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CopenPay: Kopenhagen belohnt weiterhin gutes Verhalten von Gästen
CopenPay, eine Tourismusinitiative, mit der Kopenhagen positives Verhalten von Tourist:innen belohnt, startet nun als dauerhafte, ganzjährige Plattform. Gäste können durch einfache Aktionen – vom Müllsammeln in den Kanälen bis zur Anreise mit dem Fahrrad zu Museen – einen Beitrag für Stadt und Bevölkerung leisten und erhalten dafür Vergünstigungen oder kostenlose Erlebnisse.
Initiiert wurde das Programm 2025 von Wonderful Copenhagen, der offiziellen Tourismusorganisation der dänischen Hauptstadt. Seit 2026 ist es unter dem Namen DestinationPay zur Übernahme durch andere Destinationen geöffnet. Mehrere Tourismusorganisationen, darunter visitBerlin und Bremen Tourismus, haben das Konzept bereits in diesem Jahr in Aktionsmonaten getestet.
Wegbereitendes Modell
Das Modell kehrt nun ohne zeitliche Begrenzung zurück und verändert den Zugang zum Städtetourismus: Positive Aktionen treten stärker an die Stelle klassischer Sightseeing-Muster. „In einer Zeit, in der Touristinnen und Touristen weltweit oft kritisch gesehen werden, bietet CopenPay eine Möglichkeit, sich aktiv positiv in die Stadt einzubringen“, sagt Rikke Holm Petersen von Wonderful Copenhagen. „Inspiration und Engagement sind für uns die neuen Souvenirs.“ Bereits mehr als 30.000 Gäste haben teilgenommen. Auch die Europäische Kommission bezeichnete das Modell als „Wegbereiter für den Tourismus“.
Erlebnisse motivieren mehr als Belohnungen
Eine aktuelle Studie der Analyseagentur Maple zeigt, dass nicht die Belohnung selbst im Mittelpunkt steht. Nur 23% der Befragten gaben an, durch Incentives motiviert zu sein. Deutlich stärker wirkt demnach das Erlebnis: 48% nennen die Aussicht auf ein einzigartiges, sinnvolles und lehrreiches Erlebnis als Hauptmotivation. Zudem berichten sieben von zehn Teilnehmenden, dass sie ihr Verhalten auch im Alltag nach der Reise verändert haben.
Die Ergebnisse stellen klassische Annahmen im Tourismusmarketing infrage: Nicht der materielle Anreiz, sondern das Erleben selbst treibt Verhaltensänderungen. CopenPay reagiert darauf mit einem stetig wachsenden Angebot an Aktivitäten im Stadtraum. „Unser Ziel ist es, positive Erlebnisse zu schaffen, die Besucher aktiv aufsuchen und die sie nachhaltig mit nach Hause nehmen“, so Petersen.
Verkehr im Mittelpunkt
Auch die Anreise spielt eine zentrale Rolle im Konzept. Wer mit dem Zug nach Kopenhagen reist, erhält Anreize wie kostenlose Leihfahrräder oder Fahrradkurse. Damit soll die Stadt leichter und sicherer auf zwei Rädern erlebbar werden. „Kopenhagen ist eine Fahrradstadt, und wir wollen Gästen ein Stück dieser Kultur mitgeben“, so Petersen. Reisende mit Elektrofahrzeugen profitieren zudem von kostenlosem Parken und Vergünstigungen beim Laden während des Aufenthalts.
Vom Pilotprojekt zur globalen Bewegung
Nach dem Erfolg in der dänischen Hauptstadt wurde das Konzept im Februar 2026 unter dem Namen DestinationPay international geöffnet. Ziel ist es, das Modell weltweit adaptierbar zu machen. Bereits mehr als 350 Destinationen wurden eingebunden und bei der Umsetzung unterstützt. Länder wie Deutschland, Italien, Frankreich, die USA, Kanada, Japan und Australien bereiten eigene Initiativen vor; Berlin und Bremen haben entsprechende Projekte bereits gestartet. „Berlin und Kopenhagen teilen die Überzeugung, dass Tourismus mehr sein kann als Konsum – er kann Teilhabe sein“, sagt Sabine Wendt, CEO von visitBerlin. Auch aus Kopenhagen heißt es, man wolle einen globalen Wandel im Tourismuserlebnis anstoßen.
Über CopenPay
- CopenPay ist ein Anreizsystem, das Touristen für gute Taten belohnt. Ziel: Das Bewusstsein für die eigenen Entscheidungen auf Reisen zu schärfen.
- Das Programm startete im Sommer 2024 als Pilotprojekt und wurde im Sommer 2025 erweitert und als DestinationPay für andere Destinationen geöffnet, 2026 erfolgte dann die Erweiterung auf ein ganzjährig laufendes Projekt.
- Über 350 Destinationen weltweit sind an dem Konzept interessiert.
- Die Initiative zählt in Kopenhagen seit dem Start 2024 über 30.000 teilnehmende „Voluntourist:innen“.
- Über 100 lokale Partner, darunter Hotels, Museen, Restaurants und Sehenswürdigkeiten, sind beteiligt.
- Der Fahrradverleih stieg während der Initiative um 59%.
- 1.200 kg Müll wurden im Pilotprojekt aus den Kopenhagener Kanälen gefischt.
- 7 von 10 Teilnehmenden gaben an, ihre Gewohnheiten auch zu Hause geändert zu haben.
- Nur 23% der Befragten gaben an, durch die Belohnungen motiviert zu sein, 48% nannten sinnvolle Erlebnisse als Motivation .
- 98% würden CopenPay weiterempfehlen. (red)
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Autor/in:
Dieter Putz
Redakteur / Managing Editor
Dieter ist seit 25 Jahren wichtiger Teil des Profi Reisen Verlag-Teams. Fast jedes geschriebene Wort, das die Redaktion verlässt, geht über seinen Schreibtisch.
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