und die Einheimischen. In Wien sind wir nicht mehr weit weg von den Zuständen in Barcelona. Wir brauchen Rezepte.“ Wesentlich zur Lösung beitragen könnten Reisebüros und Veranstalter. „Das ist unsere Chance, weil wir Ströme mit Angeboten und Beratung lenken sowie die Saisonen strecken können.“ Daher müsse sich die Branche auf die Fahnen heften: Wir können das leisten, so der Aufruf der ÖRV-Präsidentin.

Als weitere Herausforderung, an der niemand mehr vorbeikommt, definiert Buzzi die Künstliche Intelligenz – KI. Die Reise der Zukunft werde im Dialog mit KI gebucht werden. Allerdings gibt Buzzi zu bedenken, dass jede Abfrage bei KI kostet, so dass sich irgendwann die Frage stellen wird, ob nicht doch der Mensch billiger sei.

Reisen 4.0

Für Begeisterung sorgte ein Vortrag des Wifo-Ökonomen Oliver Fritz zum Thema "Reise 4.0". Anschaulich in Wort und Grafiken präsentierte Fritz den Strukturwandel im Tourismus und dessen Bedeutung für die Reisewirtschaft. Seine Hypothese lautet: Den Wandel hat es schon immer gegeben, nur ist er heute anders, nämlich massiver, als früher. Jetzt befinden wir uns demnach in einer Phase des Dauerwandels, so dass die Anpassungsfähigkeit zu einem Wettbewerbsfaktor wird. Parallel dazu ändert sich die Rolle des Vermittlers grundlegend, sie verschwindet aber nicht. 

Verbesserung von Preis-Leistungs-Verhältnis

Für österreichische Reisende zählt Kroatien nach wie vor zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen. Trotz der erheblichen Preissteigerungen in den vergangenen Jahren blieb die Nachfrage auch heuer konstant. Wesentlich dazu beigetragen haben Vor- und Nachsaison. Aus Österreich wurde im September 2026 ein niedriges zweistelliges Plus gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs verzeichnet, erklärt Branimir Toncinic, Österreich-Direktor der Kroatischen Zentrale für Tourismus. Im Länder-Ranking der ausländischen Quellmärkte liegt Österreich konstant auf Platz drei, hinter Deutschland und Slowenien. Kristjan Stanicic, Direktor der Kroatischen Zentrale für Tourismus, betont, dass die Preissteigerungen mit einer Anhebung der Qualität Hand in Hand einhergehe. Das Preis-Leistungsverhältnis solle künftig noch weiter verbessert werden. „Denn wir wollen Kroatien weiterhin als eine der begehrenswertesten Destinationen erhalten.“

Weitere Details zum Herbstkongress des ÖRV lesen Sie in der nächsten Ausgabe des tip in der KW 44. (red.)


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Autor/in:

Herausgeberin / Chefredakteurin

Elo Resch-Pilcik, Mitgründerin des Profi Reisen Verlags im Jahr 1992, kann sich selbst nach mehr als 30 Jahren Touristik - noch? - nicht auf eine einzelne Lieblingsdestination festlegen.





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