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DRV Kongress: Branche zwischen Zurückhaltung und Zuversicht
DRV Kongress: Branche zwischen Zurückhaltung und Zuversicht Angesichts geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten stehe die Reisewirtschaft vor erheblichen Herausforderungen, so der DRV-Präsident Albin Loidl in seiner Keynote während des Kongresses auf den Azoren.
„Globale Mobilität ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist verletzlich“, sagt Loidl. Aktuelle Konflikte, insbesondere der Krieg im Nahen Osten, hätten spürbare Auswirkungen auf den internationalen Reiseverkehr und sorgten weltweit für Verunsicherung. „Solche Krisen wirken erfahrungsgemäß kurzfristig dämpfend auf das Reiseverhalten. Wir sehen aber keinen strukturellen Nachfragerückgang“, so der DRV-Präsident.
Trotzdem zeige sich bei der Betrachtung der wirtschaftlichen Auswirkungen ein differenziertes Bild: Die Nachfrage nach Reisen sei weiterhin da, allerdings bei verändertem Buchungsverhalten. „Die Nachfrage materialisiert sich später“, erklärt Loidl. Sofern sich die geopolitische Lage nach der vereinbarten Waffenruhe weiter entspanne, sei im weiteren Verlauf eher mit einer Stabilisierung und mit Nachholeffekten bei Buchungen zu rechnen als mit einer nachhaltigen Abschwächung der Reisetätigkeit.
Reisen als stabilisierender Faktor
Neben den wirtschaftlichen Herausforderungen hob Loidl die gesellschaftliche Bedeutung des Tourismus hervor. In vielen Regionen der Welt ist der Tourismus eine zentrale Einkommensquelle. „Reisen ist kein Luxus im engeren Sinn – Reisen ist ein stabilisierender Faktor in einer global vernetzten Welt“, erklärt der DRV-Präsident. Ein Rückgang des Tourismus habe direkte Auswirkungen auf wirtschaftliche Stabilität und soziale Entwicklungen und damit auf ganze Gesellschaften.
Sicherheitsbedürfnis stärkt organisierte Reise
Steigende Energiepreise, Inflationsdruck und wirtschaftliche Unsicherheiten würden das Konsumverhalten verändern und zu bewussteren Entscheidungen führen – auch beim Reisen. „Die Reisenden suchen Sicherheit für ihr Geld, Verlässlichkeit bei der Planung und Unterstützung im Fall von Unvorhersehbarem“, so Loidl. „Damit wächst die Bedeutung organisierter Reiseangebote. Pauschalreisen und persönliche Beratung gewinnen zunehmend an Relevanz.“ Für Reisebüros ergebe sich daraus eine klare Perspektive: „Aber die Zukunft der Reisebüros liegt nicht im Wettbewerb über den Preis, sondern in ihrer Kompetenz.“ Die individuelle, komplexe Reise bleibe das Feld in dem professionelle Beratung einen echten Mehrwert biete.
Politik in der Verantwortung
Positiv merkt der DRV-Präsident die Bedeutung des Outgoing-Tourismus an, die von der Politik erkannt werde. Gleichzeitig fordert er eine Wirtschaftspolitik, die bei allen Schwierigkeiten der Weltpolitik die Wirtschaftskraft und damit auch die Konsumlaune steigen lasse. Mit Blick auf die politischen Rahmenbedingungen sei es an der Zeit, die angekündigten Maßnahmen auch umzusetzen. Dazu zählen unter anderem Bürokratieabbau, steuerliche Entlastungen und eine Stärkung des Luftverkehrsstandorts Deutschland im internationalen Wettbewerbsumfeld.
Den Wandel aktiv gestalten
Trotz der aktuellen Herausforderungen sehe der DRV die Branche resilient und gut aufgestellt. Neben geopolitischen Risiken, wirtschaftlichen Unsicherheiten und hohen Kosten würden neue Technologien, innovative Geschäftsmodelle und eine nach wie vor stabile Reiselust enorme Chancen eröffnen. „Wandel ist nicht nur Herausforderung – Wandel ist vor allem Chance“, sagt Loidl.
In diesem Zusammenhang betont der DRV-Präsident die Bedeutung der nächsten Generation und der zehn mit zur DRV-Jahrestagung gereisten Young Talents: „Diese junge Generation, diese hochmotivierten jungen Menschen stehen für neue Ideen, neue Perspektiven und die Bereitschaft, Dinge anders zu denken und auch anders zu machen.“ (red)
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Autor/in:
Dieter Putz
Redakteur / Managing Editor
Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.
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