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Nabu veröffentlicht Kreuzfahrtranking 2026
Der deutsche Naturschutzbund (Nabu) veröffentlichte ihr jährliches Umweltranking der Kreuzfahrtreedereien. In den vergangenen Jahren - und auch dieses Mal - behaupteten sich die Kreuzfahrtanbieter Havila und Hurtigruten ganz vorne.
Im Zentrum der Bewertung von Nabu stehen Faktoren wie der Verzicht auf Schweröl als Treibstoff, die Nutzung von Landstrom und Stickoxidkatalysatoren sowie Klima- und Effizienzmaßnahmen. Die Ergebnisse des Rankings ergeben sich aus den freiwilligen Angaben der mehr als einem Dutzend befragten Reedereien.
Wie in den vergangenen Jahren landeten die zwei norwegischen Kreuzfahrtanbieter Havila und Hurtigruten 2026 auf den vorderen Plätzen. Gute Plätze erreichten auch Ponant, die deutschen Anbieter TUI Cruises mit Mein Schiff sowie Aida Cruises und Hurtigruten Expeditions. An den hinteren Stellen befinden sich Norwegian Cruise Line und Marella. Befragt, aber ohne Antwort blieben laut Nabu Phoenix Reisen, Viking Ocean Cruises und nicko cruises.
"Es fehlt am Willen zur Umsetzung"
Die Kreuzfahrtbranche verbessere ihre Energieeffizienz und investiere zunehmend in Landstromanschlüsse, berichtet die Umweltschutzorganisation. Beim entscheidenden Schritt hin zur Dekarbonisierung – dem Umstieg auf klimaneutrale Kraftstoffe – bleibe sie jedoch deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Besonders problematisch sei, dass trotz jahrelanger Kritik die Mehrheit der Kreuzfahrtunternehmen weiterhin auf Schweröl setze. Nur vier der zwölf untersuchten Reedereien schließen laut Nabu dessen Einsatz vollständig aus.
„Es fehlt nicht an technischen Lösungen, sondern am Willen zur Umsetzung. Die Unternehmen müssen jetzt verbindlich auf klimafreundliche Antriebe und saubere Kraftstoffe umsteigen und ihre Verantwortung für den Schutz von Meeren und Klima ernst nehmen“, sagt Raija Koch, NABU-Referentin für Schifffahrt. Während rund die Hälfte der Reedereien ihre Stickoxidemissionen im Fahrbetrieb reduziere, blieben wirksame Maßnahmen gegen besonders gesundheits- und klimaschädliche Rußemissionen bisher weitgehend aus, heißt es weiter.
Fortschritte sieht der NABU in den Häfen: Der Ausbau und die Nutzung von Landstrom schreite voran und ermögliche es, Schiffe während der Liegezeit mit Strom zu versorgen, anstatt die Bordenergie über laufende Motoren zu erzeugen. So ließen sich Klima- und Luftschadstoffemissionen nahezu vollständig vermeiden.
Weitere Fortschritte seien im Bereich Energieeffizienz zu verzeichnen. Durch Neubauten und technische Nachrüstungen sinken bei den meisten Unternehmen die Klimaemissionen pro Passagierkilometer. Die zentrale Herausforderung bleibe jedoch ungelöst: der Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen. Während viele Unternehmen weiterhin auf fossile Energieträger und vermeintliche Übergangslösungen wie LNG oder biogene Kraftstoffe setzten, blieben Investitionen in tatsächlich klimaneutrale Antriebe und eFuel-fähige Schiffe die Ausnahme.
„Die Kreuzfahrtbranche erwirtschaftet hohe Gewinne und trägt damit eine besondere Verantwortung, beim Klima- und Umweltschutz voranzugehen“, sagt Sönke Diesener, Schifffahrtsexperte beim NABU. „Statt weiter auf Schweröl, LNG oder biogene Kraftstoffe zu setzen, braucht es jetzt Investitionen in Technologien, die echten Klimaschutz ermöglichen.“
Kreuzfahrt boomt immer noch
Kreuzfahrten erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit, gelten aber nach wie vor als eine der umweltschädlichsten Arten des Reisens. Der Nabu befasst sich bereits seit 2011 intensiv mit den Umwelt- und Klimafolgen von Kreuzfahrtreisen. In den vergangenen Jahren habe sich die Umwelt- und Klimabilanz der Kreuzfahrtschiffe teils deutlich verbessert. Auf der anderen Seite steige aber auch die Zahl der Reisen und Passagiere weiter an. Das Bremer Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik ging zuletzt davon aus, dass inzwischen mehr als 420 „schwimmende Hotels“ auf den Weltmeeren unterwegs seien. Die weltweite Passagierzahl auf Kreuzfahrtschiffen kletterte nach Angaben des Branchenverbands Clia im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2024 um 7,5% auf 37,2 Millionen - ein historischer Höchstwert.
Details zu den Untersuchungen: www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/verkehr/schifffahrt/kreuzschifffahrt/kreuzfahrtranking.html (ag/red)
kreuzfahrt, nabu, umweltranking, umweltschutz, treibstoff
Autor/in:
Christiane Reitshammer
Freie Journalistin
Christiane Reitshammer war von 2003 bis 2012 fix im Team als Redakteurin und Chefin vom Dienst. Als freie Journalistin ist sie nicht nur gerne für „tip“ und „reisetipps“ unterwegs, sondern unterstützt auch regelmäßig die Redaktion im Print, online und in den Sozialen Medien.
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