Kampagne gegen Kindersextourismus

"Kindersextourismus darf nicht hingenommen werden", unterstrich Wirtschaftsstaatssekretärin Christine Marek anlässlich der Podiumsdiskussion und Preisverleihung zum Posterwettbewerb "Schutz der Kinder im Tourismus".

Reiseveranstalter und Reisebüros sollen sich nun verstärkt für den Kampf gegen Kindersextouristen stark machen bzw. versuchen aufzuklären und auf das Thema hinweisen. Laut einer Hochrechnung von ECPAT (End Child Prostitution in Asian Tourism) soll es in Österreich etwa 4.500 potenzielle Kindersextouristen geben, erklärte Mag. Elisabeth Udolf-Strobl, Leiterin der Sektion Tourismus im BMWA. Die Dunkelzahl sei noch höher – und den NGO zufolge am Steigen. Der sexuelle Missbrauch von Kindern in Urlaubsdestinationen ist aber ein Verbrechen und in Österreich eine Straftat. Seit 1998 gibt es den von ECPAT Schweden und der WTO entwickelten Verhaltenskodex „Code of Conduct for the Protection of Children from Sexual Exploitation in Travel and Tourism“, der auf internationaler Ebene seither von 300 Reiseunternehmen und –verbänden implementiert wurde. Auch der ÖRV und der ÖVT haben den Kodex unterzeichnet. Die Unternehmen Jumbo Touristik und TUI Österreich haben den Kodex bereits umgesetzt, weitere sollen folgen bzw. engagieren sich bereits in Projekte von ECPAT, wie z. B. dem Posterwettbewerb.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurde klar, dass man potenzielle Täter nur schwer von ihren Absichten abhalten könne, dennoch seien Kampagnen zur Information und Aufklärung der Reisenden und der Öffentlichkeit über diese Straftat notwendig. Die Mitarbeiter der Reisebranche seien in ihrer Mitarbeit ebenso gefordert wie Reisende selbst: Nicht wegsehen sondern hinschauen und womöglich sogar eingreifen müsse zur Maxime von Reisegruppen in einschlägig belasteten Ländern werden. Das Verhalten selbst müsse auf alle Fälle geächtet werden.

ÖVT-Präsident Josef Reitinger-Laska schränkte ein, dass die Reisebüros nicht kontrollieren könnten, was der Kunde im Urlaub vorhabe, dennoch gebe es eine Gesprächsbasis, bei der zumindest die übrigen Urlauber sensibilisiert werden könnten, bei entsprechenden Beobachtungen auch tatsächlich einzugreifen.

Auch Dr. Josef, Peterleithner, Pressesprecher TUI Austria Holding und des ÖRV, setzt auf Aufklärung und Prävention. Den Gästen sollen die Broschüren ausgehändigt werden, um ihnen zu zeigen, was sie tun können. Wichtig sei das Thema zum Thema zu machen, wobei er aber darauf hinweist, dass es Kindesmissbrauch auch hierzulande gebe und es sich daher keineswegs nur um ein Tourismus-Thema handle.

KR Dkfm. Edward Gordon, Obmann Fachverband der Reisebüros in der WKÖ, hofft auf ein globales Vorgehen unter UNO-Schirmherrschaft, zumindest aber auf eine EU-weite Initiative, weil in alle derartigen Aktionen auch ausländische Reisebüros und Internet-Anbieter einbezogen sein müssten.

Die Veranstalter, der ÖRV wie auch der ÖVT selbst beabsichtigen nun einen Arbeitskreis zum Thema einzurichten und weitere Initiativen zu erarbeiten. (red)

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Redakteur / Managing Editor

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