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Mobiler Reisevertrieb - die Hürden in Österreich


Mehr Reisen gebucht - Foto: Dima Sidelnikov / shutterstock.com
Während sich der Beruf des mobilen Reiseberaters in Deutschland bereits etabliert hat - 'hapert' es in Österreich - nicht zuletzt aufgrund des notwenigen Befähigungsnachweises - noch an der Umsetzung. Zumindest bisher.

Die Pandemie hat vieles auf den Kopf gestellt. Der Reisevertrieb ist davon nicht ausgenommen. Noch bevor in Österreich die Unterstützungswelle angerollt ist, haben einige Reisebüros ihre Straßenlokale aufgegeben und auch auf Arbeitnehmerseite haben viele nach Monaten der Kurzarbeit die Branche verlassen (müssen). Hinzu kam ein geändertes Verständnis von attraktiver Arbeitsform und das Home Office - mit mehr Flexibilität – ist für Viele so mittlerweile unverzichtbar geworden.

Alternative zum stationären Vertrieb

Eine attraktive Alternative zum Angestelltenverhältnis in einem stationären Reisebüro gibt es in Deutschland bereits: mit dem Beruf des mobilen Reiseberaters. Dafür bieten aktuell zehn Anbieter Beratern mit Mut zur Selbstständigkeit unterschiedliche Leistungspakete an. Die Grundidee dabei: Partner können sich voll und ganz auf die Beratung und den Verkauf konzentrieren - das Unternehmen stellt die Tools wie Buchungssysteme, Software, Agenturverträge, Marketing-Unterstützung, Webseite für einen bestimmten monatlichen Betrag zur Verfügung.
Diese Möglichkeiten für mobile Reiseberater gibt es in Österreich noch nicht. Und das aus – zum Teil – rechtlichen Gründen. Während Reisebüros in Deutschland als freies Gewerbe eingestuft werden, gelten in Österreich andere Voraussetzungen. Ein Befähigungsnachweis ist unumgänglich.

„Eine Liberalisierung der Gewerbeordnung wie in Deutschland vor ein paar Jahren will in Österreich niemand. Das würde zu Lasten der Qualität und in weiterer Folge der Kunden gehen“, meint Gregor Kadanka, Fachgruppenobmann Reisebüros in der Wirtschaftskammer. Somit muss in Österreich ein mobiler Reiseberater als Kleinunternehmer mit Befähigungsnachweis selbstständig sein. „Die Gewerbeordnung aufzubohren und den Fehler aus Deutschland zu wiederholen, daran gibt es kein Interesse“, erteilt Kadanka der „Uberisierung der Branche“ eine klare Absage.

Erster mobiler Reisevertrieb in Österreich

Dennoch, ein erstes System zur mobilen Reiseberatung in Österreich gibt es demnächst mit „will weg“ der joe24 ReisegmbH. Denn Günther Gross, Geschäftsführer der joe24 ReiseGmbH, und Werner Mader, Chef der Mader VertriebsGmbH, sehen in Österreich durchaus Potenzial für mobilen Vertrieb, wissen aber auch, dass der Knackpunkt die österreichische Gewerbeordnung ist. Eine gewerbliche Anmeldung brauche es aber auch beim willweg-Vertriebskonzept, damit das Ganze „eine saubere Sache“ und keine Scheinselbstständigkeit werde, betonen Gross und Mader. Damit wollen sie auch österreichischen Reiseberatern neue Erfolgswege ermöglichen und zwar „Einfach, fair und unkompliziert.“

Der gesamte Artikel - inklusive weiteren Aspekten zum mobilen Reisevertrieb in Deutschland, was willweg Agents in Österreich ermöglichen kann sowie die Geschichte eines österreichischen Reiseberaters der es schon geschafft hat - ist in der aktuellen Print-Ausgabe unter dem Titel „Mobiler Reisevertrieb- Chance oder Notlösung?“ zu finden. (red)


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Foto: privat

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Redakteurin

Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.





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