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Coolcation in der Schweiz
Wenn die Temperaturen in lichte Höhen schreiten, bietet die Schweiz zahlreiche Möglichkeiten, heiße Sommertage mit erfrischenden Naturerlebnissen zu verbinden.
Ob Wanderungen durch kühle Schluchten, ein Bad in einem See oder Fluss oder eine Tour durch unterirdische Höhlen und Stollen – die Schweiz bietet viele Möglichkeiten für eine „Coolcation“ abseits überhitzter Städte und Strände.
Kühle Refugien unter der Erde
Wer der Sommerhitze besonders konsequent entkommen möchte, findet in den zahlreichen Höhlen und ehemaligen Bergwerken des Landes angenehme Temperaturen. In vielen Grotten und Stollen liegen diese ganzjährig bei etwa 8 Grad.
Zu den ungewöhnlichsten Zielen zählen die Höhlenmühlen am Col-des-Roches bei Le Locle. Vor rund 400 Jahren begannen Bewohner des Tals, unterirdische Wasserläufe für den Betrieb von Mühlen zu nutzen. Die historische Anlage kann heute besichtigt werden. Im Val-de-Travers bei La Presta wurde zwischen 1873 und 1986 Asphalt industriell abgebaut. Dabei entstand ein rund 100 Kilometer langes Netz aus Felsstollen auf mehreren Ebenen. Ein etwa ein Kilometer langer Abschnitt ist heute für Besucher zugänglich.
Am Thunersee gehören die St. Beatus-Höhlen zu den größten Höhlen der Schweiz und können ganzjährig besichtigt werden. Auf einem rund einen Kilometer langen Rundgang führt der Weg durch das Innere des Niederhorn-Massivs vorbei an Tropfsteinformationen und Wasserfällen. Eine besondere Kombination aus Abkühlung und Kulinarik bietet die Käsegrotte in der Region Bern. Bei konstant kühlen Temperaturen lagern dort mehr als 3.000 Käselaibe der Molkerei Gstaad.
Abkühlung mitten in den Städten
Die Schweiz gilt als „Wasserschloss Europas“ – und das zeigt sich auch in den Städten. In Zürich, Bern, Genf, Luzern, Lugano, Ascona und Basel, aber auch in St. Gallen und Thun gibt es Fluss- und Seebäder, die in der Schweiz als „Badis“ bezeichnet werden.
Zürich verfügt über eine besonders hohe Dichte an Badeanlagen. Zu den bekannten Adressen zählen das historische Kastenbad Utoquai, das Seebad Enge mit Blick auf die Alpen und das im Jugendstil errichtete Frauenbad. Geübte Schwimmer können sich im Flussbad Unterer Letten in die Limmat wagen.
In Basel lässt sich der Rhein mit dem sogenannten „Wickelfisch“, einem wasserdichten Schwimmsack, auf besondere Weise erleben. Auch einige Brunnen in der Stadt bieten an heißen Tagen Abkühlung. Bern wiederum ist für seine kostenlosen Freibäder bekannt. Besonders beliebt ist das Marzili unterhalb des Bundeshauses, von wo aus sich die Aare etwa von der Fußgängerbrücke Schönausteg bis zum Marzili hinuntertreiben lässt.
Auch Genf bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Baden. Entlang des Seebeckens finden sich verschiedene Badeplätze, darunter der Kiesstrand Plage des Eaux-Vives und die beiden großen Plattformen am Quai de Cologny. Ein besonderer Ort ist die Jonction, wo das klare Wasser der Rhone und das milchige Gletscherwasser der Arve zusammenfließen. In Thun sind das Flussbad Schwäbis und das Strandbad „Strämu“ weniger bekannt, bieten aber ebenfalls Möglichkeiten für eine sommerliche Abkühlung.
Durch kühle Schluchten wandern
Schluchten verbinden Naturerlebnis und Abkühlung. Zwischen steilen Felswänden sorgen tosende Bäche und Wasserfälle für niedrigere Temperaturen und feinen Sprühnebel.
Zu den bekanntesten Schluchten zählt die Rheinschlucht bei Flims in Graubünden, die auch als „Swiss Grand Canyon“ bezeichnet wird. Ebenfalls eindrucksvoll ist die Viamala-Schlucht bei Thusis. In der Region Bern führt die Aareschlucht entlang türkisblauen Wassers durch eine tief eingeschnittene Felslandschaft. Die Wege sind gut ausgebaut und machen die Schlucht leicht zugänglich. Ein besonderer Ort ist die Verenaschlucht bei Solothurn, die neben ihrer Natur auch mit Sakralbauten aus dem 17. Jahrhundert verbunden ist. Anspruchsvoller ist die rund 19 Kilometer lange Tour durch die wilde Poëta-Raisse-Schlucht im Jura & Drei-Seen-Land. Der Weg führt auf Holzstegen vorbei an Wasserfällen durch das Val-de-Travers.
Weniger bekannt, aber landschaftlich eindrucksvoll ist die Gletscherschlucht Rosenlaui. Ein rund 45-minütiger Rundgang führt über 573 Meter durch die Schlucht und umfasst etwa 200 Treppenstufen. Die in der Region Bern gelegene Anlage ist von Mai bis Oktober geöffnet. (red)
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Autor/in:
Dieter Putz
Redakteur / Managing Editor
Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.
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28 Juli 2026
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