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EU-Grenzsystem sorgt für lange Wartezeiten an Flughäfen
Das neue digitale Ein- und Ausreisesystem der EU führt an europäischen Flughäfen zu deutlich längeren Abfertigungszeiten und teils mehrstündigen Wartezeiten.
An mehreren europäischen Flughäfen kommt es derzeit zu spürbar verlängerten Abfertigungszeiten für Passagier:innen. Laut dem Flughafenverband ACI werden Wartezeiten von bis zu fünf Stunden, lange Schlangen in Terminalbereichen sowie verpasste Anschlussflüge verzeichnet. Ursächlich dafür sei neben dem starken Passagierandrang im Sommer das neue EU-Ein- und Ausreisesystems (Entry-Exit-System, EES), das seit Oktober 2025 an den Schengen-Außengrenzen umgesetzt wird. Dabei werden bei Drittstaatsangehörigen vor dem Grenzübertritt biometrische Daten wie Fingerabdrücke und Passfotos erfasst. Der bisherige Passstempel entfällt.
Aufwendigere Abläufe bei der Einreise
Die neuen Abläufe sehen unter anderem Self-Service-Kioske zur Vorregistrierung vor, an denen Reisende ihre Daten selbst eingeben müssen. Ergänzend ist eine EU-App vorgesehen, über die Daten bereits vorab erfasst werden können. Nach Angaben aus der Branche ist die technische und organisatorische Umsetzung in den Mitgliedstaaten jedoch unterschiedlich weit fortgeschritten.
Während für Bürger:innen des Schengenraums keine Änderungen bei der Ein- und Ausreise gelten, sind Drittstaatsangehörige von den neuen Verfahren betroffen. Für Reisen innerhalb des Schengenraums kommen weiterhin automatisierte Kontrollsysteme wie Easypass zum Einsatz, bei denen Passdaten und Gesichtserkennung weitgehend automatisiert abgeglichen werden.
Aussetzung in der Sommerzeit
Vor dem Hintergrund der verlängerten Abfertigungszeiten fordern europäische Flughäfen und Branchenverbände zusätzliche Maßnahmen für die Hauptreisezeit. Der Flughafenverband ACI spricht sich dafür aus, die neuen Kontrollen in den Sommermonaten zumindest zeitweise aussetzen oder flexibel anpassen zu können, um Engpässe zu vermeiden. Zudem wird ein Mechanismus gefordert, der es ermöglicht, die Verfahren bei besonders starkem Passagieraufkommen kurzfristig zu pausieren. Auch weitere Flughafenvertreter:innen verweisen darauf, dass ohne zusätzliche organisatorische Entlastungen insbesondere in den Sommermonaten mit weiteren Verzögerungen zu rechnen sei. (APA / red)
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Autor/in:
Julia Trillsam
Redakteurin
Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.
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