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Lufthansa streicht 20.000 Flüge, AUA übernimmt teilweise
Nach der Schließung der Zubringer-Tochter CityLine reduziert Lufthansa ihr Kurzstreckenangebot deutlich. Ein Teil der betroffenen Strecken wird von der Schwesterfirma Austrian übernommen.
UPDATE. Die Lufthansa nimmt infolge der Schließung ihrer Zubringer-Tochter CityLine bis Oktober insgesamt 20.000 Kurzstreckenflüge aus dem Programm. Damit reagiert der Konzern auf verhaltene Nachfrage und den durch den Nahost-Krieg hervorgerufenen Kerosin-Mangel. Das Aus der CityLine war schon länger beschlossen, der Zeitpunkt dürfte nun aber vorgezogen worden sein, nicht zuletzt wohl als Folge des jüngsten Streiks des fliegenden Personals. Durch die Maßnahme sollen rund 40.000 Tonnen Kerosin eingespart werden. Unwirtschaftliche Strecken ab Frankfurt und München werden gestrichen, während Verbindungen in Zürich, Wien und Brüssel ausgebaut werden. Eine überarbeitete Streckenplanung für die kommenden Monate kündigte das Unternehmen für Ende April oder Anfang Mai an. Gleichzeitig verlautbart Austrian Airlines eine Ausweitung des Angebots um 800 Flüge sowie den Einsatz größerer Fluggeräte.
Lücke im Flugplan nach CityLine-Aus
Durch die kurzfristige Schließung der bestreikten Tochtergesellschaft CityLine ist eine Lücke von rund 150 Flügen täglich entstanden. Angaben der Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und UFO zum Umfang des betroffenen Flugprogramms wurden von Lufthansa bestätigt. Die Flüge waren mit einer Vorlaufzeit von zwei Tagen aus dem System genommen worden. Zuvor hatten Streiks der Gewerkschaften VC und UFO den Flugbetrieb von CityLine und der Kernmarke Lufthansa über mehrere Tage beeinträchtigt. Aktuell arbeitet die Netzwerkplanung daran, Ausfälle durch andere Airlines der Gruppe sowie Partner wie Air Baltic zu kompensieren.
AUA stockt auf
800 zusätzliche Flüge wird Austrian bis Ende des Sommerflugplans durchführen, die Konzern-Schwester SWISS 140. Ausgeweitet wird vor allem die Strecke Wien - München. Auf einigen Strecken wird die Kapazität mit größeren Maschinen aufgestockt. "Im Zuge der konzernweiten Fluganpassung werden zehn Verbindungen innerhalb der sechs Drehkreuze der Lufthansa Gruppe konsolidiert. Ziel ist eine besser Auslastung und stärkere Bündelung von Verkehrsströmen, während Fluggäste weiterhin Zugang zum globalen Streckennetz behalten", erklärt die AUA.
Der Krieg im Iran hat die Nachfrage nach europäischen Reisezielen verstärkt, während Langstrecken in Richtung Naher Osten und Asien nicht zuletzt wegen dramatisch gestiegener Tarife weniger gebucht werden. Umsteigeverbindungen mit Hubs im Nahen Osten sind zwar teilweise auch günstig zu haben, für Veranstalter aber aufgrund des gesperrten Luftraums und der anhaltenden Sicherheitswarnung keine Option.
Von Seiten der AUA heißt es, dass auf die Nachfrageentwicklung im Sommer kurzfristig reagiert werde. Bei Bedarf könnten auf stark nachgefragten Strecken innerhalb Europas zusätzliche Flüge aufgelegt werden.
City Airlines als Alternative
UFO und VC hatten den Beschluss zur beschleunigten Abwicklung der Fluglinie mit zwei Dutzend Maschinen und rund 1300 Beschäftigten scharf kritisiert. Ursprünglich war ein schrittweises Verkleinern der defizitären Airline bis zu einer Einstellung des Betriebs 2028 geplant. Begonnen hatte der Prozess mit der Gründung der ebenfalls auf Zubringer ausgerichteten City Airlines, die im Sommer 2024 startete. Sie ist dank niedrigerer Tarife und höherer Einsatzzeiten produktiver. VC und UFO rieten von einem Wechsel der Cityliner dorthin wegen der schlechteren Konditionen ab, deshalb gingen nur wenige Mitarbeitende von Cityline zu City Airlines.
Cockpit- und Kabinenbeschäftigte von Cityline sollen jetzt nach dem Willen der Lufthansa möglichst Jobs bei anderen Fluggesellschaften im Konzern finden. Es wird jedoch auch ein betrieblicher Sozialplan von Personalvertretung und Arbeitgeber mit Konditionen wie Abfertigungen zum Ausscheiden ausgehandelt, wie UFO und Lufthansa erklärten. (APA / red)
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Autor/in:
Julia Trillsam
Redakteurin
Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.
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