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Austrian Airlines erwartet stabilen Sommerbetrieb
Nach einem negativen ersten Quartal rechnet Austrian Airlines für die Sommermonate mit einem stabilen Betrieb und einer gesicherten Treibstoffversorgung am Hub Wien.
Das traditionell schwächste Quartal des Jahres fiel bei Austrian Airlines auch 2026 deutlich negativ aus. Das Adjusted EBIT lag mit -112 Mio. EUR auf Vorjahresniveau, obwohl sowohl Umsatz als auch Auslastung im Vergleich zum ersten Quartal 2025 gestiegen sind. Damit blieb das Unternehmen hinter den eigenen Erwartungen.
Belastet wurde das Ergebnis insbesondere durch die Auswirkungen des Iran-Krieges. Mehrere Verbindungen in den Nahen und Mittleren Osten – darunter nach Tel Aviv, Amman, Erbil, Teheran und Dubai – sind weiterhin ausgesetzt. Gleichzeitig führten gestiegene Kerosinkosten sowie mehrere Starkwetterereignisse mit Blitzeis und starkem Schneefall zu zusätzlichen Belastungen. Austrian Airlines CEO Annette Mann sagt dazu: „Neben viel Eis und Schnee zum Jahresanfang haben vor allem die Auswirkungen des Iran-Krieges unser erstes Quartal geprägt. Durch die Streichung von zahlreichen Nahost-Verbindungen und deutlich gestiegene Kosten blieb das Ergebnis hinter unserer Jahresplanung. Trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen sind wir aber für die Sommermonate sehr gut vorbereitet und erwarten einen starken Europa-Reiseverkehr.“
Auswirkungen geopolitischer Entwicklungen
Die andauernde Krise im Nahen und Mittleren Osten stellt vor allem durch die gestiegenen Kerosinpreise die gesamte Flugbranche weiterhin vor Herausforderungen. Am Standort Wien werden für den Sommer aktuell keine Einschränkungen bei der Kerosinversorgung erwartet, die Situation wird jedoch weiterhin engmaschig beobachtet.
Gleichzeitig hat Austrian Airlines zu Beginn des Krieges die Flexibilität ihres Flugbetriebs unter Beweis gestellt: Innerhalb weniger Tage wurden rund 20 zusätzliche Flüge zwischen Wien und Bangkok durchgeführt, um in Asien gestrandeten Passagier:innen den Heimflug zu ermöglichen. Darüber hinaus wurden im Auftrag des Außenministeriums Repatriierungsflüge durchgeführt, um Österreicher:innen aus dem Nahen Osten sicher zurückzubringen.
800 zusätzliche Flüge im Sommer
Für den nahenden Reisesommer sieht sich Austrian Airlines operativ gut gerüstet. Insgesamt sieben neue Destinationen werden heuer im Sommerflugplan angeflogen – Ponta Delgada auf den Azoren, das nordmazedonische Ohrid, Bergen an der norwegischen Westküste, Mytilini auf Lesbos, Bastia auf der französischen Insel Korsika sowie Bilbao und Alicante in Spanien.
Außerdem werden die freigewordenen Kapazitäten durch die temporäre Aussetzung der Verbindungen in den Nahen und Mittleren Osten in den Sommermonaten gezielt auf stark nachgefragte Destinationen in Europa verlagert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf klassischen Ferienzielen wie Palma de Mallorca, Dubrovnik, Barcelona, Nizza und Málaga. Auch die neuen Sommerdestinationen Alicante und Bilbao werden nochmals verstärkt. Insgesamt bietet Austrian Airlines so rund 800 zusätzliche Flüge im Sommer an.
Flottenerneuerung schreitet voran
Parallel dazu setzt das Unternehmen die Modernisierung seiner Flotte fort. Wie tip-online.at berichtete, wurde Anfang April eine weitere Boeing 787-9 Dreamliner übernommen, die nach Abschluss technischer Anpassungen ab 1. Juni im Langstreckenbetrieb eingesetzt werden soll. Langfristig soll die Langstreckenflotte bis zum Winterflugplan 2028/29 vollständig auf insgesamt zwölf Boeing 787-9 umgestellt werden - die Kurz- und Mittelstrecke wird auf Maschinen der Airbus A320-Familie umgestellt. COO Stefan-Kenan Scheib betonte in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung effizienterer Flugzeuge mit geringerem Treibstoffverbrauch, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Kostenentwicklungen.
Standortbedingungen im Fokus
Neben operativen Themen sieht das Unternehmen weiteres Wachstumspotenzial am Standort Wien, insbesondere im Ausbau der Langstrecke. Eine Studie des Economica-Institut für Wirtschaftsforschung im Auftrag von Aviation Industry Austria zeigt: Eine Million zusätzliche Passagiere am Flughafen Wien würde zu einer Nettowertschöpfung in Höhe von 75 Mio. EUR jährlich führen und bis zu 950 weiteren Arbeitsplätzen bieten. Austrian Airlines und die Lufthansa Group sehen grundsätzlich Chancen für Wachstum am Standort Österreich. Aus diesem Grund werden bereits seit Herbst vergangenen Jahres intensive und zugleich konstruktive Gespräche mit der Politik und dem Flughafen Wien geführt.
Gleichzeitig verweist Austrian Airlines auf vergleichsweise hohe Standortkosten in Österreich. Trotz hoher operativer Leistungsfähigkeit und einer im Branchenvergleich niedrigen Marge sieht das Unternehmen daher Handlungsbedarf bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. (red)
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Autor/in:
Julia Trillsam
Redakteurin
Julia Trillsam hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien studiert. Jetzt ist sie bereit, die Welt zu bereisen. Je sonniger die Destination, desto schneller sind ihre Koffer gepackt.
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